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Welcher Schirmling ist das ?

  • Huhu.


    Das ist eine ziemliche Leiche. Ich nehme auch stark an, dass da nix mehr rot färben wird, bin sonst aber bei Jens' Vermutung, also Chlorophyllum sp.

    C. rhacodes wäre mein Tipp, aber das ist in dem Zustand natürlich kaum zu verifizieren.


    LG.

  • So, ich habe jetzt alle Chlorophyllums bei 123Pilze mit meinem verglichen und C. rachodes passt wirklich am besten.

    Und der war so trocken, leicht wie ein Stück Styropor, der zeigt bestimmt keine Reaktion mehr.

    Ein bißchen Leben muß zum Röten sicher noch vorhanden sein, denke ich.

    Danke und LG

    Christine

  • Hallo, Christine!


    Die brauchen mehr als ein bisschen Leben um zu röten. :wink:

    Soll heißen: Ich hatte schon Chlorophyllums, die doch deutlich frischer waren als deine, die haben dennoch nicht gerötet.

    Aber dank Oberflächenstruktur des Stieles, Struktur der Hutschuppen und Ringstrukturen sind die zumindest als Gattung dennoch immer leicht anzusprechen. Egal ob rötend oder nicht.

    Ob dein Fund nun der normale Garten - Safranschirmling (Chlorophyllum rachodes) oder eine der Formen von Chlorophyllum brunneum (Gerandetknolliger Garten - Safranschirmling) mit atypisch geformter Stielbasis (kommt da durchaus vor) ist, könnte man anhand der Ringstruktur unterscheiden (einfach vs. doppellagig), was aber bei stark angetrockneten Fruchtkörpern durchaus erschwert ist.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,

    Ich war verwirrt wegen der keulen artigen Basis. Kannte den Safran schirmling nur mit der abgesetzten Knolle.

    Ist der Safran schirmling mit der keulenförmigen Basis eine eigenständige Art? Haben beide Safran schirmlinge den doppelten ring (entgegen dem gift riesen schirmling der einen einfachen hat)?

    Lg jens

  • Hallo Pablo,

    Ich war verwirrt wegen der keulen artigen Basis. Kannte den Safran schirmling nur mit der abgesetzten Knolle.

    Ist der Safran schirmling mit der keulenförmigen Basis eine eigenständige Art? Haben beide Safran schirmlinge den doppelten ring (entgegen dem gift riesen schirmling der einen einfachen hat)?

    Lg jens

    Moin. Wir haben in Deutschland in freier Wildbahn 3 Chlorophyllum Arten. C. rachodes, C. brunneum und C. olivieri. Letzterer ist ganz gut zu erkennen. Die ersten beiden können tricky sein, wenn brunneum sich weigert seine Knolle randen zu lassen. Deshalb sollte man den Ring noch anschauen. C. brunneum wächst auch gerne bei Komposthaufen und ähnlichen Standorten. C. rachodes finde ich an Wald- und Wegrändern. C. olivieri gerne direkt im Wald.

    Einige vermuten noch eine vierte Art, ähnlich wie C. brunneum. Das müsste aber mal igendwo sinnvoll beschrieben werden. Bisher ist die kryptische Art für mich kaum nachvollziehbar.


    LG.


    PS: C. molybdites kann auch mal in Europa vorkommen. In Deutschland aber soweit mir bekannt, bisher nur in Gewächshäusern aufgetaucht. Aber gut möglich, dass der Klimawandel uns den irgendwann auch noch als Einwanderer in der freien Wildbahn beschert...

  • Hi.


    Am Standort kann man eine gute Einschätzung zum Olivbraunen Safranschirmling (Chlorophyllum olivieri) treffen: Das ist die einzige heimische Art, die mit einem relativ niedrigen Stickstoffgehalt im Boden klar kommt. Die wächst also auch in Wäldern in Laub- und Nadelstreu mit geringem Stickstoffeintrag.

    Die beiden (eventuell drei, wenn man Chlorophyllum brunneum noch aufspaltet) Gartenarten brauchen Stickstoff, es ist ihnen aber wurschd, wo dieser Stickstoff herkommt. Die erkennen nicht, ob das ein Komposthaufen ist, ein von Hunden reichlich gedüngter Wiesenstreifen, oder ein Weg am Waldrand, wo hin und wieder mal Grünschnitt mit Brennesseln drin abgelegt wird.

    Soll heißen: Den Gerandetknolligen (Chlorophyllum brunneum s.l.) fand ich auch schon am Wegrand im Wald.


    Noch kurz zum Geruch - nach meinen Erfahrungen muss der Geruch von Chlorophyllum brunneum folgendermaßen beschrieben werden:
    "Frisch angenehm nussig - mild, aromatisch, später schwach muffig und etwas nach nassem Dackel, im Alter nach verfaultem Fisch."
    Der Geruch von Chlorophyllum rachodes dagegen müsste folgendermaßen beschrieben werden:
    "frisch angenehm nussig - mild, aromatisch, später schwach muffig und etwas nach nassem Dackel, im Alter nach verfaultem Fisch."

    Soll heißen: Der Geruch bei diesen Schirmlingen verändert sich mit dem Alter, ist zur Artunterscheidung aber nicht brauchbar (die riechen alle gleich, wenn sie gleich frisch sind).

    Daß deine noch angenehm rochen, ist wunderlich, aber vielleicht sind sie so schnell und gründlich vertrocknet, daß es vorher nicht zum Einleiten von Zersetzungsprozessen kam. :wink:



    LG; Pablo.

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  • Genau. :thumbup:


    Aber nur, wenn man frische, unversehrte Exemplare rasch trocknet, ohne daß dabei Zersetzungsprozesse stattfinden. Alte Steinpilze (wenn draußen zwischen Regen und Sonne getrocknet, wieder aufgeweicht, getrocknet etc.) riechen nach Verwesung. Wie alle gammeligen Pilzfruchtkörper. ;)



    LG, Pablo.

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