Spätherbst-Ausbeute, Krause Glucke, Violetter Rötelritterling und Rötlicher Holzritterling

Es gibt 14 Antworten in diesem Thema, welches 915 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (13. November 2023 um 00:43) ist von Pilznomade.

  • Ich habe eine schöne Ausbeute gehabt heute, auch wenn die vielen Nebelkappen für mich vom Saisonende künden...

    Neben vielen Maronenröhrlingen habe ich ein paar Fragen.

    Zunächst mal mein Korb. Man möge mir nachsehen, dass ich Bestimmungspilze ohne räumliche Trennung im Korb hatte - ich gelobe Besserung.

    Das schöne ist, dass ich kaum Maden in den Pilzen hatte - wohl der gesunkenen Temperatur geschuldet. Der Wind sorgte für einen steten Regen aus fallenden Nadeln. Zuhause konnte ich also nochmal putzen.


    1.) Ich sammele ja eigentlich krause Glucken, jetzt bin ich aber etwas irritiert über die fraglichen Exemplare, die ich gefunden habe. Die "Sägezahnung" und die sehr helle Färbung machen mich stutzig. Meine Glucken sind eigentlich gelblicher und "rundlicher" geformt. Ist dies hier normale Varianz, besonders junge Exemplare (sie wirkten extrem frisch) oder etwas ganz anderes?


    2.) Das hier sollten doch dann die violetten Rötelritterlinge sein, oder? Für mich ein neuer Pilz, mit dem ich mich evtl mal beschäftigen sollte.


    3.) Rein nach Bildern habe ich hier erst an den violettschuppigen Flämmling gedacht - dann las ich jedoch, dass dieser in der Natur hier eigentlkich nicht vorkommt. Bei den Verwechslungspartnern fand ich dann den "

    Rötlichen Holzritterling". Dieser passt eignetlich noch besser.

    Vielen Dank und allerseits noch eine schöne ausgehende Herbstsaison!

  • Hallo,

    Nr. 2 und 3 hast Du richtig bestimmt. Bei der Glucke halte ich mich zurück da die bei mir extrem selten ist und ich die schon in der Hand halten muß um sicher zu gehen. Das könnte auch Sparassis brevides sein, die ich noch nie fand. Eine gelbliche Färbung ist aber auch bei der Krause Glucke kein Problem.

    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Zur Krausen Glucke kann ich nichts sagen, da ich die glaube ich noch nie selbst gefunden habe.

    Bei den Rötelritterlingen würde ich sagen, dass du richtig liegst, würde aber zur Sicherheit immer folgenden Test machen:

    *Lamellen, Hutrand und Stiel genau absuchen nach Resten einer Cortina oder braunem Sporenpulver

    *Fleisch mus violett-weißlich marmoriert sein und darf nicht orange/gelb sein (Safranfleischiger Dickfuß)

    *Geruch muss fruchtig, pilzig oder angenehm ausfallen, keinesfalls unangenehm z.B. nach Stall oder Ziegenbock (Bocksdickfuß)

    *Weitere Sicherheit kann ein Sporenabdruck bringen (muss blassrosa bis rosa ausfallen).

    Der Rötliche Holzritterling ist aus meiner Sicht korrekt bestimmt.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Lieber Pilznomade


    Danke fürs Zeigen deiner Funde. Ich sehe die Funde 2 und 3 auch wie Jörg. Beides sind Spätherbstpilze und aktuell sehr häufig.


    Zur Glucke könnte der Fundort noch weiteren Aufschluss geben. Ist er direkt bei einer Kiefer gefunden worden? Dann wäre die Krause Glucke wahrscheinlich. Auch der Geruch könnte viel zur Unterscheidung beitragen. Der Geruch der Krausen Glucke ist sehr aromatisch und angenehm, bei der breitblättrigen ist ein etwas „waschküchenartiger“ Geruch auszumachen.

    Beste Grüsse

    Corinne

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben.
    Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Hallo,


    #1 ist meiner Meinung nach eindeutige eine Krause Glucke. Wenn abgeschnittene Glucken weiterwachsen, entstehen meiner Beobachtung nach gröber gewundene Krause Glucken. Das hat also nur bedingt mit Alter bzw. Frischegrad zu tun.


    Die Breitblättrige Glucke hat auch gröbere Strukturen, diese sind jedoch weniger kraus gewunden, sondern aufrecht stehend gewellt. Unterschiede in Substrat und Geruch können natürlich auch bei der Bestimmung helfen.


    VG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Leider war das Substrat der Glucke nicht mehr zu erkennen. Sie wuchs auf einem verwitterten Holzstamm, der im Wald lag. Geruchlich war es der "normale", intensive Geruch, den ich von der krausen Glucke kenne. Hatte auch überlegt, ob es die Breitblätterige sein kann, aber geruchlich passt das eher nicht.

  • Hallo Zusammen

    Für mich ist das auch eine Krause Glucke.

    Wenn man mal beide in den Finger gehabt hat, ist es dann relativ klar zu unterscheiden.

    Der Geruch ist auch sehr unterschiedlich, die Breitblatt Glucke riecht stark nach Waschküche, hingegen die Krause Glucke riecht aromatisch pilzig.

    BG Andy

  • Pilznomade 6. November 2023 um 22:52

    Hat den Titel des Themas von „Spätherbst-Ausbeute und drei Bestimmungsanfragen“ zu „Spätherbst-Ausbeute, Krause Glucke, Violetter Rötelritterling und Rötlicher Holzritterling“ geändert.
  • Hallo in die Runde, die äußeren Bedingungen haben oft großen Einfluss auf das Aussehen, besonders bei Großoberflächen-Pilzen, wie es bei der Krausen Glucke der Fall ist. Das beigefügte Foto zeigt ein Exemplar, das hier als KG gedeutet und verzehrt wurde. Insgesamt haben wir in diesem Jahr im Raum Anhalt nur drei Exemplare gefunden - den abgebildeten Pilz nach einer Regenperiode.

    Beste Grüße Henry

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    Meine Fotos sind alle gemeinfrei und dürfen für persönliche Zwecke verwendet werden. Es gelten die üblichen Zitierregeln. Bei Weiterreichung bzw. Verwendung für kommerzielle und nichtkommerzielle Publikationen bedarf es einer persönlichen Abstimmung.

  • Pilznomade So frisch ist die Glucke nicht mehr, was das Alter angeht. Die Windungen sind schon sehr breit. Auch was du als Sägezähne beschreibst, ist typisch für das Ende des Zyklus, wenn die Kanten beginnen aufzureißen. Wenn das Wachstum insgesamt schnell erfolgt ist, muss das aber kein Problem sein.

    Wichtig ist: sie muss fest und brüchig sein. Schmierig, feucht wäre schlecht. Verfärbungen an den Außenkanten durch Trockenheit sind dagegen weder schlimm noch lassen sie eindeutige Rückschlüsse auf das Alter zu.

    Stehen lassen, damit sie weiter wächst, macht auf jeden Fall mit dem Aussehen keinen Sinn mehr.

    Mykolologe das ist in der Tat eine Glucke (die Überreste der Basis). Ohne fremde Einwirkung wird die allerdings nie so aussehen. In sehr seltenen Fällen können Glucken übrigens auch weiter wachsen, nachdem sie abgeschnitten wurden.

  • Lieber Pilznomade


    Wie du schreibst lohnt es sich im Spätherbst, sich auch mit den Lepista Arten zu beschäftigen. Es sind regelrechte Massenpilze zur aktuellen Jahreszeit. Bei uns ist Lepista nuda /violetter Rötelritterling am häufigsten vertreten, wobei sich auch die anderen Arten finden lassen.

    Vorsicht ist aber bei den Lepista Arten immer geboten. Vor allem und wichtig sei die Abgrenzung zu den Cortinarien sei erwähnen. Wiederum bei anderen Lepistas, zum Beispiel Lepista panaeolus könnte mit weissen tödlich giftigen Trichterlingen verwechselt werden. Der Speisewert des panaeolus ist aber auch minderwertig.


    Ich hatte einige Zeit mit dem Studium und Erfahrungen zu den Lepista Arten zugebracht, bevor ich welche für Speisezwecke verwendete. Wenn du mit den die Konsistenzen, Gerüchen und alle weiteren Bestimmungsmerkmalen vertraut bist kann es ein willkommener Gast werden, wenn das Pilzvorkommen etwas am Abklingen ist.


    Der violette Rötelritterling jedenfalls übersäht aktuell die Wälder bei uns wieder dermassen, dass er bereits lustige Wuchsformen annehmen muss, um sich Platz zu schaffen: 😊



    Beste Grüsse

    Corinne

    Bilder

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben.
    Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Hallo in die Runde, die äußeren Bedingungen haben oft großen Einfluss auf das Aussehen, besonders bei Großoberflächen-Pilzen, wie es bei der Krausen Glucke der Fall ist. Das beigefügte Foto zeigt ein Exemplar, das hier als KG gedeutet und verzehrt wurde. Insgesamt haben wir in diesem Jahr im Raum Anhalt nur drei Exemplare gefunden - den abgebildeten Pilz nach einer Regenperiode.

    Beste Grüße Henry

    Das Ding hätte ich an Hand des Bildes wohl als verwachsene Herbstlorchel interpretiert.

    Keine Verzehrfreigaben meinerseits.

  • Ja, es waren drei Lorcheln, die im Gras unter Eichen gefunden worden. Hier kommen die Bilder. Gewöhnlich finde ich maximal eine davon pro Jahr. Stehen immer am Wege. Leider ist auf dem Photo kein Maßstab erkennbar (Sorry, man denkt leider nicht immer an alles). So kann man es durchaus als verlodderte Lorchel ansehen.

    Bis bald Henry

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    Meine Fotos sind alle gemeinfrei und dürfen für persönliche Zwecke verwendet werden. Es gelten die üblichen Zitierregeln. Bei Weiterreichung bzw. Verwendung für kommerzielle und nichtkommerzielle Publikationen bedarf es einer persönlichen Abstimmung.

  • Hallo Pilznomade,

    schöne saubere Fk im Korb, ein Anblick den man gerne sieht.👍😊

    Gruß Ralph

    :D

    Danke.

    Ich nehme mittlerweile nur noch wirklich gute Exemplare mit. Früher war ich weniger wählerisch - scheinbar habe ich einen robusten Magen. Aber habe mir das abgewöhnt.

    Leider rieselten von oben die ganze Zeit Nadeln herunter, daher musste ich zuhause leider nochmal putzen.


    War heute nochmal losgezogen, dann präsentiere ich nochmal den heutigen Korb.