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Den finde ich nicht! Brandkrustenpilz - Kretzschmaria deusta

  • Hallo Pilzfreunde,

    erst dachte ich Bjerkandera adusta, sah so gräulich aus. Aber jetzt finde ich keine Poren.

    Den Baum erkenne ich nicht, vielleicht Fichte, Douglasie, oder ein Laubbaum?

    Habt Ihr eine Idee?


    LG Christine


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    2 Kohlenbeeren in der Nähe

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  • Hallo, Christine!


    Das ist das anamorphe Stadium von Kretzschmaria deusta (Brandkrustenpilz). Kommt an vielen Baumarten vor und dürfte einer der aggresivsten Schwächeparasiten überhaupt sein.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • ..... und auf Bild 2 ist die namengebende Kruste gut zu sehen, die etwas an Kohlenbeeren oder ähnliches erinnern kann.

    Wie Pablo schon schrieb, ist der wirklich sehr aggressiv und wird leicht übersehen, so dass jedes Jahr zumindest viele Sachschäden auf sein Konto gehen. Für Baumkontrolleure einer der wichtigsten Pilze an Bäumen ....

    VG Jan

  • Christine

    Hat den Titel des Themas von „Den finde ich nicht!“ zu „Den finde ich nicht! Brandkrustenpilz - Kretzschmaria deusta“ geändert.
  • Coole Bilder Christine, auch wenn das für den Baum wohl nicht gutes verheißen mag....

    Somit ein sehr junges Exemplar, vielleicht kannst du ja nochmals später einen weiteren Entwicklungsstand uns zeigen.

    LG Andy

  • Servus!


    Dieser spezifische Baum ist ja nun schon seit geraumer Zeit tot, irgendwas Schlimmes wird ihm also durch den Brandkrustenpilz nicht mehr wiederfahren. :wink:

    Ob denn der Brandkrustenpilz nun die "Todesursache" war, oder eher das Absägen des Stammes knapp über dem Boden, darüber könnte man sich nochmal unterhalten - sollte der Brandkrustenpilz den Baum aber vor der Fällung bereits befallen haben, wäre er so oder so gestorben, spielt in dem Fall also keine entscheidende Rolle (ganz anders als bei Eschen).
    Kretzschmaria deusta verwertet eben auch Totholz, ob ausschließlich als Folgezersetzer oder ob der Pilz sich auch in totem Holz ansiedeln kann, das was ich nicht.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.



  • Servas Pablo,


    den Brandkrustenpilz habe ich bisher nur alten, maroden Baumstümpfen gefunden. Er arbeitet Totholz auf, folglich ein Saprobiont, ein Zersetzer. Ob er jetzt als als erster oder als Folgezerstzer ans Werk geht ist eher eine akademische Frage.


    Zitat

    sollte der Brandkrustenpilz den Baum aber vor der Fällung bereits befallen haben, wäre er so oder so gestorben, spielt in dem Fall also keine entscheidende Rolle (ganz anders als bei Eschen).


    Hä?


    lgpeter



  • en Brandkrustenpilz habe ich bisher nur alten, maroden Baumstümpfen gefunden. Er arbeitet Totholz auf, folglich ein Saprobiont, ein Zersetzer. Ob er jetzt als als erster oder als Folgezerstzer ans Werk geht ist eher eine akademische Frage.

    Hallo Peter

    Den Brandkrustenpilz findet man auch auf großen Bäumen. Natürlich am Wurzelbereich. Ein echter Parasit, der irgendwann zum Folgezersetzer wird, wenn er den Baum "erlegt" hat. Habe ich jedenfalls schon öfter so gesehen.

  • Guten Abend!


    Genau, siehe Uwes Kommentar: Kretzschmaria deusta ist in erster Linie ein Schwäche- / Wundparasit. Der befällt also sehr wohl lebendes (geschwächtes) Holz und zwar mit verheerenden Auswirkungen für den Baum. Ein Baum, wo man an der Stammbasis schon die Fruchtkörper sieht, steht nicht mehr lange. Egal ob er gefällt wird (kann ja auch für die Wegesicherung wichtig sein) oder von selbst umstürzt. Nach absterben des Baumes verwertet der Brandkrustenpilz das Substrat eben als Folgezersetzer weiter.
    So war das gemeint oben.


    Der Hinweis wegen den Eschen nur darum, weil Hymenoscyphus fraxineus bei weitem nicht so lethal auf den befallenen Baum wirkt wie Kretzschmaria deusta. Die INfektion des baumes verläuft völlig anders und es gibt durchaus Eschen, die sich erstens wehren können und zweitens auch mit einer Infektion noch viele jahre lang überleben und dabei natürlich auch Jahr für Jahr den Bestand auffrischen (einschließlich möglicher Resistenzbildungen).
    Hymenoscyphus fraxineus wird dagegen gerne als Ausrede verwendet, um Eschenbestände platt zu machen und das Holz zu verkaufen (übrigens auch in Naturschutzgebieten). Das Fällen der Eschen wird dann halt zu einer "Schutzmaßnahme" umgelogen, weil's Profit bringt, ist aber für die Eschen und ganze Eschenbestände viel tödlicher als Hymenoscyphus fraxineus. Im Gegensatz zu einer Infektion mit Kretzschmaria deusta.



    Lg; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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