Bachbett-Wanderung und Pilze suchen? Schöner geht´s nicht! Teil 2

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 3.363 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (29. Januar 2020 um 20:06) ist von Beorn.

  • Hallo Freunde der Winterpilze!

    Wir wandern also weiter dem Bächlein entlang - besser gesagt rutschen wir mit den Gummistiefeln auf Buchenlaub einen recht steilen Hang hinunter - und bremsen kurz vor einer


    1. Buckeltramete schön dekoriert mit Efeu: irgendwer hat sich den Pilz schon schmecken lassen


    Der Bach kommt nun an eine Stelle, bei der sich gleich drei „Bäche“ vereinigen, um danach gleich in einer formschönen Röhre unter einer Straße zu verschwinden.

    Da muss man zumindest einmal kurz durchgehen!


    Nun geht es aber wieder Bergauf retour und finden an einem Ast vor einem kleinen Wasserfall

    2. Gemeine Spaltblättlinge:


    3. Etwas weiter wachsen neben Schmetterlingstrameten:


    4. ein paar Samtfußrüblinge:


    Engstellen sind kein Problem, da man mit Gummistiefel einfach im Bachbett weitergehen kann. Das eröffnet viele schöne, neue Perspektiven!


    5. ein Stück weiter hat es sich ein Oranger Kammpilz gemütlich gemacht.


    6. Dann wieder schöne Samtfußrüblinge an einem Stamm im Wasser: die beiden anderen Pilze auf der Schnittfläche konnte ich nicht bestimmen


    7. und kurz bevor ich wieder aus dem Graben raus musste leuchteten mir noch folgende Pilze entgegen: Orangenseitlinge – wieder mit angenehmen Geruch!


    Weiter gehts unten...

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!

    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!

    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

  • 8. und am Ende der Tour fand ich auf liegenden Ästen (Holzart =?) einen Saftporling???

    Das Fleisch war ähnlich zusammendrückbar wie weiches Styropor und federte wieder zurück. Vollgesaugt mit Wasser. Die Röhrenmündungen waren weiß bis braun. Geschmack und Geruch neutral.

    Könnt Ihr dazu Näheres sagen??


    Vielen Dank fürs Mitspazieren!

    Liebe Grüße!

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!

    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!

    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

  • Hallo Alex

    Sehr schön Dokumentiert, wie immer.

    Beim Saftporling kommt mir spontan folgenden Kandidat in den Sinn.

    Milchweißer Saftporling, Weißlicher Saftporling (TYROMYCES LACTEUS SYN. POSTIA LACTEA, SPONGIPORUS LACTEUS, OLIGOPORUS LACTEUS, HEMIDISCIA LACTEA)

    Besonders gern auf Eiche, wobei ich das Substrat nicht erkennen kann.

    Schönen Tag

    LG Andy

  • Hallo Alex

    Danke fürs Mitnehmen. Einfach nur wunderschön, deine Tour. :thumbup:

    LG Matthias

    Bei allen online "bestimmten" Pilzen handelt es sich lediglich um Bestimmungsvorschläge.

    Gezeigte Pilze zu 100 Prozent sicher nur über Bilder zu bestimmen ist nicht möglich, deren Verzehr kann im schlimmsten Falle tödlich enden!

    Eine Verzehrfreigabe gibt es ausschließlich vom Pilzsachverständigen/Pilzkontrolleur/Pilzberater vor Ort!

    Finde HIER den nächstgelegenen PSV

  • Schöne Tour, Dank dir.

    Die orange seitlinge habe ich mal jung probiert. Gar nicht schlecht. Schnell dann zäh später.

    Lg jens

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Alex!


    Die Porlinge im zweiten Beitrag sind Anistrameten (Trametes suaveolens), der marzipanartige Geruch ist bei denen nicht immer ausgeprägt.


    LG; Pablo.

  • Schönen Abend zusammen!


    Vielen Dank für all Eure schönen Rückmeldungen! Wow!

    Ich hatte bei der Tour einfach total viel Spaß und das wollte ich gerne mit Euch teilen! Auch wenn das Wetter manchmal grausig ist, es lohnt sich immer neue Wege zu beschreiten!

    Mittlerweile bin ich schon leicht bachsüchtig... immer, wenn ich einen sehe, steh ich schon drinnen... :wink:

    Das führt dazu, dass ich zumindest noch eine Bachwanderung hier zeigen möchte.

    Vielen Dank für den Hinweis auf die Anistramete, Pablo! Ich war eigentlich ganz auf der Spur von Andy! Eben auch wegen des fehlenden Geruches.

    Heute hatte ich eine Anistramete in der Hand, die deutlich nach Anis gerochen hat.


    Danke nochmals Euch allen und liebe Grüße!

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!

    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!

    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

  • Eine sehr schöne Tour Alex!

    LG Rigo

    Einmal editiert, zuletzt von Rigo (29. Januar 2020 um 21:51)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Alex!


    Oligoporus lacteus (= Postia lactea, alle anderen Synonyme muss man sich nicht merken) ist das Gleiche wie Oligoporus tephroleucus (= Postia tephroleuca) - letzterer Name ist der ältere, Oligoporus lacteus also nur ein Synonym von Oligoporus tephroleucus. Die Farbe war da als einziges trennmerkmal gegeben, und die ist nicht konstant, kann innerhalb einer Kollektion von weiß zu graubraun variieren (genetisch eh alles das Gleiche).

    Nur: Der hat sehr viel feinere Poren und keinen so gestalteten Farbkontrast zwischen Poren und Hutoberseiten.
    Kleine Randnotiz: Makroskopisch ist Oligoporus tephroleucus identisch zu Tyromyces chioneus. Die beiden unterscheiden sich nur durch den Fäuletyp (Oligoporus s.l. sind allesamt Braunfäuleerreger, Tyromyces sind Weißfäuleerreger), ein paar hyphenmerkmale, die Sporenform und eventuell die makrchemische Reaktion mit Schwefelsäure.

    Das aber wirklich nur als Randnotiz, denn Geruch hin oder her (ist halt wirklich nicht konstant) kommt hier nix Anderes raus als Trametes suaveolens. :wink:


    LG; Pablo.