Reizker und Täubling

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 2.362 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (4. November 2020 um 19:58) ist von ReikeT.

  • Hallo liebe Community,

    seit einigen Jahren bin ich nun in der Röhrlingswelt unterwegs und würde gerne meinen Horizont etwas erweitern.

    Heute habe ich deshalb mal drei Exemplare mitgenommen, die mich schon länger interessieren.

    Fundort war Mischwald aus Kiefern und Fichten.

    Meine Vermutungen:

    Der orange könnte ein Lachsreizker sein. Beim Anschnitt tritt rötliche Milch aus. Der Stiel ist hohl. Die Kappe ca 8cm groß und nicht grünlich verfärbt. Gibt es hier giftige Doppelgänger?

    Bei den anderen beiden bin ich mir sehr unsicher. Der Stiel ist auch hier hohl.

    Viele Grüße

    Pfiffer

  • Hallo Pfiffer,

    dein Lachsreizker ist mMn ein Edelreizker (Lactarius deliciosus), da sich die Milch gar nicht weinrot verfärbt. Die anderen beiden sind möglicherweise Buckeltäublinge (Russula amara), das natürlich nur, wenn die Hutmitten auch buckelig waren.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Pfiffer,

    deinem Namen nach kommst du aus Franken. Zumindest ich habe bei uns bisher kaum Tannen in den Wäldern gesehen, daher wirst du hier auch nie einen Lachsreizker finden, da dieser den genannten Baum zwingend benötigt. Und du schreibst ja auch von einem Kiefern, Fichten-Wald. Verwechseln kannst du Reizker, beim Beachten der orangeroten Milch, mit keinem Giftpilz.

    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Pfiffer

    hast Du an dem Täubling mal gerochen? Falls ja, kannst Du den Geruch mal beschreiben? Mir sieht zumindest bei dem einen die Hutmitte deutlich eingedrückt, nicht gebuckelt aus.

    viele Grüße

    ReikeT

  • Hallo zusammen,

    vorerst vielen Dank für eure schnellen Antworten! Mittlerweile habe ich etwas recherchiert und festgestellt, dass das Thema Täublinge sehr komplex ist. ?(

    Steigerwaldpilzchen : Mit deiner Annahme liegst du ziemlich richtig. Gebürtiger Oberpfälzer aber seit längerem schon in Franken lebend. Damit passt auch deine Einschätzung zu den Tannen und dem Reizker. Vielen Dank! :)

    ReikeT : Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass die beiden Täublinge nicht vom selben Platz sind. Der große ist tatsächlich buckelig. Der kleine dagegen aber Trichterförmig. Beide sind aber violette und riechen eher nussig, angenehm mild (soweit meine Nase das beurteilen kann).

    Viele Grüße
    Pfiffer

  • Hallo Pfiffer

    Es gibt in der Tat leichtere Gattungen als die Täublinge, um Dein Wissen zu erweitern.

    Wir wäre es mit Glucken, Bovisten, Schopftintling oder Pfifferlingen? Die sind zumindest leichter beherrschbar.

    Bei Täublingen brauchst Du zumindest immer gute Detailfotos, Habitat Beschreibung, Geruch, Geschmack (korrekt ausgeführt!), Test auf Brüchigkeit von Lamellen, Stielfestigkeit, Abziehbarkeit der Huthaut und idealerweise Sporenfarbe. Und selbst dann kannst Du häufig nur eingrenzen. Nicht einmal mit mikroskopieren kommst Du immer ans Ziel.

    Viele Grüße

    ReikeT