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einfach mal mitgenommen - und nun?

  • Hallo zusammen,


    Wie ich bei meiner Neuvorstellung schon kurz angedeutet habe, komme ich mit meiner Selbstbestimmung nicht weiter. Sieben verschiedene Pilze und nur einer, bei dem ich mir sicher bin - so wird das nie was mit dem Kochen....


    Vorab, die Pilze habe ich vor ca. 17 Std gesammelt, sie liegen hier also schon eine Zeitlang auf dem Küchenkrepp ( das macht es vermutlich nicht leichter).


    Beim ersten bin ich mir ziemlich sicher, daß es Goldröhrlinge sind



    Aber schon der Zweite sieht anders aus, stand aber daneben.

    (Der Goldröhrling liegt zur Verdeutlichung rechts daneben)




    Auffällig ist auch, das der Goldröhrling viel feinere Poren hat


    Ein aufgeschnittenes Exemplar:



    AAnmerken möchte ich noch, daß die Pilze gestern noch gelber waren, als jetzt. Weiterhin hat sich der Schwamm im Frischen Zustand bei Berührung braun verfärbt und auch jetzt, wenn man drüber streicht, bekommt man braune Finger.


    Ein weiterer Kandidat ist der hier:

    Ich hatte das eigentlich als einen Rotfußröhrling eingestuft, aber es fehlt die rote Unterfarbe (Biss-stelle).


    Ob man dieses verkümmerte Ding noch identifizieren kann?



    Desweiteren ein vermutlich falscher Pfiffer:



    Und last, but not least, der kleine Unbekannte:


    Bei diesem Pilz ist folgendes auffällig: er ist auf einem Baumstumpf in einer größeren Gruppe gewachsen und war ursprünglich gelb ( hat über Nacht komplett die Farbe verloren). Das Gesamtgebilde sah aus, als hätte jemand Bauschaum auf den Stumpf gesprüht.


    So, das war's, ich hoffe die Bilder sind gut und - nein, davon wird keiner gegessen.


    Achso, Standort vielleicht noch: Mischwald auf rund 650m Höhe, aber welche Bäume und welcher Boden, da muss ich leider passen.


    LG

    Laub

  • Hallo, Laub!


    Der letzte Unbekannte ist ein Nordischer Schwammporling (Climacocystis borealis).

    Nichts zum Essen, weil erntshaft zäh und mächtig bitter.


    Bei allen anderen Pilzen, die hier zu sehen sind, hätte ich auch dringend vom Verzehr abgeraten. :wink:

    Bei den Goldröhrlingen sind etliche völlig verweste Fruchtkörper dabei, die bereits stark giftig sein könnten wegen den Fäulnisprozessen bei der Zersetzung.
    Darum vermutlich auch die Unsicherheit, ob das alles zusammengehört: Aber sehr alte Röhrlinge haben normalerweise immer breitere Poren als im jungen, frischen, genießbaren Zustand.


    Auch die anschließenden Filzröhrlinge sind nicht mehr genießbar. Der erste ist vermutlich ein Falscher Rotfußröhrling (Xerocomellus porosporus), der zweite ein Gemeiner Rotfuß (Xerocomellus chrysenteron).


    Der Falsche Pfifferling könnte schon einer sein, ist aber auch schon am Vergehen, und könnte aus dieser Perspektive (nach Bildern) auch einer der Goldnabelinge (Gattung: Chrysomphalina) sein.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,


    Danke für die Antwort. Daß die Herrschaften hier in einem absolut ungenießbaren Zustand sind, war mir schon beim sammeln bewusst - leider sehen die Pilze bei uns in der Gegend alle schon so aus. Ich bin zu spät dran dieses Jahr. Erst ist gar nix gewachsen und dann hab ich den Erntezeitpunkt verpennt...


    Aber primär geht es mir ja ohnehin erst mal darum, überhaupt einen gefundenen Pilz korrekt zuordnen zu können (zumindest grob, um größere Gefahren ausschließen zu können). Und da dachte ich mir, daß eine Zuordnung auch mit alten Pilzen möglich sein müsste.


    Lg Laub

  • Hallo Laub,


    erst mal willkommen im Reich der Pilzsucher :wink:.


    Bezüglich Gefahren vermeiden. Wie du selbst schon erkannt hast, bist du bei den Pilzen mit einer Röhrenschicht auf der sicheren Seite.

    Schaut man sich alle gefährlichen, heimischen Giftpilze an, fällt auf das da kein einziger Röhrling dabei ist.


    Die paar wenigen (ungefährlich, aber unangenehm) giftigen Röhrlinge haben alle rötliche Röhrenmündungen und/oder eine Netzzeichnung am Stiel.


    Ich würde dir empfehlen dich zu Beginn auf eine leicht kenntliche Art, wie den Maronenröhrling zu konzentrieren. Brauner Hut, gelbliche Röhren die auf Druck blau werden und ein bräunlicher längsgemusterter Stiel und du bist von jedem Giftpilz sicher abgegrenzt. Hierzu ähnliche Röhrlinge sind alle genau so essbar. Da der Pilz (vielleicht nicht im Jahr 2018 der großen Dürre) meist massenhaft vorkommt, solltest du allein damit eine Mahlzeit zusammenbekommen.


    Steinpilze, v.a. jung können etwas trickreich sein, da sie jungen Gallenröhrlingen doch recht ähnlich sehen. Grobes, dunkles Stielnetz und bei alten Exemplaren die rose Röhren zeigen dir den Gallenröhrling an. Im Zweifel ein kleines Stück kauen und ausspucken, bevor dein ganzes Essen für die Tonne ist.


    Anfängerpilze wären auch noch Krause Glucke krauseglucke.htm und Semmel-Stoppelpilz Semmelstoppelpilz, Rostgelber Semmelstoppelpilz, Semmelgelber Stacheling, Rotgelber Semmelstoppelpilz, Orangeroter Stoppelpilz (HYDNUM REPANDUM VAR. RUFESCENS) , die keine giftigen Doppelgänger haben.


    Am Besten du schaust ob es in deiner Gegend einen Pilzsachverständigen gibt, der kann deine Pilze durchschauen und freigeben. So kann man auch seine eigene Unsicherheit abbauen. Pilzsachverständige finden


    LG Steigerwaldpilzchen

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo, Laub!


    Einfacher ist es allerdings, die Merkmale frischer Fruchtkörper zu lernen, so wie man sie nachher auch zum Essen sammeln würde.
    Ist natürlich so auch nicht verkehrt, aber Pilze verändern ihr Aussehen manchmal extrem innerhalb des Reifeprozess und nachher des Zersetzungsprozesses.
    Da sind die von dir gezeigten Goldröhrlinge ein sehr gutes Beispiel, weil sie in jung und frisch schon sehr anders aussehen:





    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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