Frauentäubling /Papagei?

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 2.025 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (21. August 2021 um 12:49) ist von Steigerwaldpilzchen.

  • Hallo zusammen,

    heute zog es uns wieder zu unserer Wiese, aber das wißt Ihr ja schon. Lächel. Das reinste Täublingseldorado für uns.

    Unter anderem auch für diesen:

    Fundort: Wiese mitten in der Stadt, Eichen waren da, aber auch andere Laubbäume, moosig,

    Hut: relativ "bunt", ca 9-11 cm Durchmesser, gewölbt,

    Lamellen: weiß, hin und wieder ein paar bräunliche Flecken, leicht untermischt, biegsam, nicht brüchig,

    Stiel: ziemlich wuchtig, innen wie Watte, weiß, ca. 7-9 cm lang

    Stielbasis: braun gefleckt,

    Geruch: angenehm

    Geschmack: mild,



    Kann ein Frauentäubling so dicke "Beine" haben? Oder ein Papagei?

    Ich danke Euch fürs Helfen.


    Grüße von der


    Murmel

    Liebe Grüße

    Murmelchen

    Von mir gibts hier im Forum auch keine Verzehrfreigabe.

  • Hallo Murmel

    Wenn die Lamellen biegsam und nicht brüchig waren, wird es mit größter Wahrscheinlichkeit ein Frauentäubling /Russula cyanoxantha sein.

    Ich finde ihn in jeglichen Formen und finde den Stiel oberhalb nicht außergewöhnlich.....

    BG Andy

  • Hallo,


    Ich finde den Fund ziemlich typisch für Frauen-Täublinge R.cyanoxantha. Der Papagei R. ionochlora hat sehr brüchige Lamellen und ist gewöhnlich schmächtiger. Im Zweifel Eisen(II)sulfat drauf.


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Murmel,

    Kann ein Frauentäubling so dicke "Beine" haben?

    das hat er eigentlich fast immer. Der gehört zu den größeren und kräftigeren Tauben. Der Papagei ist, wie Schupfi schon schrieb, viel schmächtiger. Vom Habitus ausgehend ist der Frauentäubling eher mit dem Taubentäubling (R. grisea) verwechselbar. Der hat aber brüchige Lamellen.

    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hi,

    Weil R. grisea in‘s Spiel gebracht wurde kann ich etwas ausholen.;)


    Heuler22 Leider kann man R. ionochlora und R. grisea kaum trennen, wie ich erst mit Felix Hampe diskutiert hatte. In allen makro- wie mikroskopischen Merkmalen wie Hutfarbe, Habitus, Sporen, Huthaut, Sporenpulverfarbe und Ökologie überschneiden sie sich in ihrer ohnehin erheblichen Variationsbreite zum großen Teil. Es gibt bei den meisten Punkten Tendenzen, die aber nie absolut sind wenn sie nicht gerade am Ende des Variationsbereichs liegen und extrem typisch ausfallen.


    So kann man den typischen R.grisea wohl als dunkel Creme sporenden, an wärmebegünstigten, kalkhaltigen Standorten unter Laubbäumen wachsenden Pilz, mit eher tristen Farben und teilnetzigen Sporen verstehen. Ist in Deutschland deutlich seltener und viele R.grisea Funde sind fehlbestimmte R.ionochlora. An weiteren Trennmerkmalen fernab der Sequenzierung wird gearbeitet.

    LG Thiemo

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  • Hallo Thiemo,

    kann denn R. ionochlora auch so groß und stämmig wie ein Frauentäubling werden? Meine Funde von dem sind immer zierlich. Die von mir "bestimmten" R. griseas waren groß und kompakt und haben häufig einen violettüberhauchten Stiel.

    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hallo Jörg,


    Ja R.ionochlora kann auch so groß werden. Das ist zwar gemäß der eigentlichen Beschreibung, eines eher kleineren Pilzes für den Papagei Täubling nicht üblich, kommt dennoch wie sich molekular gezeigt hat öfters so vor. Daher ist der Habitus allein kein verlässliches Merkmal.

    Die Stielfärbung kann bei allen Griseinae und dem Frauentäubling gleich ausfallen, Weiß oder leicht violett überhaucht.

    LG Thiemo

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  • Hallo Thiemo,

    danke für die Erklärung. Ab jetzt lass ich diese ganze Gruppe unbestimmt und verwende sie nur noch für die Pfanne.

    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten