Hallo, Besucher der Thread wurde 2k mal aufgerufen und enthält 19 Antworten

Richtig bestimmt? Teil 2

  • Hallo Community,


    ich beschäftige mich erst seit kurzem mit den verschiedenen Pilzarten und will Schritt für Schritt mein Wissen aufbauen.

    Ich habe neulich Pilze gesucht und versucht zu bestimmen. Wäre lieb wenn ihr meine Bestimmungen verifizieren könntet :)


    1.) Rettichhelmlinge


    2. Violetter Rötelritterling


    3.) Bauchwehkoralle


    4.) Steinpilz (Wenn ja, welcher?)


    5.) Gelber Knollenblätterpilz


    6.) Orangebecherling


    Das wars erstmal! Bin gespannt auf meine Quote und schon mal vielen Dank für eure Meinungen ;)


    Viele Grüße!

    Gnolli

  • Hallo Gnolli und willkommen im Forum!


    Eine schöne Sammlung hast Du da zusammengetragen!


    1 für etwas zu wenig Rosa und violett dabei...

    2 :thumbup:

    3 möglich ist hier sehr viel! Korallen sind sehr schwierig zu bestimmen, herade ohne Mikroskop

    4 da hast Du einen Maronenröhrling erwischt, auch essbar.

    5 möglich, aber da gehen mir ein paar Details ab, z.b. Fotos der Lamellen, vom Ring ein Querschnitt durch den Pilz,... zudem ist der ja auch noch recht jung. Aber trotzdem kannst Du da richtig liegen

    6 :thumbup:



    Weiter so! Und viel Spass beim neuen Hobby!


    Liebe Grüße

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!


    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!


    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

  • Hallo Gnolli,


    auch von mir herzlich Willkommen!


    Nur der Vollständigkeit halber, da du sagst, das Hobby ist für dich neu:

    4 da hast Du einen Maronenröhrling erwischt, auch essbar.

    ...in dem Zustand, den du zeigst, allerdings nicht mehr.


    Bei deiner 5 fehlen mir so ein bisschen die giftig-gelbgrünen Farbanteile beim Hut, so dass ich den Narzissengelben Wulstling auch in Erwägung ziehen würde (wobei ich den Gelbton, den ich damit verbinde, auch nicht so 100%ig sehe).


    Beste Grüße

    Sabine

  • Danke für eure Antworten und Willkommensgrüße :)

    1 für etwas zu wenig Rosa und violett dabei...

    Tatsache! ^^ Könnte es sich dann stattdessen um den Buntstieligen Helmling handeln?

    Hier ist der Stiel nochmal deutlicher zu erkennen:

    Mit etwas Phantasie könnte man den typischen Farbwechsel im Stil eventuell ja erkennen ;)


    4 da hast Du einen Maronenröhrling erwischt, auch essbar.

    Interessant, davon bin ich als erstes ausgegangen. Dann haben mich die eher weißen Röhren irritiert und die Tatsache dass er überhaupt nicht gebläut hat. War der Pilz dafür einfach schon zu alt?


    ...in dem Zustand, den du zeigst, allerdings nicht mehr.

    Danke für den Hinweis! Er hat auch schon sehr nach Käse gestunken :sick:


    Viele Grüße

    Gnolli

  • Hallo Gnolli,

    Interessant, davon bin ich als erstes ausgegangen. Dann haben mich die eher weißen Röhren irritiert und die Tatsache dass er überhaupt nicht gebläut hat. War der Pilz dafür einfach schon zu alt?

    Das Weiße halte ich für Schimmelüberzug, oder ein anderes Zeichen des Verfalls. Das bekommen Maronen häufig, wenn sie verderben und dabei nicht vertrocknen. Ob es tatsächlich richtiger Schimmel ist, der dann am besten auch noch schön pelzig wird nach einer Weile, habe ich noch nicht beobachten können. Aber das ist jedenfalls etwas, das man im Auge behalten sollte, wenn man sich nicht den Magen verderben möchte.


    Beste Grüße

    Sabine




  • Hallo Gnolli,


    dein "Rettich-Helmling" hört auf


    "Mycena galericulata" (Rosablättriger Helmling).


    Grüße Gerd



  • Hallo Gnolli,

    herzlich willkommen im Forum.


    Von deinem ersten Pilz zeigst du auf dem zweiten Foto die Unterseite des Helmlings.


    Dort sind sehr gut die Querverbindungen (Anastomosen) der Lamellen zu erkennen. Sie sind neben den manchmal erst am darauffolgenden Tag rosa gefärbten Lamellen, Wachstumszeit und Vorkommen auf Holz wichtige makroskopische Bestimmungsmerkmale für diesen Pilz.


    LG Roswiha

  • "Mycena galericulata" (Rosablättriger Helmling).

    Danke Graubart!


    Dort sind sehr gut die Querverbindungen (Anastomosen) der Lamellen zu erkennen. Sie sind neben den manchmal erst am darauffolgenden Tag rosa gefärbten Lamellen, Wachstumszeit und Vorkommen auf Holz wichtige makroskopische Bestimmungsmerkmale für diesen Pilz.

    Danke für den kleinen Leitfaden, werde ich in Zukunft heranziehen :)


    Ich war heute auch wieder unterwegs (dieses Mal in der Fahlen Heide bei Gifhorn) und habe wieder so einiges gefunden.

    Es folgen wieder Aufnahmen und Bestimmungsversuch:


    1.) Grünblättriger Schwefelkopf


    2.) Kampfermilchling


    3.) Flaschenstäubling


    4.) Klebriger Hörnling


    Bin gespannt wie ich diesmal liege ;)

    Danke schon mal für eure Einschätzungen!


    Viele Grüße

    Gnolli

  • Gnolli

    Hat den Titel des Themas von „Richtig bestimmt?“ zu „Richtig bestimmt? Teil 2“ geändert.
  • Hallo Gnolli!


    Schöne neue Funde! Macht Spaß wieder los zu ziehen, um wieder neues zu entdecken, oder?? kommt mir bekannt vor! :wink:


    1. Grünblättriger SK hätte ich auch gesagt

    2. Milchling wahrscheinlich, aber welcher... keine Ahnung!

    3. Ein alter Veteran eines Flaschenbovistes!

    4. Klebriger Hörnling klingt auch sehr gut bei so vielen Kiefern und Fichtennadeln!


    Top Ergebnis! :thumbup:


    Ein Tipp noch: Mach doch mit neuen Bildern ein neues Thema auf, dann wird es beim durchscrollen etwas übersichtlicher.


    Liebe Grüße!

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!


    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!


    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

  • Schöne neue Funde! Macht Spaß wieder los zu ziehen, um wieder neues zu entdecken, oder?? kommt mir bekannt vor!

    Danke für die Bewertung und ja es macht sehr viel Spaß! Man geht ganz anders durch die Wälder und man hat noch einen zusätzlichen Grund überhaupt wandern zu gehen :wink:

    Freut mich, dass ich dieses Mal vermutlich richtig gelegen habe.


    2. Milchling wahrscheinlich, aber welcher... keine Ahnung!

    Dass es Milchlinge waren, da war ich mir eigentlich sicher. Spröder Stiel, zwischen den Lamellen austretende Milch, Stilbruchstellen wässrig/milchig. Da der Stiel so dunkel ist, dachte ich jetzt es ist der Kampfermilchling. Habe aber geschwankt zwischen ihm und dem Rotbraunen Milchling, der aber wohl bis auf den Hut etwas heller ist und anders riecht.

    Ein Tipp noch: Mach doch mit neuen Bildern ein neues Thema auf, dann wird es beim durchscrollen etwas übersichtlicher.

    Mach ich 8)


    Viele Grüße

    Gnolli

  • Hallo Gnolli


    Die wässrige Milch würde schon auch für den Kampfermilchling sprechen. Eine Geschmacksprobe würde reichen, um ihn vom Rotbraunen Milchling zu unterscheiden. Der Kampfermilchling bleibt mild im Geschmack. Der Rotbraune wäre zuerst auch mild, wird dann aber doch recht scharf. Einfacher wäre da noch der Geruch. Der Kampfermilchling riecht - meist erst nachdem er eine Weile vom Myzel getrennt ist - ganz typisch nach Maggi, Liebstöckel.


    LG Matthias

  • Eine Geschmacksprobe würde reichen, um ihn vom Rotbraunen Milchling zu unterscheiden. Der Kampfermilchling bleibt mild im Geschmack. Der Rotbraune wäre zuerst auch mild, wird dann aber doch recht scharf

    Hallo Matthias,


    Geschmacksprobe hatte ich gemacht, auch nach längerer Zeit wurde da nichts scharf.

    Allgemeine Frage dazu: Milchlinge sind ja eine Unterart der Täublinge, für die man ja die Geschmacksprobe anwenden kann. Jetzt habe ich allerdings bei meiner Recherche zum Kampfermilchling gelesen, dass es auch giftige Milchlinge gibt (zum Beispiel der Maggipilz), die aber einen milden Geschmack haben.

    Gilt die Geschmacksprobe also nicht für Milchlinge?


    Viele Grüße

    Gnolli

  • Hallo Gnolli.


    Täublingsregel (mild = essbar; scharf, bitter oder sonst irgendwie unangenehm = ungenießbar/giftig) ist bei allen weiß milchenden Milchlingen anwendbar. Bei orangeroter Milch braucht man nicht probieren, denn dann hat man einen Reizker = essbaren Milchling; wenn es sich denn um einen Milchling handelt, denn es gibt auch Helmlinge, die orange milchen. Der Maggipilz, fälschlicherweise oft auch Bruchreizker genannt, sondert eine kristallklare Flüssigkeit ab. Somit gilt die Täublingsregel nicht für ihn.


    LG Matthias

  • Ahoi!


    Zwei, drei kleine Funfacts zu Milchlingen:
    Das ist eine Gattung, keine "Unterart" ("Unterarten" gibt es bei Pilzen nicht). Die Gattungen Lactarius (Milchlinge) und Russula (Täublinge) gehören zur selben Familie (Russulaceae), übrigens auch zusammen mit einigen hypogäischen Pilzen und auch einigen Rindenpilzen und Porlingen.

    Der Kampfermilchling (Lactarius camphoratus) hat keine wäßrige, sondern weiße Milch - sofern er denn noch Milch abgeben kann. Das ist immer ein vergängliches Merkmal bei allen Milchlingen und in erster Linie abhängig vom Alter der fruchtkörper und den Witterungsverläufen. Wenn aus dem hier "durchsichtige Milch" kam, dann kam da in Wirklichkeit gar keine Milch mehr raus. Sondern Wasser, das der Fruchtkörper beim Vergehen aufgesaugt hat. Der einzige europäische Milchling mit klarer MIlch ist tatsächlich Lactarius helvus (Maggipilz), und der sieht völlig anders aus.

    Neben dem Maggipilz ist aber der Kampfermilchling die einzige Art, die getrocknet (!!!) maggiartig riecht. Getrocknet ist hier entscheidend: Denn frisch und gut durchfeuchtet riechen beide Arten (oft) unspezifisch. Rotbraune Milchlinge mit weißer Milch und +/- glattem Hut (also nicht pelzig, haarig, filzig; runzlig oder so oist was Anderes!) gibt es haufenweise. Jede Menge ähnliche Arten... Da muss man schon genauer hingucken - oder eben trocknen und Glück haben, daß es nach Maggi riecht.


    So gut wie alle Milchlinge sind weitestgehend ungiftig.
    Der Maggipilz (Lactarius helvus) dürfte noch am problematischsten sein, kann aber in geringen Mengen durchaus problemlos als Würzpilz verwendet werden.
    Es gibt auch viele scharf bis irrsinnig scharf schmeckende Milchlinge, die bei richtiger Zubereitung wunderbare Speisepilze sind (und natürlich auch ungiftig).

    Ungiftig meint dabei immer: In maßvollen Mengen verzehrt. Ordentlich durchgegart oder anderweitig zubereitet (siliert, fermentiert etc.).

    Eine bedrohlich giftige Milchlingsart ist mir nicht bekannt, jedenfalls in Europa dürfte es sowas nicht geben.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,


    das is eine super hilfreiche Zusammenfassung für uns Anfänger und vmtl auch für viele Fortgeschrittene!
    Beim stillen Mitlesen habe ich mir das schon einige Male gedacht.
    Meinst du es gäbe eine Möglichkeit, diese besonders hilfreichen Bestimmungsregeln irgendwo zu sammeln und zu einem langsam wachsenden Nachschlagewerk zu machen?


    Man könnte vlt einen neuen Ordner "Bestimmungsregeln" anlegen, in dem man zB alphabetisch sortiert "Lycoperdon" "Macrolepiota" "Polyporaceae" "Russulaceae" (ohne Rücksicht auf taxonomischen Rang) finden könnte, wenn man direkt nach Bestimmungsregeln für diese Gruppierung sucht.

    Dann müsstest du auch nicht immer alle Anfängerregeln hundert Mal erklären, sondern könntest höflich darauf verweisen : D


    Die Suchmaschine hat natürlich schon einige dieser Tipps parat, aber so ausführlich wie im obigen Beitrag fehlt mir das irgendwie.
    Also mir würde das sehr helfen!
    Wie seht ihr das?

    Oder gibt es schon etwas Ähnliches und ich habe es nur nicht gefunden?


    Viele Grüße

    Ellen

  • Hallo, Ellen!


    Es wäre sicher schön, aber auch ein gewaltiger Arbeitsaufwand, erst recht für eine einzelne Person.

    Freilich gibt es solche "Bestimmungsanleitungen" auch schon, in (zugegeben rudimentärer Form) auf verschiedenen Allround - Seiten im Netz, auch in ordentlichen Bestimmungsbüchern. Richtig interessant wird es dann, wenn man Gattungsmonografien liest. Die braucht man ohnehin, wenn man sich irgendwann etwas in einzelne Themen vertiefen will.

    Da jedenfalls ist immer auch eine umfangreiche Anleitung enthalten, wie man die Pilze der speziellen Gattung bestimmt, beobachtet und bearbeitet.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,


    meine Idee war nicht jetzt auf einen Schlag alle nützlichen Kommentare neu anzulegen.
    Man könnte doch so einen Ordner eröffnen (weiß nicht ob das jeder kann?) und dann könnte jeder, der einen hilfreichen Kommentar findet diesen dort, mit dem richtigen Namen versehen, einfügen.
    Geht das nicht?

    Grüße Ellen

  • Hallo


    Ich denke ,das der Ansatz von Pablo über die Gattung zu gehen ,am sinnvollsten ist , un d den gibt es doch bei123Pilze:


    Pilz - Gattungen Schnellkurs (Gruppeneinteilung der Pilze - Schwammerl)



    Der nächste Schritt wäre dann die 123Pilzsuche mit den sehr ausführlichen Beschreibungenund Photos für jede Art.


    Oder habe ich das Problem nicht richtig verstanden???


    Und ich wünsche mir noch den Moser zu Weihnachten!! So!


    lG

    Ulrich

    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt Dir das Thema und willst auch Du etwas dazu schreiben, dann melde dich bitte an.
    Hast Du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst Du das Forum uneingeschränkt nutzen.