Hallo, Besucher der Thread wurde 1,9k mal aufgerufen und enthält 16 Antworten
  • Moin Pilzianer,


    das Wochenende war endlich mal wieder pilztechnisch ein voller Erfolg. Es gab Glucken, Maronen, Birkenpilze und Kuhröhrlinge in Hülle und Fülle und der Pilzmagen wurde endlich mal wieder voll. Drei Glucken liegen ausgebreitet auf den Tischen um zu trockenen und das eine oder andere Gulasch im Winter zu verfeinern.


    Daneben bin ich ja in meiner Pilzfindungs- und bestimmungsphase und da haben es mir die Täublinge besonders angetan. Essen trau ich sie mir noch nicht aber bestimmen kann man ja versuchen. Leider ist dies manchmal nicht ganz so eindeutig und so gibt es die eine oder andere Frage hier im Forum.


    Ich habe drei Täublingsarten identifizieren können. Alle drei sind definitiv Sprödblättler. Beim Roten dachte ich an einen Speisetäubling da auch der Stiel leicht rötlich angehaucht war und freute mich schon. Leider hat die Kostprobe nach einiger Zeit eine deutliche Schärfe ergeben, so dass dies ja nicht sein kann. der bräunlich-lilane war beim Kosten sehr mild und blieb es auch, konnte jedoch anhand meiner Literatur nicht bestimmt werden. Der gelbliche wiederum war sofort scharf. Vielleicht könnt ihr mir einen Hinweis geben.


    Liebe Grüße, André

  • Hallo,


    da hast du dir was eingebrockt mit den wenigen Angaben ausgerechnet Täublinge bestimmen zu wollen. :wink: Das ist eine recht komplizierte Gattung, daher ist folgendes nur eine Mutmaßung:


    Ökologie: Da du Butterpilze gefunden hast, warst du in einem Kiefernwald unterwegs?


    - Bild 1 Mitte, Bild 2, Bild 5: Wenn der nach einiger Zeit erst scharf wurde, würde ich den Heimtückischen Täubling Russula badia vermuten würde. Die ockerlichen Flecken auf Bild 5 passen dazu. Die Hutfarbe schwankt von rötlich über bronzefarben nach violett.

    - Bild 1 links, Bild 3, Bild 6: Im Kiefernwald findet man den Buckel-Täubling Russula caerula, der so aussieht. Der ist im Fleisch mild, die Huthaut jedoch etwas bitter.


    - Bild 1 rechts, Bild 4, Bild 7: Der gelbe kann schon sofort scharf gewesen sein, aber erträglich. Dann ist's ein Ocker-Täubling Russula ochroleuca.


    Gut wäre auch wenn du die Bilder etwas nummernieren und in der Reihenfolge nicht alles durcheinander zeigt. Sonst muss man erst mal zuordnen welches Bild welche Art zeigt.

    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Thiemo,


    Ja, ich habe erst gesehen als der Beitrag oben war, dass die Reihenfolge der Fotos sich verändert hatte. Eigentlich sollten die Fotos pro Pilz zusammen gehören. Macht ja sonst auch keinen Sinn. Ja, Kiefernwald war auch ein Volltreffer. Auch ein Fehler von mir, den Fundort nicht zu beschreiben. Sorry, wird besser. Ich habe mir jetzt den BLV Pilzführer bestellt, da werde ich sicher schlauer als mit dem Werk von R.Lüder, welches ich aber generell toll finde, nur zu wenig Pilze eben. Die Entscheidung für Sprödblättler ist ein wenig aus dem Sicherheitsgedanken gefallen, das es eben die Täublingsregel und die „blutenden“ Reizker gibt. Trotzdem möchte ich dann irgendwann wissen, welche Art ich da gegebenenfalls auf dem Teller habe. Nur zu wissen, dass sie ungiftig ist, reicht mir nicht.


    Danke für deine Unterstützung

    LG André

  • Hallo Andre,

    so viele wirklich gut schmeckende Täublinge gibt es gar nicht. Ich würde dazu zählen: den Frauentäubling, den Grüngefelderten Täubling, den Grünen Speisetäubling (alle nur im Laubwald), den Wieseltäubling, den Apfeltäubling (beide nur im Fichtenwald) und den Fleischroten Speisetäubling (im Laub- und Fichtenwald). Im Kiefernwald fällt mir jetzt noch der Orangegelbe Graustieltäubling ein. Die könnte man auswendig lernen, um nicht immer wieder in scharfe Täublinge beißen zu müssen zwecks Verkostung. In einem guten Pilzbuch sollten die auch alle beschrieben und abgebildet sein.

    Auch bei den Milchlingen gibt es nur wenige gut schmeckende Arten, nämlich die bei Kiefern wachsenden Reizker, dann am ehesten noch den Mohrenkopfmilchling und den Brätling (beide im Fichtenwald).

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Danke StephanW. Ja, dies sollte möglich sein. So viele sind es nicht. Zumal ich am Samstag ca. eine Stunde nach der "Verkostungsaktion" kurzzeitig Magenschmerzen hatte, oder dies mir zumindest eingebildet habe. ;) Wäre es theoretisch möglich, selbst bei so kleinen Stücken, welche ja auch wieder ausgespuckt werden, eine Reaktion zu merken?


    LG André

  • Zumal ich am Samstag ca. eine Stunde nach der "Verkostungsaktion" kurzzeitig Magenschmerzen hatte, oder dies mir zumindest eingebildet habe. ;) Wäre es theoretisch möglich, selbst bei so kleinen Stücken, welche ja auch wieder ausgespuckt werden, eine Reaktion zu merken?

    Eine biologische Giftwirkung halte ich unter diesen Umständen für ausgeschlossen.


    Psychosomatisch halte ich das jedoch für plausibel. Es gibt einen berühmten "Vergiftungsfall", bei dem eine Familie ein Pilzgericht gegessen hat und die Reste an den Hund verfüttert hat, der kurz darauf starb. Einige (alle? Weiß ich nicht mehr genau), die die PIlze gegessen hatten, bekamen daraufhin Magen-Darm-Symptome, weil sie dachten, das Pilzgericht sei vergiftet gewesen. War es aber nicht, der Hund war an ganz etwas anderem gestorben.


    Ich hatte auch kürzlich einen "Vergiftungsfall", bei dem eine Dame heftigen Durchfall hatte, den sie darauf zurückführte, dass sie am Tag zuvor Karbolegerlinge zubereitet und an den Dämpfen geschnuppert hatte (was dann so eklig roch, dass sie die Pilze zum Glück entsorgt hat), und die Pilze auf einem Brettchen geschnitten hatte, auf dem sie später auch noch Gemüse geschnitten hat.


    Stephan, zumindest die Fichtenreizker müssen für mich unbedingt noch mit auf die "Leckerliste".


    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo Andre,

    Christoph Hahn, einer der besten Mykologen in Deutschland, berichtete neulich vom Fall eines Hobbymykologen, der beim Rotstieligen Ledertäubling (Russula olivacea) eine Kostprobe gemacht und die Probe verschluckt haben soll und daraufhin ins Krankenhaus musste. Also Kostproben bitte ausspucken, sofern der Rotstielige Ledertäubling nicht von Vornherein ausgeschlossen werden kann, dann sollte es eigentlich keine Probleme geben. Bei den von mir genannten Täublingen und Milchlingen wird von der DGfM nicht mal eine empfohlene Mindestgarzeit angegeben, so dass man diese im Gegensatz zu "normalen" Wildpilzen eigentlich nur kurz, also ein paar Minuten erhitzen muss.


    Hallo Sabine,

    dann kommen sie halt noch mit auf die Leckerliste, aber ausdrücklich nicht in meinem Namen, sondern in deinem:)<X. Nur falls dem Andre schlecht werden sollte wenn er sie isst.


    Freundliche Grüße

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo miteinander


    Dann dürfen aber der Lachsreizker und der Kampfermilchling auch nicht fehlen.


    Und von den Täublingen der Gelbe Graustieltäubling und der Violettstielige Pfirsichtäubling. :wink:


    LG Matthias

    Bei allen online "bestimmten" Pilzen handelt es sich lediglich um Bestimmungsvorschläge.


    Gezeigte Pilze zu 100 Prozent sicher nur über Bilder zu bestimmen ist nicht möglich, deren Verzehr kann im schlimmsten Falle tödlich enden!

    Eine Verzehrfreigabe gibt es ausschließlich vom Pilzsachverständigen/Pilzkontrolleur/Pilzberater vor Ort!


    Finde HIER den nächstgelegenen PSV

  • Dann sind wir aber wieder beim Thema: wie erkenne ich die? Meine Tipps waren ausdrücklich für Anfänger gedacht und nicht für Täublings- oder Milchlingsgourmets, die ihre Spezialarten für die besten halten.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Der Pfirsichtäubling ist mit seiner samtigen Huthaut und dem "wachsartigen" Stiel auch für Anfänger leicht kenntlich. Der Gelbe Graustieltäubling spielt in der selben Liga, wie der von dir genannte Orangegelbe.


    Anfänger werden sowieso Edel-, Fichten- und Lachsreizker munter untereinander verwechseln - doch das macht gar nix. Und auch den Kampfermilchling sollte man mit einem kleinen bisschen Übung leicht erkennen.


    Also nix für ungut.


    LG Matthias

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  • Danke, dass ihr alle so besorgt seid.:thumbup: Und das nicht nur um die Gesundheit sondern auch um den kulinarischen Hochgenuss. ;) Ich stelle mir gerade eine Lernliste mit den hier genannten Arten zusammen und dann wird fleißig gepaukt. Ich esse nun mal Pilze für mein Leben gern und gesund sind sie (wenn nicht gerade belastet) ja auch noch. Hoffentlich dauert die Saison noch ein paar Tage.


    LG André

  • Hallo zusammen

    Ihr macht mich mit den Reizkern ganz kirre. Muss auch Mal weicher probieren


    Die essbaren sind doch, wenngleich man die untereinander nicht sicher differenzieren kann, grundsätzlich an ihrer roten Milchfarbe erkennbar, richtig?


    Viele Grüße

    ReikeT

  • Hallo Reike

    Generell sind alle Milchlinge(!) mit orange/roter Milch essbar.


    LG Matthias

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  • Hallo,


    Christoph Hahn, einer der besten Mykologen in Deutschland, berichtete neulich vom Fall eines Hobbymykologen, der beim Rotstieligen Ledertäubling (Russula olivacea) eine Kostprobe gemacht und die Probe verschluckt haben soll und daraufhin ins Krankenhaus musste. Also Kostproben bitte ausspucken, sofern der Rotstielige Ledertäubling nicht von Vornherein ausgeschlossen werden kann, dann sollte es eigentlich keine Probleme geben


    Von diesem Fall habe ich auch gelesen. Roh scheint der Rotstielige Ledertäubling empfindlich Magen-Darm giftig zu sein. Gut vergleichbar mit den Rotkappen. Da er ebenfalls recht festes Fleisch hat, kann es schnell mal vorkommen, dass die erforderliche Kerntemperatur in den Pilzstücken beim Kochen nicht lang genug erreicht wird und nach der Mahlzeit Probleme auftreten.

    Es kommt wirklich darauf an die Geschmacksproben auszuspucken. Ich hatte kürzlich R.olivacea zweimal im Wald probiert - Probleme gab es durch die fachgerechte Kauprobe keine.


    LG Thiemo

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  • Hallo Stephan,


    danke für die spannende Information zum Rotstieligen Ledertäubling. Das wusste ich noch nicht.

    Es kommt wirklich darauf an die Geschmacksproben auszuspucken. Ich hatte kürzlich R.olivacea zweimal im Wald probiert - Probleme gab es durch die fachgerechte Kauprobe keine.

    Mir geht es wie Thiemo - ich hatte den auch vor wenigen Wochen erst probiert und brav ausgespuckt - keine Probleme.


    Beste Grüße

    Sabine

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