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Morcheln aber wie?

  • Hallo in die Runde. Ich möchte gerne Morcheln suchen und auch finden. Mir ist schon klar dass es dafür keine Versprechen gibt. Ich habe mich belesen, bin mir aber unsicher bei der Auswahl der Gebiete. Wiesen, hat es bei mir genügend aber das erscheint mir wenig Erfolg versprechend. Alte Holzlagerplätze die ich kenne habe ich schon abgesucht, nichts. Richtige Auwälder hat es bei mir nicht wirklich. Ich habe nun in meiner Gegend die Überschwemmungsgebiete abgesucht, da gab es auch nichts. Ist es möglicherweise noch zu früh? Ich habe mal Bilder angehängt von da wo ich gesucht habe. Vielleicht gibt es noch Informationen die mich näher an einen Erfolg bringen. Wenn es sein muss, fahre ich auch eine Strecke. Bei Speyer soll es Auwälder geben. Das wäre gerade noch so vertretbar. Wie geht ihr vor bei der Gebietssuche. Im Sommer nach den Zeigerpflanzen ausschau halten und dann im Frühjahr suchen?

  • John Schnee

    Hat den Titel des Themas von „Morcheln abe wie?“ zu „Morcheln aber wie?“ geändert.
  • Hallo John Schnee,

    dein Gebiet sieht gar nicht schlecht aus. Es sollten noch Es hen und Pestwurz vorhanden sein. Ist meine Erfahrung.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo John Schnee,

    in der Speyerer Gegend könnte man einmal links und rechts des Rheins suchen, z. B. im Binshofer Auwald (linksrheinisch) oder auf der Ketscher Rheininsel (rechtsrheinisch). Wenn du noch sagst, wo genau du herkommst, könnte ich dir vielleicht noch mehr Parzellen nennen. Zu beachten: in den ausgewiesenen Naturschutzgebieten ist das Morchelnsammeln illegal (Geldbuße bei Erwischtwerden ca. 500 Euro), nicht aber das Morchelnsuchen und -fotografieren. Zumindest geben dir diese beiden Gebiete mal eine Ahnung davon, wie Morchelstandorte aussehen und wie der Boden beschaffen sein muss. Auf etwaige Zeigerpflanzen gebe ich persönlich nichts und richte mich auch nicht danach.

    Man muss allerdings wissen, dass man die dort herumstehenden Morcheln erstmal sehen muss, daran hapert es bei vielen. Bekannte Morchelstandorte sind auch im Allgemeinen schnell abgesammelt, so dass man dort nichts mehr findet, wenn man nicht den exakt richtigen Zeitpunkt trifft (Spielraum ca. 1 bis 2 Wochen).

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Stephan. und weisheit

    herzlichen Dank für die ausführliche Angaben.

    Stephan, ich wohne direkt an der französischen Grenze. 66484. Riedelberg.

    ich erwarte nicht dass Jemand seine Sammelstelle verrät, um so mehr freue ich mich wenn es dennoch genauere Infos gibt. Bitte definiere Zeitfenster 1 bis 2 Wochen. Ich gehe mal davon aus dass es jetzt genau diese Zeit ist.

  • Hallo John Schnee,


    wenn du von Riedelberg aus westlich fährst, kommt erstmal der Pfälzerwald. Der liegt über Buntsandstein, also über sauer verwitterndem Gestein, und dürfte ziemlich morchelfrei sein. Morcheliger wird es dann wohl erst zwischen Wissembourg und Lauterbourg. Dort habe ich allerdings noch keine Morcheln gesucht, auch im Saarland nicht. Fährst du aber Richtung Landau, kommt in östlicher Verlängerung der Ort Hördt am Rhein. An der Straße zwischen Hördt und Sondernheim ist rechter Hand ein Wanderparkplatz mit großer Holzlagerstelle. Gehst du von da aus Richtung Rhein, hast du einen sehr guten Morchelwald, in dem ich sogar schon Böhmische Verpeln gefunden habe. Schon am Weg in den Wald kommen dir Käppchenmorcheln entgegen, leider oft auch Sammlerkonkurrenten. Dieser Wald scheint bei der örtlichen Bevölkerung ziemlich bekannt zu sein.


    Soviel zur Theorie, jetzt zur Praxis. Die momentane Witterung (furzetrocken, nachts klar und frostig kalt) ist so morchelfeindlich wie es nur überhaupt geht. Es könnte sogar so schlimm werden, dass es in diesem Frühjahr überhaupt keine Morcheln gibt. Sehr sicher ist, dass es momentan dort keine Morcheln gibt. Anders würde es erst aussehen, wenn mal ein paar Wochen lang frostfreie Nächte und viel Frühlingsregen kämen. Wenn das der Fall ist, schieben die Morcheln in einem Zeitraum von etwa 1 bis 2 Wochen (und Löwenzahn und Bärlauch fangen zu blühen an; momentan blühen dagegen Schneeglöckchen, Märzenbecher und Krokus). Das könnte dann vielleicht in der ersten und zweiten Aprilwoche der Fall sein. Manchmal ist es aber erst die dritte oder vierte Aprilwoche - das ist halt jedes Jahr anders, in Abhängigkeit davon, dass es regnet. Böhmische Verpeln und Morchelbecherlinge kann man so etwa ab der letzten Märzwoche finden, das aber auch nur bei guten Witterungsbedingungen. Käppchenmorcheln kann man auch noch Anfang Mai finden. Wir haben mal auf einer Exkursion auf der anderen Rheinseite bei Russheim an einem 13. Mai Großmengen von Käppchenmorcheln gefunden.


    Da die Treibstoffkosten momentan so hoch sind, dass man nicht "einfach mal so" in die Morchelgebiete fahren kann, bleibt mein Rat, darauf zu warten, dass die Leutchen hier im Forum reihenweise aktuelle Morchelfunde posten, und erst dann seinen A... in Bewegung zu setzen.


    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

    4 Mal editiert, zuletzt von StephanW ()

  • Hallo zusammen,


    StephanW

    Wenn du John nach "Westen" schickst, kommt zuerst ein Stückchen Frankreich und danach das Saarland, wie es dort mit Morcheln aussieht weiß ich allerdings nicht. Er sollte sich also nach "Osten" in Bewegung setzen. :wink:


    Ganz so morchelfrei sind aber auch die Täler hier im Pfälzer-Wald nicht.
    So wurden im Reisler-Tal bei Ludwigswinkel, bis vor wenigen Jahren, die im Winter geschlagenen Furniereichen gelagert. Später auch die Sturmfichten. An diesen Lagerplätzen fand ich zu dieser Zeit häufig Morcheln. Weil ich diese nicht gesammelt habe, kann ich auch nicht berichten welcher Art.


    In den letzten Jahren sind mir Morcheln hauptsächlich bei meinen Walkingtouren hier rund um Pirmasens im Blümelstal sowie im Tal der Felsalb begegnet, wenn auch immer nur vereinzelt.
    Du hast aber Recht Stephan, typisches Morchelgebiet ist hier im Pfälzer-Wald nicht.

    Gruß
    Berni

  • Hallo zusammen,

    dachte ich mirs doch, dass irgendwas nicht stimmte. Klar liegt der Pfälzerwald östlich von Riedelberg. Und Berni: im Pfälzerwald Morcheln zu finden, ist natürlich schon sehr groß.:thumbup:

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo zusammen,


    für die Auswahl des Zeitpunkts nehme ich hier immer die Apfelbaumblüte her. Das passt ganz gut, vorausgesetzt, es gibt überhaupt Morcheln und ist nicht zu trocken. StephanW, auf die Löwenzahnblüte habe ich dabei noch nie geachtet, aber ich werde dieses Jahr mal aufpassen, ob die mit den Apfelblüten zusammen kommt.


    Spitzmorcheln in "freier Wildbahn" habe ich erst einmal überhaupt gefunden. Ich halte mich eher an Speisemorcheln, an den bereits genannten Stellen (Auwälder, kalkhaltige Gebiete).


    Beste Grüße

    Sabine

  • Hi John,

    Was leider noch dazu kommt … es braucht auch noch viel glück , dass die Morcheln ein von dir gefundenenes potentielles Habitat ebenfalls vor dir gefunden haben… ich habe wenig Stellen erfolgreich erarbeitet , aber viiiiiele stellen wo sich noch keine Morchel für interessiert hat 😠.

    Dh es braucht auch noch viel glück …

    Viel Erfolg! Lg jens

  • Hallo John Schnee,

    jetzt kommt endlich der dringend benötigte Regen bzw. Schnee. Wenn es nach der momentanen Kältephase frühlingshaft mild werden sollte (übernächste Woche Nachttemperaturen von 7 bis 8 Grad vorhergesagt), kann es mit den Morchelbecherlingen losgehen. Eine Woche drauf mit den Speisemorcheln.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

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