Cerioporus squamosus?

Es gibt 21 Antworten in diesem Thema, welches 4.707 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (15. November 2022 um 07:08) ist von Marcus.

  • Hallo,

    in einem Laubwald sah ich am 09.05.2021 diesen Pilz, Hutdurchmesser ca. 10 cm , Stiel ca. 5 cm dick, Geruch neutral. Ich meine, es könnte Cerioporus squamosus sein.

    VG Marcus

    • Offizieller Beitrag

    Ahoi!

    Es ist bei den Schuppigen Porlingen öfters mal so, daß man den leicht mehlartigen Geruch anfangs nicht wahrnimmt. Ähnlich wie bei Champignons und vielen Ritterlingen, die man ein wenig piesacken muss (quetschen, rubbeln, zerkrümeln usw.) um ihnen ihren Geruch zu entlocken, ist das hier ebenso. Jung ist der Geruch bei C. squamosus meistens stärker ausgeprägt, kann aber bei trockener Witterung auch mal nur schwach wahrnehmbar sein.


    LG; Pablo.

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für die Bestätigung. Einen besonderen Geruch, insbesondere nach Mehl oder Nuss habe ich leider nicht wahrgenommen. Sollte ich also nach dem Regen in den nächsten Tagen noch einmal hin und quetschen etc? Die letzten Tage war es hier doch ziemlich trocken und gerade gestern und heute auch ziemlich warm.

    VG Marcus

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Marcus!


    Die fruchtkörper dieser Art sind erstaunlich dauerhaft. Wenn die also in der Zwischenzeit nicht von Mensch, Schnecke oder Wolpertinger aufgegessen wurden, dann sind die sicher noch ein paar Wochen zu bewundern. Die hier sind noch recht jung und sehen frisch aus, da müsste man auch für einige Tage noch den Geruch erkennen können. Wenn du da nochmal vorbei kommst, mach ruhig ein Stückchen von einem der Hüte ab, knautsch das etwass in der hand und dann mal gucken, wie das riecht. :wink:


    LG; pablo.

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Beiträge. Leider war es mir heute dann doch zu feucht für einen erneuten Besuch. Morgen wird es wohl nicht besser, aber für Freitag habe ich mir den Besuch fest vorgenommen. Ich hoffe, der Pilz (es war bisher nur einer) übersteht den morgigen Feiertag und insbesondere Wolpertinger schlagen nicht zu.

    VG Marcus

  • Hallo zusammen,

    gestern war es endlich so weit. Es ging noch mal hin. Schon aus einigen Metern Entfernung konnte ich sehen: Der Pilz steht noch. Und er ist gewachsen, hat seinen Hutdurchmesser mit nun fast 30 cm etwa verdreifacht. Und er hat Wasser aufgenommen, mehr als er offenbar speichern kann und gibt es nun tropfenweise wieder ab. Die Haut lässt sich leicht abziehen. Und der Geruch dieses ziemlich matschigen Pilzes: ganz klar gurkenartig. Nur die Konsistenz passte nicht zur Gurke - wahrscheinlich einfach zu viel Wasser.


    Und dann schaute ich endlich auch mal auf den Baum, an dessen Fuss der Pilz steht. Ich meine, es dürfte eine Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) sein:

    VG Marcus

  • Hallo,

    am 17.05.2021 war ich noch einmal dort. Es war etwas trockener, der Pilz selbst aber immer noch sehr feucht, also der Wassergehalt passt weiterhin zum Geruch.

    Und etwas gewachsen ist er auch, die 30 cm dürften überschritten sein:

    VG Marcus

  • Hallo zusammen,

    auch das Leben eines Pilzes geht einmal zu Ende:

    Ob der Pilz sich selbst in diese Lage versetzt hat oder ob nachgeholfen wurde, ich weiß es nicht (nehme es aber an).

    Direkt daneben gibt es andere Pilze. Mehr zu diesen in einem anderen Thread.

    VG Marcus

  • Hallo Marcus,

    natürlich hat beim Vergehen deines Pilze jemand nachgeholfen - Würmer, Käfer, Pilze.....

    Viele Grüße

    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock


    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Veronika,


    beim Vergehen sicher, aber haben Würmer, Käfer, Pilze den Pilz auch umgeworfen? Ich kenne dessen übliche Standdauer nicht, kann mir vorstellen, dass der hohe Wassergehalt nicht unbedingt förderlich für ein langes Pilzleben ist.

    VG Marcus

  • Hallo Marcus,

    der Pilz fällt durch den Zerstörungsprozess irgendwann um. Sonne, Wind und Regen helfen auch dabei. Wenn du einen alten Pilz findest, dann schau mal hinein. Der ist voller Leben.

    Viele Grüße

    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock


    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo zusammen,

    erst am 11.06.2021 kam ich noch mal hin. Aber immerhin: Reste waren noch zu erkennen. Und diese Reste bildeten offensichtlich auch einen Lebensraum für kleine Tiere, den Löchern nach zu urteilen. Nur gesehen habe ich leider keine Tiere am Pilz (oder in unmittelbarer Nähe). Und mitnehmen wollte ich die Pilzreste nun auch nicht.

    VG Marcus

  • Hallo,

    am 03.07.2022 war ich an die Stelle vorbeigekommen, an der mir im letzten Jahr der ziemlich große Pilz aufgefallen war. Und es war wieder ein Exemplar da - nur hatte es seine beste Zeit längst hinter sich, war bereits zur Nahrungsquelle geworden:

    Gern hätte ich mir ein frischeres Exemplar angeschaut - Mitte Juni war mir allerdings noch kein Pilz an der Stelle aufgefallen.

    VG Marcus

  • Hi,

    wegen der Liebe zu diesem Baum: Da hat sich schon etwas früher jemand angezogen gefühlt und dabei diese Esche auch der Konkurenz gefügig gemacht. Eschentriebsterben wird das landläufig genannt, ist auch schön auf den ersten Fotos vom Baum zu sehen.

    Grübling.

  • Hallo Grübling,

    vielen Dankf für den Hinweis auf Hymenoscyphus fraxineus. Vor Ort ist mir ein Eschentriebsterben allerdings nicht aufgefallen, und selbst wenn, hätte ich es vermutlich auf die Trockenheit in den letzten Monaten geschoben. Aber ich werde den Baum im Auge behalten.

    VG Marcus