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Ein leuchtender Erstfund letzten Sommer

  • Hallo Pilzfreunde


    Beim Durchsehen meiner Bildergalerie bin ich auf einen leuchtend gelben Erstfund vom Juni 2019 gestoßen.


    Dieses eine Bild scheint mir passend für ein kleines Rätsel.


    Was glaubt ihr? Welcher Pilz versucht da vergeblich, sich unter dem Streu zu verstecken?


    Liebe Grüße und bleibt gesund

    Matthias

  • Hallo,

    ich sehe da auch einen Täubling ( R. ochroleuca, fellea, solaris) mit Tendenz zum ersten, da der zudem der Häufigste ist.

    LG, Toni

    P.S.: Gerade fällt mir ein. Hier ist auch der Violettstielige Pfirsich-Täubling recht häufig. Der käme auch in Frage. Sorry, man sollte eigentlich nur eine Art nennen. Betrachte es nur so als Gedankenspiel.

  • hallo Matthias!


    ich sag mal, das ist ein formoser Fund!

    Obwohl am kleinen Pilz keine Schuppen zu sehen sind, was ja eigentlich gar nicht passt. Aber auf dem größeren erkenne ich mit viiiiel Phantasie doch ein paar, die zum gelben Fliegenpilz passen könnten!


    wilde Spekulation, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt! :P


    Liebe Grüße

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!


    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!


    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

  • Moin,

    Amanita finde ich schon ganz gut.

    Der Gelbe Fliegenpilz hat aber, glaube ich, auch gelbes Fleisch im Hut.

    Deshalb wäre ich eher bei einem der Scheidenstreiflinge oder ganz vielleicht noch beim Narzissengelben Wulstling .....

    Danke Matthias, fürs Rätsel!

    VG Jan

  • Hi.


    Ich habe hier Null Zweifel an einem Täubling. Die Frage ist halt welcher. Der Ockertäubling ist ja eigentlich eher ein Massenpilz, gefällt mir vom Habitat und Aussehen her aber eigentlich am besten.


    LG.

  • Da mir die Riefung am Hut eher auf eine Amanita Gattung erinnert, vermute ich auch in diese Richtung.

    Gelber Fliegenpilz einloggen.....

  • Ein freundliches Hallo an alle.


    Mich freut eure rege Beteiligung an meinem Rätsel. Heute Abend habe ich mehr Zeit und dann gibt es eine ausführliche Antwort auf eure Vorschläge und auch den einen oder anderen Hinweis.


    LG Matthias


    Ps: manche Vorschläge sind gar nicht so weit weg.😉

  • Servus!


    Ich bin da auch mal gespannt.
    Ausgehend vom Habitus, Struktur der Huthaut und auch der Form der Hutrandrippung würde ich jetzt von einem Täubling ausgehen.
    Mit denen kenne ich mcih aber nicht aus, also warte ich mal lieber ab.



    LG; pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • So, das hat heute doch noch länger gedauert, als vermutet. Aber lieber etwas später, als gar nicht.


    Die Idee mit dem Gelben Fliegenpilz (Amanita muscaria var. formosa) gefällt mir. Die Velumreste vom zu dieser Zeit wenigen aber 2019 im Gegensatz zum davorigen Jahr doch ab und an mal fallenden Regen abgewaschen, dazu noch diese Riefung am Hutrand - das könnte passen. Doch leider bin ich ihm bisher noch nicht begegnet.


    Auch der Narzissengelbe Wulstling (Amanita gemmata),

    der ja gerne bei Fichte zu finden ist, bzw. einer der gelben Scheidenstreiflinge wäre denkbar. Da habe ich ein Foto, das ein etwas jüngeres Exemplar der gesuchten Art von der Seite zeigt.



    Jetzt ist der Pilz schon mal eindeutig als Täubling zu erkennen. Den Ockergelben Täubling/Ockertäubling (Russula ochroleuca) - hätte damals diese Pilze beinahe links liegen gelassen, weil ich sie auch zuerst für Ockertäublinge hielt. Doch diese dottergelbe Hutfarbe machte mich dann doch neugierig - kann man nun auch ausschließen.


    Sonnentäubling (R. solaris), den kannte ich bisher noch nicht. Ein wahrhaft schöner Täubling mit durchaus mal passendem deutschen Namen, der aber wegen des milden Geschmacks des Gesuchten auch raus ist.


    Ebenso jetzt der Gallentäubling (R. fellea). Hier finde ich den deutschen Namen jedoch merkwürdig. Galle = bitter; Geschmack Gallentäubling = sehr scharf? Na ja, weiter im Text.


    Dann ist noch der Violettstielige Pfirsichtäubling (R. violeipes). Ein geschmacklich wahrlich polarisierender Pilz. Entweder man liebt ihn, oder man kann ihn nicht ab. Ich mag ihn gern. Auch ist er hier recht häufig zu finden. Leider meist sehr madig. Jedoch scheidet auch dieser aus, da er keine so derart glänzende, sondern eine filzig-matte Huthaut hat. Auch der Gelbton ist ein bisschen heller.


    Jedoch hatte wenige Tage darauf die beiden (R. violeipes und R.xy) an anderer Stelle direkt nebeneinander gesehen. Kein allzu großes Wunder, bevorzugen beide auch ein ähnliches Habitat.


    Apropos Habitat, dazu habe ich noch gar nichts erwähnt. Hier handelt es sich um einen sauren Nadelwald - größtenteils Fichte mit einzelnen Kiefern -, wobei in einiger Entfernung auch einpaar Birken standen.


    Doch welcher ist es denn nun? Damals hatte ich zwar schon einen Verdacht, doch sicher war ich mir keinesfalls. Da der Täublingstest mild ausfiel und somit sicher war, dies ist ein essbarer Täubling, suchte ich mir zwei schöne Exemplare aus, um sie mit nach Hause zu nehmen. Leider musste ich beim Putzen feststellen, dass auch diese madig waren. Zur Hälfte des Stiels waren die Madenlöcher schon deutlich weniger und ich schöpfte Hoffnung, zumindest ein bisschen was noch raus zu bringen.


    Daheim angekommen, bestätigte sich dann meine Vermutung.

    Gelber Graustieltäubling (R. claroflava). Die grauen Verfärbungen kann man hier im Bild deutlich erkennen. Tatsächlich war dann doch noch einiges madenfrei. Geschmacklich gehört er für mich zu den besten Pilzen. Leider gilt er als sehr selten. Darum werde ich in Zukunft nur noch dann einzelne Exemplare mit nach Hause nehmen, wenn auch wirklich genug weitere daneben stehen.


    R. claroflava wird auch als Moortäubling bezeichnet, was mich nochmal zurück zum Habitat bringt. Denn in der Literatur wird angegeben:

    - saurer Boden --> stimmt definitiv, in diesem Waldstück sind Schönfußröhrlinge quasi garantiert; ein weiterer Pilz der sauren Boden mag

    - mooriger Boden --> ganz eindeutig nicht! Der Boden war trocken, nicht die geringste Spur nach Moor.


    Von daher: Glückwunsch Schupfnudel, Jens! Ihr habt die Nuss geknackt!


    Mir jedenfalls hat dieses Rätsel großen Spaß gemacht. Euch allen - inzwischen kann ich das schon sagen - einen schönen Sonntag.


    LG Matthias

  • Hallo Matthias!


    toll aufbereitet! Ein spannende Geschichte!


    Liebe Grüße

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!


    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!


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  • Hallo, Matthias!


    Aha, tolle Sache, und prima dokumentiert. Da sieht man mal wirklich, was "grau anlaufen" bei Täublingen eigentlich bedeutet. :thumbup:



    LG; Pablo.

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