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Bergwandern Parcul National Retezat (westliche Karparten, Rumänien)

  • Hallo,


    ich wollte mich schon lange mal wieder mit ein Wanderbericht melden, aber weder auf einer längeren Lahnwanderung, noch im Hochland von Gran Canaria konnte ich nenneswert Pilze finden, und ein Wanderbericht in einem Pilzforum ohne Pilzbilder - nicht schon wieder.


    Bisher war es bei uns hier ein enttäuschendes Pilzjahr, um so schöner war es auf einer Wanderung im Retezat Gebirge (westliche Karparten, Rumänien) endlich mal wieder richtig viele Pilze zu finden. Das entschädigte auch dafür, dass sich weder Bären noch Wölfe blicken ließen.


    Hier ein paar Impressionen:


    Bild 1a,b




    Bild 2 - Bären, Wölfe und Viehzucht können sehr wohl koexistieren (wenn es hier geht, dann auch bei uns) - Gemeine Hausschaafe (essbar):




    Bild 3a,b - Eingangschild (ungeniessbar) und kurz danach der Erste von vielen Wasserfällen (trinkbar)





    Bild 4 Zustieg zur ersten Huette:




    Bild 5 - Wusste erst gar nicht, was das sein soll, dann wurde es klar. Pilze, gab es früher ja uch mal bei uns


    Bild 6 Mein erster Steinpilz (Boletus edulis - essbar, of course) dieses Jahr:



    Bild 7 - Kuhmaul (Gomphidius glutinosus):



    Bild 8- Berghuetten (Unterkunftsmöglichkeit):



    Bild 9 - Auch wenn es bei den vielen Pilzen schwerfällt, wenn man hoch will muss man ab- und zu auch laufen (Wanderer: essbar aber gesetzlich geschützt - interessiert Braunbären nicht, die Essen aber auch lieber harmlosere Tiere und Pflanzen):



    Bild 10a,b,c - Noch mehr Pilze Scheidenstreifling, Milichlinge, Schüpplinge(???):






    Bild 11 - Weiter Richtung Baumgrenze



    Bild 12 - Immer gut daran erinnert zu werden, dass die Berge niemals ohne Risiko sind und an die zu Gedenken, die dort ihr Leben verloren haben




    Bild 13a,b weiter zur "Latschenzone":





    Bild 14a,b,c - Baumgrenze (und leider Umkehrpunkt wegen begrenzter Zeit):


    r






    Bild 15a,b - Noch mehr Steinpilze (Boletus spec.) und ein Wulstling (Amanita spec.):





    Es gab auch Unmengen an Täublingen, viele Pfifferlinge, diverse Reizker, Flockis, Schönfußröhrlinge, Maronen, etc... Ein Paradis für Pilzinteressierte, man sollte also Zeit mitbringen (die ich leider nicht hatte)

    Wer selbst mal in dieses wunderschöne Land, mit extrem freundlichen Menschen Reisen möchte findet u.a. hier weitere Infos: Das Retezat-Gebirge (Muntii Retezat). Natürlich gerne auch mich per PM kontaktieren.


    Viele Grüße

    Thomas

    PS: Hoffentlich kann ich auch bald mal wieder ein paar Pilzbilder aus unserer Region posten, seit gestern regnet es ja doch immer wieder ganz ordentlich.

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Hallo Thomas,

    danke für deinen schönen,interessanten Bericht. Ich war 2010 dienstlich in Rumänien und kann deine Begeisterung für die Schönheit dieses Landes verstehen.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Thomas,

    danke für deine Reiseimpressionen und die Pilze, die ich hier so vermisse.

    In meinen jungen Jahren bin ich dort unten auch etwas rumgewandert, auch ohne Bären und Wölfe aber mitwahnsinnig viel unverbauter und wenig erschlossener Natur ....

    Sehr beneidenswert übrigens, dass es dorthin auch Dienstreisen gibt. Da habe ich irgendwie was falsch gemacht 🤔

    Beste Grüße aus Mecklenburg

    Jan

  • Hallo, Thomas!


    Ein toller Bericht, vielen Dank dafür!

    Sehr schön geschrieben noch dazu. Und wieder ein neues Reiseziel, daß auf meine Liste muss.
    Wölfe und Bären würde ich auch gerne mal in freier Wildbahn sehen - aus gebührendem Abstand natürlich.


    10c: Kannst du jedenfalls Pholiota squarrosa s.l. (= Sparriger Schüppling im weiteren Sinne) nennen.

    15a: Sind Fichtensteinpilze (Boletus edulis), die in erster Linie bei Rotbuchen, Lärchen, Eichen, Birken, Hasel, Linden, Fichte, Kiefer, Hainbuchen, Weißtannen und einigen weiteren laub- und Nadelbäumen wachsen, die halt irgendwie in der Lage sind, Ektomykorrhiza zu bilden.

    15b: perlpilz (Amanita rubescens)



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Jan,


    in der SW-Entwicklung wird in zwischen viel in Rumänien gemacht. Gerade Timisoara ist dafür ein Hotspot (dort war ich für 10 Tage). Da springt dann immer mal wieder eine Dienstreise raus. Nebenbei, TSR ist eine wirklich schöne Stadt mit inzwischen guter Fluganbindung und nur 2,5h von dem vorgestellten Nationalpark entfernt (Mietauto, leider keine vernünftige Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln).

    Die Pilze vermisse ich hier (zuhause) nebenbei auch immer noch, trotz Regen.


    Hallo Pablo,


    falls Du dort mal hinfährst kann ich Dir ein paar Ratschläge geben (einfach kurze PM vorbab). Wobei es um Bären zu sehen bessere Gegenden gibt, im Retezat sind sie noch sehr scheu (und damit auch ungefährlicher), dabei hätte ich so gern einen gesehen - und gerne auch ein paar Wölfe.


    Zu den Pilzen. Vielen Dank für Deine Hinweise!

    Beim Schüppling habe ich auf eine nähere Angabe verzichtet, da ich mich erinnere, dass Graubart die als sehr schwierig einstufte. Daher wohl das s.l.

    Den Perlpilz hätte ich natürlich benennen sollen, die Rottöne sind schließlich klar zu sehen. (Facepalm)

    Beim ersten Steinpilz war die Einstufung als edulis für mich klar (Hutoberfläche, weißer Rand), bei der fotografierten Gruppe (15a) war ich mir aber wirklich unsicher. Die Hutoberfläche war irgendwie anders, der weiße Rand fehlte (ok, habe ich auch schon öfters bei Fichtensteinpilzen gehabt) und vor allem die kräftige, eher rote Hutfarbe irritierte mich (wobei das Rot auf dem Foto noch etwas intensiver ist, als ich es vor Ort empfunden habe).. Auch das Netz war ausgeprägter als ich es bisher gesehen habe. Aber ich vertraue hier auf Dein Urteil.


    Viele Grüße

    Thomas

    PS:

    Ich habe nicht vergessen, mich bezüglich Bergtour bei Dir zu melden. Leider hat es dieses Jahr aber keine über eine grundlegende Planung geschafft. Für die geplante Watzmannüberschreitung hat mein Kollege frühzeitig wegen Konditionsproblemen abgesagt. und für die einfache Tour auf dem Mittenwalder war kein Termin zu finden (nicht zuletzt aufgrund der Dienstreise).

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Hallo Thomas,


    wieder einmal schöne Bilder von einer sicherlich tollen Tour!

    Was die Bären anbelangt, seid ihr ja ganz schön euphorisch.=O

    In den frühen 80er Jahren, als langhaariger Tausendsassa, war ich mal über mehrere Wochen als Tramp durch den Süden des Ostblocks unterwegs. Nach der Tschechoslowakei und Ungarn landete ich unter anderem auch in Rumänien. Irgendwo in den Westkarpaten hatte ich mein Nachtlager aufgeschlagen, so mit Feuer und Büchsenessen. UND glücklicherweise auch mit ein, zwei Flaschen einheimischem billigen Weines. Über Nacht hatte es, Ende September, bereits in der Höhe leicht geschneit. So waren in der Frühe rund um die Feuerstelle und die leeren Konservendosen mächtige Tatzenabdrücke eines, wohl nicht kleinen, Bären erschreckend deutlich zu entdecken. Ich hatte zwei Meter daneben im klitzekleinen Bergzelt tief und fest gepennt. Diesen Moment der Erkenntnis werde ich wohl nie vergessen!

    Und wegen der Wölfe braucht man doch auch nicht mehr nach Rumänien. Mecklenburg oder die Lausitz geben diesbezüglich doch schon viel mehr her!:)


    LG Thomas

  • Hallo Thomas (Beachwolle),

    das hört sich ja nach einem echten Abenteuer an, zumal ein Abenteuer eigentlich nur dann ein echtes Abenteuer ist, wenn es wenigstens ein bißchen gefährlich ist. Ich schätze mal, dir ist am nächsten Morgen das Blut in den Adern gefroren. Wir können wohl von Glück reden, dass du noch unter uns weilst ...


    Hallo Thomas (L.),

    vielen Dank für diesen sehr amüsanten Reisebericht aus Rumänien. Ich plane auch schon länger eine Reise in dieses schöne und vielleicht oft unterschätzte Land. Deshalb werde ich, wenn du gestattest, mithören, wenn du deine Reisetipps an Pablo weitergibst.


    Nicht persönlich, nur allgemein:

    Über die Qualität von Handy-Bildern nicht zu sprechen, fällt mir seit Jahren sehr schwer. Ich finde es schlicht und ergreifend schade, superschöne Erlebnisse und Motive nur mittelschön zu dokumentieren und damit die Betrachter um die Hälfte ihres Vergnügens zu bringen. Es ist nur schade, mehr nicht. Ich hab mich im Griff :)


    Mit herzlichen Grüßen

    Wolfgang

  • Hallo nochmal,


    vielen Dank Euch allen für das positive Feedback und auch für die konstruktive Kritik. Freut mich, dass der diesmal leider nur schnell runtergeschrieben Beitrag wohl doch noch einigermaßen unterhaltsam geworden ist.


    Thomas: Interessanter Bericht, Nachts im Lager wäre jetzt auch nicht unbedingt der Ort und Zeitpunkt bei dem ich mich über Kontakt mit Bären freuen würde ;-). Von den Erfahrungen / Erlebnissen bei solchen Touren zerrt man ein Leben lang.


    Wolfgang:

    Du kannst mich natürlich jederzeit sehr gerne per PM kontaktieren (oder auch hier den Thread nutzen) wenn es Fragen gibt bzw. wenn Du Ratschläge möchtest. Kann allerdings manchmal ein paar Tage dauern bis ich antworte, bin zeitlich immer etwas knapp (bzw. beschränke deshalb auch die Zeit für Internet bewusst)

    Was die Bilder betrifft, wegen der mangelnden Qualität hatte ich überlegt ob ich den Beitrag überhaupt erstelle. Da ich meine Beiträge in erster Linie als Empfehlung für eigenen Touren anlege, habe ich mich dann trotzdem dafür entschlossen.

    Hintergrund für die schlechte Qualität: Ich verweigere mich nach wie vor mir ein Mobil Phone anzuschaffen (was auf dieser Reise zu einigen, interessanten Herausforderungen führte, immer mehr wird ein "Handy" einfach vorausgesetzt). Meine Digitalkamera ist aber leider etwas zerkratzt (der Mechanismus zum schließen hatte auf der letzten Dienstreise nach Singapur aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit versagt). Da sich das nur bei ungünstiger Sonneneinstrahlung negativ auswählt und weil ich zu geistig bin, etwas wegzuwerfen was noch funktioniert konnte ich mich noch nicht zu einem Neukauf durchringen ;-). Bei den Wetterbedingungen vor Ort war dies aber tatsächlich sehr ärgerlich. Ich denke ich wünsche mir eine neue zu Weihnachten ;-)


    Viele Grüße

    Thomas

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Hallo Thomas,


    ach so, die Aufnahmen stammen gar nicht von einem Handy, das du zudem auch noch ablehnst? Ich denke, einer gemeinsamen Wellenlänge zwischen uns steht nicht mehr viel im Weg. Ein zerkratztes Objektiv geht allemal als Entschuldigung durch :)


    Vielen Dank für das Angebot zur Reiseberatung. Ich würde es zu passender Gelegenheit gerne annehmen, vielleicht nächstes Jahr im Frühling. Und bezüglich der neuen Kamera habe ich großes Vertrauen zum Christkind :)


    Mit herzlichen Grüßen

    Wolfgang

  • Hallo Thomas!


    Auch von meiner Seite vielen Dank für den tollen Fotobericht! Wunderschöne unberührte Natur ist immer wieder was tolles!


    Danke fürs mitnehmen!


    Liebe Grüße!

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!


    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!


    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

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