Hallo, Besucher der Thread wurde 882 mal aufgerufen und enthält 28 Antworten

Da bräuchte ich nen kleinen Schups!

  • Hallo zusammen,

    nun komme ich mit dem, was mir zur Verfügung steht nicht weiter.

    Klein, 6 cm hoch u. 3,5 cm breit.

    Geruch, nicht da.

    Geschmack, nicht scharf, bitter, nussig nicht pilzig. Dafür eklig muffig!

    Haut, sehr schleimig. Huthaut überstehend u. auch ablösend.

    Lamellen, weiß ganz fein angeheftet oder frei. Sporenbild habe ich angefordert, scheint aber weißlich zu werden.

    Stiel, auch schleimig uneben. Mit Ringzone darüber weiß.

    Standort, Auwald in der Laubstreu. Beim Freilegen ist er umgefallen. Scheint auf der Streu gewachsen zu sein. Hab ihn wieder hingestellt!!

    Cheilos, sind keine zu finden. Oder sie ragen nicht über die Basidolen hinaus. Oder es sind Basidolenähnliche Zystiden?

    Basidien, meist viersporig.

    Auf dem Stiel liegen Haarähnliche Zellen die stark verwoben und verzweigt sind.

    Die Huthaut besitzt ebenso Haarähnliche Hyphen. Diese sind aber nicht so sehr verwoben, stehen mehr ab.


    Die Mikros werde ich nachreichen!

    Freue mich auf den einen oder anderen Schubs in die eine oder andere Richtung.

    LG Rigo

  • Hallo Sabine,

    mir raucht schon der Schädel :) . Der Getropfte R. hatte ich auch schon auf der Liste, aber der obige ist sooo hell. Der Schleim, das erinnert mich irgendwie an einen Schüppling. Aber wo sind die Schuppen, kann eigentlich nicht sein! Bin auch sehr gespannt!

    Gute Nacht LG Rigo

  • Der Schleim, das erinnert mich irgendwie an einen Schüppling.

    Ein Schüppling war auch das erste, woran ich dachte. Da kenne ich schon auch Kandidaten ohne Schuppen, allen voran der Tonblasse Schüppling, den ja auch Uwe für plausibel hält.


    Mich irritiert dabei aber das weiße Sporenpulver - auch wenn das noch nicht sicher ist, vermute ich mal, dass du das nicht allein aus der Lamellenfarbe abgeleitet hast, sondern darauf einen Hinweis hast.


    Aber wenn beim Sporenpulver doch was Bräunliches rauskommt, bin ich beim Tonblassen dabei :)


    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo Sabine u. Uwe,

    Das wird ja spannend bis Morgenfrühe! Ich meine aber auf der Glasplatte ein helles Muster zu erkennen. Nützt nix wir müssen warten.

    LG Rigo

  • Servus!


    Der wird zu 100% weiß absporen, denn es ist ein Schleimschirmling. :wink:
    Ich würde das hier Limacella ochraceolutea nennen wollen, wobei die Gattung wegen Seltenheit aller Arten eher mager bearbeitet ist (und vor allem auch genetische Analysen weitgehend fehlen).



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo, in die Runde!

    Wie Pablo es voraussagte, hat der Pilz weiß abgesport. Werde nun meine Collage der Mikromerkmale bauen und zeige euch das dann. Wenn ich das geahnt hätte, were ich da mit großem gerät rangegangen, Cèst´la vie


    Chapeau, Pablo!

    Sabine u. Uwe, danke für eure Mithilfe!

    LG Rigo

  • Hallo, Rigo.


    Das ist aber auch nix anderes als Glück in dem Fall - wobei: Die Gattung hätte ich schon erkannt, auch ohne eben diese Art schon mal gefunden zu haben.
    Das schleimige Velum (einschließlich Ringzone, die aber so nicht bei allen Arten vorkommt), die nahezu freien Lamellen und das weiße Sporenpulver sind schon recht charakteristisch.
    Rest ist Glück, und nach dem Fund hatte ich mich durch die vorhandene Literatur gearbeitet - viel ist das allerdings nicht: Ludwig, Gröger, FungaNordica, Großpilze BaWü und ganz wichtig: Die monografische Bearbeitung - ohne Genetik allerdings - von Andreas Gminder aus den 90ern.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo zusammen!


    @Pablo, hört sich sooo einfach an, dennoch Hut ab!


    Ich habe derweil meine Mikro - Collage mit den Mikromerkmale fertiggestellt. Dazu muss ich aber sagen, dass ich nur zeige was ich gefunden habe. Ich habe außer bei "Interhias" keine vergleichbaren Mikroaufnahmen zu diesem Pilz gefunden. Das Mikroskopieren war auch sehr schwierig, irgendwie schwer zu fokussieren. Die Abbildung der Sporen ist dann besonders schwergefallen. Die Sporen sind so winzig, 3-4,5 µm, dass ichs nicht schaffte sie gescheit abzubilden. Da ist meine Apparatur am Ende ihrer Leistungsfähigkeit.


    LG Rigo

  • Hallo zusammen,


    Sieht für mich verdächtig nach Limacella illinita aus (oder Zhuliangomyces illinita, wie er jetzt so schön heisst). Passt makroskopisch, Sporengrösse auch.

    Habe mal Foto und Sporen-Mikro von meinem letztjährigen Fund angehängt

    .

    Gruss Raphael

  • Salve, Raphael!


    Toller Fund und starke Dokumentation. :thumbup:
    Das ist in der Tat ziemlich genau das, was ich mir unter "Limacella" illinita vorstelle. Rigos Fund würde ich dennoch eher für L. ochraceolutea halten (sensu Gminder, Ludwig et Al.), wegen dem stärker ausgeprägten Velum partiale, das auch eine +/- deutlich abgesetzte Ringzone bildet, und den vor allem auf dem Hutscheitel intensiveren Farben mit goldgelbem / honiggelben Farbton. Die Lamellen würden dann im Alter oder auch ev. beim Trocknen einen mehr cremegelben Farbton annehmen.


    Zum vergleich mal noch mein (bisher einziger) Fund von dem, was ich für Limacella ochraceolutea halte (leider ohne Huthaut und Stielrinde):




    Du hast nicht zufällig noch aktuellere Literaturempfehlungen zu der Gattung, Raphael?
    Weil ich habe nichts Aktuelleres als die oben angegebenen Quellen; so richtig erschöpfend finde ich das nicht.
    Wäre wirklich interessant, wenn's da noch noch weitere Bearbeitungen zu gibt.



    LG; Pablo.

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  • Hallo, habe noch bei Breitenbach/Kränzlin ein Foto von beiden Arten mit Mikrozeichnung.

    illinita hat eine stark gelatinisierte HDS, ochraceolutea weniger stark. Ist aber schwer das anhand des Fotos oben zu entscheiden. Ansonsten hilft das Mikroskop nicht weiter.

    L. illinita kann auch eine Ringzone haben, vor allem an jungen FK (Ludwig nennt es "kantige Struktur", was eigentlich gut zum Foto passt). Der Stiel ist weisslich, bei ochraceolutea ist er ockergelb bis gelbbraun. Drum schien mir illinita besser zu passen. Aber wirklich entscheiden kann man das wohl nur mit dem Pilz in den Fingern.


    Beorn: Deinen Fund würde ich auch für ochraceolutea halten. Würde ich auch gerne mal finden...

  • Hallo Raphael u. Pablo,

    also ich kann da nun nicht mitreden, nur halt erwähnen, dass der Hut schon sehr gallertig war. Mehr als nur schleimig und kaum händelbar dadurch. Und so sieht das letzte Drittel des Hutes nun aus!

    LG Rigo

  • Bon Jour!


    Wenn ich das bei Gminder richtig verstanden habe, müssten die ja alle eine gelifizierte Huthaut haben. Die Gruppe mit rasch abtrocknender Huthaut wäre diese glioderma / furnacea - Gruppe. Der Ockerliche (L. ochraceolutea) müsste dann tatsächlich mehr zu der illinita - Gruppe gehören. Kann ja auch sein, daß da mittlerweile was zusammengelegt wurde. Darum auch die Frage nach neuerer Literatur, denn wenn inzwischen auch eine Umkombination statt gefunden hat (Zhuliangomyces), dann müsste ja jemand dazu was geschrieben haben, die Umkombination argumentiert sein und normalerweise auchnicht nur genetisch sondern auch morphologisch erklärbar sein... Muss ich mal gucken, ob ich da noch was finde.

    Ich hatte selbst ja nur den einen oben gezeigten Fund, und illinita noch gar nicht, kann mir also auch kein wirklich gutes eigenes Bild machen.
    Aber die Gattung finde ich ganz spannend, und trotz geringer Artenzahl ziemlich knifflig.



    LG; Pablo.

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  • Hallo Raphael, hallo Pablo,


    Fungi Europaei vol. 9 steht bei mir im Regal.


    Schickt mir eine Nachricht mit eurer Email-Adresse und ich helfe euch weiter.


    Grüße Gerd

  • Hallo, Raphael & Gerd!


    FE 9 ist der Amaniteae - Band von Neville & Poumarat?

    Guter Hinweis, danke! Den hatte ich nämlich bisher gar nicht einbezogen in die Recherchen. Das hole ich nach.
    Danke für den Link zur Umkombination, in der Tat ist das allerdings für die Artbestimmung nicht ergiebig.
    Zu FE9 hätte ich spätestens morgen im Pilzverein zugang, da kann ich das mal genauer angucken. Eine "Sicherungskopie" habe ich tatsächlich davon auch...

    ... eventuell hatten wir da schon mal was ausgetauscht, Gerd. :wink:

    Freut mich übrigens, dich hier wieder zu lesen!



    LG; Pablo.

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  • Hallo,

    konnte heute mit meinem "Starkblauenden Rotfuß" ein paar hundert Meter gehen. Belohnt wurde ich dann mit zwei weiteren Individuen des obigen Pilzes.

    LG Rigo

  • Ich habe mal geschaut, vor zwei Jahren fand ich im November auf Mallorca einen ähnlichen Pilz. Meine Recherche brachte mich mithilfe eines erfahreneren Pilz Kontrolleur auf einen weissen schleim schirmling.

    Glaube das ist ein ähnlicher, da gibt es eine weisse und eine rosa rötliche Variante. Ist das korrekt?


    Lg jens

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