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Unsichere im Buchenwald

  • Liebe Pilzfreunde,


    passend zur Jahreszeit möchte ich euch einige Frühlings-Bilder von einem Ausflug nach Thüringen zeigen. Alle sind Mitte Mai im Buchenwald entstanden (Nationalpark Hainich). Bezüglich der Bestimmung bin ich mir aber teilweise nicht ganz sicher, da hoffe ich auf eure Hilfe.


    Nr. 1:
    Diesen Becherling habe ich ziemlich sicher als Buchenwald-Becherling bestimmt (Größe 7 cm). Er war dort relativ häufig.


    Nr. 2:
    Jetzt wirds schon etwas schwieriger. Es ist eine Gruppe Buchenwald-Becherlinge, aber ist das rechts unten auch einer (vielleicht ein älterer) oder könnte es ein Morchelbecherling sein?


    Nr. 3:
    Da stellt sich jetzt dieselbe Frage (Größe 8 cm): Buchenwald-Becherling oder Morchelbecherling? Dass man da mit Riechen (Chlorgeruch) weiterkommen würde, wusste ich damals noch nicht.


    Nr. 4:
    Da bin ich jetzt ziemlich ratlos (Größe 10 cm).


    Nr. 5:
    Wuchs gleich daneben: Da bin ich auch ratlos (Gesamtgröße 15 cm).


    Nr. 6:
    Diese Gruppe konnte ich relativ sicher als Maipilze bestimmen (Hutbreite 5-10 cm).


    Nr. 7:
    Bei diesen büschelig auf Buchenholz wachsenden Pilzen (Hutbreite 2 cm) bin ich mir auch halbwegs sicher, dass es sich um Gelbstielige Nitrathelmlinge handelt.


    Ich hoffe, wir können ein wenig Klarheit in die Sache bringen, insbesondere bei den Becherlingen. Ich bedanke mich schon im voraus für eure Vorschläge und Hinweise.


    Mit herzlichen Grüßen
    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,
    die Außenseite deiner Becherlinge Nr.1 und Nr.2 links sieht nach Blasigen Becherlingen aus.


    https://www.123pilze.de/DreamH…ad/BlasigerBecherling.htm


    Buchenwaldbecherlinge kenne ich mit gleichmäßig heller Außenseite.


    Nr.2 rechts ist eine andere Art, wenn er Chlorgeruch hatte, ein Morchelbecherling.


    https://www.123pilze.de/DreamH…oad/Morchelbecherling.htm


    Deine "Ratlos-Pilze" könnten die hier sein:


    https://www.123pilze.de/DreamH…load/Riesenbecherling.htm


    In Zukunft hilft es sehr, den Geruch der Pilze für spätere Bestimmungsversuche zu notieren.


    Sicherheit bekommst du bei diesen oft recht ähnlich aussehenden Becherlingen nur mit Mikroskop.


    LG Roswitha

  • Hallo Wolfgang,


    ich tue mich mit den Becherlingen um diese Jahreszeit auch immer schwer und ohne diese zu mikroskopieren, kommt man ohnehin nicht weiter, aber schön sind sie. Bild 4 und 5 würde ich für eine Missbildung/Bildungsabweichung eines Becherlings halten.
    Dass du schon Maipilze gefuden hast, ist erstaunlich, aber Thüringen hat um diese Zeit schon andere, wärmere Temperaturen als wir an der Küste.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Veronika,


    viele Grüße an die Küste!
    Ich denke mal, daß die Maipilzfunde von Wolfgang noch nicht aktuell sind!
    Er schreibt ja auch von Funden aus Mitte Mai.:)
    Die brauchen wohl noch ein paar Wochen in diesem Jahr und vorher müssen ja auch erst einmal die Morcheln durch.
    Aber diesbezüglich ruht momentan, zumindest hier im Forum, ja noch still der See...


    LG Thomas

  • Hallo Sabine,


    du bist ein Genie!
    Jetzt passt plötzlich alles zusammen - er wächst auf Holz! Die Scheibenlorchel (Größter Scheibling) hatte ich nur deshalb verworfen, weil sie auf Nadelholz wächst und ich ja im Buchen-Urwald unterwegs war. Aber ich kann rückblickend keineswegs ausschließen, dass da nicht eine Fichte oder Kiefer daneben gestanden hat (der Thüringen-Urlaub war im Jahr 2012). Man sieht es ja auf den Bildern, dass der Pilz auf Holz wächst. Ich bin mir jetzt fast sicher, dass du recht hast, denn alle anderen Merkmale passen wie angegossen.
    Ich danke dir für diesen großartigen Hinweis!


    Mit herzlichen Grüßen
    Wolfgang

  • Moin!


    Ach ja, diese Verwirrenden Becherlinge...
    Vor allem die Gattung Peziza hat eine Menge Fallen zu bieten. Immerhin: Peziza vesiculosa meine ich hier ausschließen zu können, Wuchsweise und Ökologie / Substtrat passen nicht dazu.
    Leider sind alle Arten schon in sich sehr variabel, was die makroskopischen Merkmale betrifft. Wenn ich jetzt also behaupten würde, daß das Peziza micropus ist, wird mir nur anhand der Bilder niemand das Gegenteil beweisen können. Wenn jemand behauptet, das wäre Peziza arvenensis, wird man ohne Mikroskop auch nicht das Gegenteil beweisen können. :wink:
    1,2 und 3 können übrigens durchaus zur gleichen Art gehören, solche Farbspiele passen durchaus in die Variationsbreiten diverser Peziza - Arten.


    Sehr spannend sieht Pilz nummer 4 aus.
    Es ist gut möglich, daß der zu den +/- scheibenförmigen Gyromitra - Arten gehört. Eine recht bekannte Art an Laubholz ist da auch noch Gyromitra parma, aber es gibt weitere, eher unbekannte Arten in der Gattung. Ein paar davon stellt Christian >hier< vor.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Liebe Pilzfreundinnen und -freunde,


    besten Dank für eure wie immer sehr hilfreichen Beiträge zu meinen Buchenwald-Funden.


    Natürlich sind die braunen Becherlinge ein schwieriges Thema. Aber wenns einfach wäre, bräuchte ich ja nicht ins Forum kommen. Dann könnte ich es (vielleicht) selber lösen :wink:


    Bis zum nächsten Mal mit herzlichen Grüßen
    Wolfgang

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