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Braune Farbvariante von Amanita muscaria?

  • Diese Pilze fand ich vor einigen Tagen am Rande eines Parkplatzes am südwestlichen Rand von Itzehoe/Holstein.


    Hat sich da ein Fliegenpilz (
    Amanita muscaria) unter eine Gruppe von Braunen Fliegenpilzen (Amanita regalis) gemischt, oder handelt es sich nur um eine Farbvariante (und von wem) ?

    In unmittelbarer Nähe wachsen Ahornbäume und an einigen Stellen wachsen nur die "normalen" A. muscaria.






    Kann jemand die Pilze identifizieren? Ich würde mich sehr freuen, da ich so etwas noch nicht gesehen habe.


    Viele Grüße

    Daffa

  • Kann jemand die Pilze identifizieren? Ich würde mich sehr freuen, da ich so etwas noch nicht gesehen habe.

    Hallo Daffa

    Ich sammel auch schon viele Jahre Pilze, aber so etwas habe ich auch noch nicht gesehen. Der richtig Rote, hat der auch braune Flecken? Dann wäre ja auch eine Wuchsstörung möglich (warum auch immer?)

  • Hallo Daffa,


    das ist ja spannend!


    Ich habe zwar auch schon Königsfliegenpilze gefunden (bei uns noch nie, aber in Schweden), aber noch nie so nahe an normalen Fliegenpilzen. Gerade die beiden mittleren kleinen stehen ja so nahe beieinander, dass ihre Stiele womöglich miteinander verwachsen sein könnten. Keine Ahnung, ob es da möglich ist, dass es zwei Arten sind. Von solchen Farbänderungen - zumindest beim normalen Fliegenpilz - habe ich auch noch nie etwas gesehen. Bei dem abgebildeten Stiel fehlt leider die Gürtel-/Söckchenzone an der Knolle. Hast du die angeschaut?


    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo zusammen,


    ein Königsfliegenpilz A. regalis so weit oben im Norden Deutschlands wäre schon sehr selten. Einzelne Funde soll es geben -> Verbreitung Amanita regalis (Fr.) Michael 1896, aber eigentlich ist das eine Art von Thüringer Wald, Bayerischer Wald, Rhön und Harz. (Mittelgebirge).


    Was für mich gegen Den König spricht sind die relativ rein weiß wirkenden Velumflocken. Ich kenne die nur mit gelblichen Ton. Auch unter der Huthaut (und daher am Hutrand zu sehen) sollte eine gelbliche Schicht liegen. Schade, dass die Knolle nicht mehr zu sehen ist.


    Anbei ein paar Bilder von A. regalis aus dem Bayerischen Wald:





    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Uwe58 und huehnchen69,

    vielen Dank für Eure schnellen Beiträge.

    Zitat


    Der richtig Rote, hat der auch braune Flecken?

    Nein, die sind alle richtig weiß.

    Ob, die Stiele miteinander verwachsen waren, habe ich leider nicht überprüft. Ich wollte sie nicht ausgraben. Und bei der Söckchenzone muss ich auch passen.


    Ich habe in der direkten Nähe sowohl rein rote als auch rein braune Pilze gesehen, aber auch eine Reihe brauner neben roten (siehe Bilder). In den Vorjahren waren dort nach meiner Erinnerung (ich komme fast täglich dort vorbei) immer nur rote.









    Überall sind die Flecken weiß.

    Vielleicht hat ja noch jemand eine Idee,

  • Liebe Daffa,


    danke für die weiteren Fotos.


    Mit dem stark gerieften Hutrand und den sehr ausgeprägten Bergsteigersöckchen, die man z.B. bei dem linken kleinen auf dem dritten neuen Bild sehen kann, und dazu den räudigen Ringen, würde ich die als Pantherpilze ansprechen.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Mit den nachgereichten Bildern habe ich den gleichen Verdacht.

  • Hallo, Daffa!


    Warum sollten sie nicht?
    Auch wenn Panther am liebsten Eichen und Rotbuchen mögen, können sie auch mit Fichten und Birken Mykorrhiza bilden.
    Und Fliegenpilze mögen am liebsten Birken, können aber auch mit Fichten, Eichen udn Rotbuchen Mykorrhiza bilden. Ein Baum kann mehrere Mykorrhizapartner haben (hat ein Baum normalerweise auch, meisten so ein paar Dutzend) und ein Pilzmycel kann Mykorrhizaverbindungen gleichzeitig mit verschiedenen Bäumen eingehen. Machen sie auch gerne, alleine schon um sich abzusichern, falls ein Mykorrhizapartner zB durch forstwirtschaftliche Eingriffe getötet wird.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Beorn,

    Danke für Deine Erläuterungen.

    Dann gehe ich jetzt wohl vom Pantherpilz aus. Wobei mich dann allerdings der Standort beunruhigt, weil die Pilze wie auf dem Präsentierteller direkt neben einer Schule und bei einem Durchgang zu einem Naherholungsbereich standen.

  • Hallo, Daffa!


    Es ist aber allerdings eher unwahrscheinlich, daß die Pilze Kinder aktiv angreifen.

    Normalerweise sollten Kinder im Schulalter auch in der Lage sein zu begreifen, daß man nicht einfach Zeugs was auf dem Rasen vor sich hin wächst, in den Mund steckt.

    Die werden ja vermutlich auch nicht die Maiglöckchen, Eibenzweige oder Aaronstab im heimischen Garten aufessen. Hoffe ich jedenfalls.

    Sonst sollte man da vielleicht aufklären, wie das funktioniert mit der Natur und den Pflanzen und den Tieren und den Pilzen, und daß man sich damit auskennen muss, bevor man ans Essen denkt.
    Von den Pilzen selbst geht ja keine Gefahr aus. Denn die sind ja nicht dafür verantwortlich, wenn jemand sie abmacht und sich einverleibt.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Halllo Daffa, hallo Pablo,


    das sollte schon passen, mit den Mykorrhizapartner. Ich meine Eicheln und zugehörige Cupulae zu sehen.


    Was mich an diesem Beispiel fasziniert, wie leicht man (=ich) auf Glatteis geführt werden kann. Hätte ich als Panther erkennen müssen. Hab ich aber eben nicht, nur weil ein rotes Kerlchen danebensteht.


    Daffa, danke fürs Zeigen.


    Grüßle

    RudiS

  • Zitat

    Auch wenn Panther am liebsten Eichen und Rotbuchen mögen, können sie auch mit Fichten und Birken Mykorrhiza bilden.

    Die guten Linden nicht zu vergessen, hier auf unserem Firmengelände wachsen sie zahlreich auf zwei kleinen grünen „Inseln“, auf der jeweils eine noch junge Linde steht (einzige Bäume in diesem Bereich).





    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

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