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Und immernoch Austern-Seitlinge

  • Hallo zusammen,


    Gestern fand ich bei unserm Wäldchen "Sauhag" meinen ersten Frauen-Täubling dieses Jahr.



    Trotz der Trockenheit wuchs er da unter einer Eiche. Aber es sollte der einzige bleiben. Aber, was soll ich Euch sagen (würde Snorki sagen), mit Austern-Seitlingen nimmt es gar kein Ende oder geht erst richtig los. Und jetzt sehen sie auch sehr typisch aus.


    Und da waren noch viel mehr.


    Gleich daneben: Dieses schleimige Kerlchen:



    Ich habe ihn ganz leicht mit dem Finger berührt, eine Haut hat der nicht. Man könnze den Finger hineistecken, wie in aufgeschäumtes Wasser. So, wie es aussieht mampft der gerade an einem Kugelpilz. Das alles spielt sich auf einem liegen gelassenem Stapel Buchenstämmen ab. Trameten und ähnliches waren hier im letzten Jahr zu gange.

    Das wäre alles nicht so besonders, wenn nicht ein paar Km weiter auf eben so einem Stapel wieder Austern wuchsen:


    Auch hier waren noch viel mehr.


    Und auch hier fand ich wieder unseren schleimigen Gesellen:


    Allerdings hier ohne Kugelpilz-Futter und darum deutlich magerer.


    Jetzt bin ich gespannt, ob die Experten anhand der Bilder sagen können, wie der wässrige Zellhaufen heist.


    LG,, Diether

  • schöne funde diether, danke fürs zeigen👍

    Ob die schleimpilze so zu bestimmen sind/keine ahnung. Beim ersten könnt ich mir vlt.noch einen stäublingsschleimpilz vorstellen, ist aber geraten.

    Wie sicher bist du dir beim frauentäubling? Nicht dass ich gerade was besseres zur hand hätte/ich tu mich bei denen halt schwer...

    Schönes gebiet jedenfalls wo auch was liegenbleiben darf!

    Lg joe

  • Hallo Leute,


    danke für Eure Antworten. Ja, mit den Schleimpilzen wird es allein mit den Bildern nicht gehen. Ich willl sie aber nicht kaputt machen. Ich glaube aber, dass es sich bei beiden um eine Art handelt. -Auf den Bildern sieht das alles so reichlich aus. Das war aber wirklich alles in dem ganzen Wald. (Jedenfalls, wo ich vorbeigekommen bin.) Noch dazu waren alle Funde neben Wegen. Tiefer im Wald fand ich nichts mehr. Obwohl wir auch eine Menge liegengebliebenes Sturmholz haben. Bei dem Frauen-Täubling bin ich ziehmlich sicher. Soviel grüne gibts ja nicht, allerdings kenne ich nur, was so in Büchern steht, es gibt so viele. Aber so weit stimmt alles, Brüchigkeit und Elatizität der Lamellen usw.. Jedenfalls hat er geschmeckt! Ich tue mich bei anderen Farben auch sehr schwer. -Und feuchter ist es bei uns auch nicht, Andy, sozusagen furztrocken. Ich wundere mich auch, dass jetzt die Austern so loslegen. Und die Schleimpilze, die so schutzlos aussehen. Sind sie aber wahrscheinlich nicht. In den Holzlagen hält sich die Feuchte wahrscheinlich. Der "Sauhag" liegt liegt im wesendlichen im Lias, bei + - 350m. Das ist die unterste Juraschicht, auch Schwarzjura genannt. In den Bachtälern erreicht der Wald die Käuperschicht (Buntmergel und Sandsteine), zu der die meisten schwäbischen Bergwälder zählen. Kalkhaltig sind alle unsere Böden, bis auf den Schwarzwald. Wenn auch Im Schwarzjura längst nicht so viel Kalk steckt, wie in der Schwäbischen Alb (Weißjura). Eine dicke Löslehmschicht ist charakeristisch für die Filder-Hochebene, in der sich der Schwarzjura bis an den Süden von Stuttgart erstreckt. Verzeiht mir, wenn ich Euch zutexte. Das war 'n knappe Antwort :-).


    LG, Diether

  • Hallo Diether

    Spannend kleine, Exkursion in die Bodenbeschaffenheit. Ich hab mal versucht mittels pH Teststreifen die Säure-Basen Gehalt zu ermitteln... Da dies ja für die Suche der Fruchtkörper auch sehr relevant sein kann. Ich muss gestehen, die Ergebnisse waren nicht sehr aussagekräftig 😬. Aus diesem Grund überlasse ich dies lieber den Profis (Geologen).

    Bei uns in der Schweiz findet man hier wichtige Infos dazu.

    Der Boden

    LG Andy

  • Hallo Andy,

    ich bin auch kein Profi, aber ich habe mich eine Zeit lang für Geologie intressiert und ich finde es tatsächlich spannend. Die Geologie SW-Deutschlands ist ziehmlich interessant, die der Alpen natürlich viel komplizierter. Denkst Du der genaue Ph-Wert ist so wichtig? So eine Übersichtskarte, wie in dem Link, zeigt ja wo Kalk und wo Selikat vorkommt. Ich denke das alleine das schon sehr aussagekräftig ist. Die Teststreifen sind, glaub ich für Flüssigkeiten.

    LG, Diether

  • Hallo Diether,


    eigentlich wollte ich mich zu deinen Austernseitlingsfunden nicht äußern aber deine Funde sehen irgendwie nicht wie solche aus. Meiner Meinung nach hast Du Pleurotus cornucopiae gefunden. Ich finde Austern jedes Jaht zu tausenden und die sehen so aus.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hallo Jörg,


    danke, dass Du es trotzdem noch getan hast. Ich hatte selber Zweifel und wollte die Diskussion noch mal anfachen. Auch die Jahreszeit stimmt gar nicht mehr für Austern. Allein die Eisheiligen solllten nicht gereicht haben, Austern zu aktivieren. Ich habe eher an Pleurotus pulmonaris gedacht. Aber mir fehlen Erfahrung und Wissen um es herraus zu finden. Sehen nicht die Pilze auf Deinem ersten Foto von 2013 nach Rillstieligen Seitlingen aus? Es ist schwer von Fotos aus zu gehen. Die Optiken überschneiden sich in den verschiedenen Stadien.


    LG, Diether

  • Hallo Diether,


    dein Fund kann durchaus der Austernseitling sein, wenn dem so ist dann die ausgebüchste Zuchtform. An Pleurotus pulmonaris glaube ich hier nicht. Dessen Wuchsform, mit den langen und eher dünnen Stielen und dünnfleischigen (jung löffelförmigen) Hüten paßt m.M. nach nicht zu dem. Hier meine Funde vom Vorjahr.



    Die sind aber auch sehr schwer zu unterscheiden.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Danke Jörg für die Bilder.

    Da sieht man deutlich, dass die Lamellen nicht weit herrunter laufen und auch kein Filz am Fuß zu sehen ist. Dann warens wohl doch die Eisheiligen. Oder es sind tatsächlich P. cornucopidae. Wenn es die Austern--Zuchtform ist, hat sie sich im ganzen Wald verbreitet.


    LG, Diether

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