Wieseltäubling?

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 2.665 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (6. August 2021 um 13:09) ist von floh166.

  • Hallo zusammen,

    Ich habe in einem Nadelwald in den Schweizer Bergen folgenden Pilz gefunden und bisher so analysiert:

    Hut: braun, in der Mitte niedergedrückt, Huthaut abziehbar, nass ein wenig schleimig

    Lamellen: sehr brüchig, beige

    Stiel: weiß mit braunen Flecken, fest, dick

    Geruch: nussig bis beißend


    Am Sporenpulver arbeite ich gerade.


    Daher ist meine Vermutung Wieseltäubling. Was denkt ihr?

    Viele Grüße :)

    Mareike

  • Hallo Mareike

    Vergleiche deinen Fund mal mit dem Dickblättrigen Schwärztäubling.

    LG Matthias

    Bei allen online "bestimmten" Pilzen handelt es sich lediglich um Bestimmungsvorschläge.

    Gezeigte Pilze zu 100 Prozent sicher nur über Bilder zu bestimmen ist nicht möglich, deren Verzehr kann im schlimmsten Falle tödlich enden!

    Eine Verzehrfreigabe gibt es ausschließlich vom Pilzsachverständigen/Pilzkontrolleur/Pilzberater vor Ort!

    Finde HIER den nächstgelegenen PSV

  • Hallo Mareike,

    die Hutfarbe gefällt mir hier überhaupt nicht. Der Wieseltäubling sieht von oben eher wie ein Steinpilz aus und hat einen gekammert- hohlen Stiel in diesem Alter.

    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hallo Matthias und Jörg,


    danke für eure Antworten! :)


    Matthias: der dickblättrige Schwarztäubling verfärbt sich bei Anschnitt karottenrot und später schwarz. Das ist bei meinem Fund nicht passiert. Das Fleisch ist ganz weiß gewesen.

    Jörg: Was ist daher deine Vermutung?


    VG Mareike

  • Hallo Mareike,

    Was ist daher deine Vermutung?

    da habe ich keine Ahnung. Du müßtest erst einmal herausbekommen ob der scharf, mild oder bitter schmeckt. Täublinge sind eher das Metier von Stephan W.. Vielleicht schreibt er ja etwas zu deinem Fund.

    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hallo Mareike

    Ja, der Dickblättrige rötet anfangs, wie so manch anderer Schwärztäubling auch. Aber Karottenrot würde ich das nicht bezeichnen.

    Danach fängt er an erst grau, dann immer dunkler bis schwarz zu werden. Dies kann abhängig von Alter, Durchfeuchtung, Befall und Wasweißichwasnoch mal etwas schneller und mal etwas langsamer passieren.

    Natürlich gilt bei der Täublingsbestimmung zu allererst, den Geschmack festzustellen. (Siehe Jörg)

    Unsere Täublingsexperten wie Stephan, oder auch Thiemo, werden sich bestimmt noch äußern.

    Wie lange dauerte es eigentlich vom Längsschnitt bis zum Foto? Und wie sieht der Täubling jetzt aus?


    LG Matthias

    Bei allen online "bestimmten" Pilzen handelt es sich lediglich um Bestimmungsvorschläge.

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  • Hallo,

    Was auf jeden Fall klar ist: Bei den regelmäßigen Zwischenlamellen kommen nur Täublinge der Untergattung Compactae (Schwärz- und Weißtäublinge) in Frage, also kein Wieseltäubling.

    Mit diesen dicken, entfernt stehenden Lamellen erscheint mir eigentlich erst mal der Dickblättrigen Schwärztäubling wahrscheinlich. Dieser rötet aber stark, ohne Verfärbung wäre das schon seltsam. Auf dem ersten Bild kann ich am Stiel zumindest graue Stellen erkennen sowie eine beginnende Verfärbjung im Schnittbild. Es gibt auch Schwärztäublinge die nicht oder nur sehr schwach röten, bzw. nur grauen/schwärzen. Der Rauchbraune Schwärztäubling Russula adusta wäre z.B. so ein Kandidat, welcher sich oft kaum verfärbt, relativ entfernt stehende Lamellen besitzt und einen "komischen" Weinfass-Geruch hat.

    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Ich sehe in der Beschreibung des Rauchbraunen Schwarztäubling gerade, dass sich die Huthaut nicht abziehen lässt. Bei meinem ging das allerdings wunderbar. Hmmm 🤔

  • Hallo zusammen,

    auch ich halte das für einen der Schwärztäublinge. Von denen gibt es nun einmal eine Menge verschiedene, und jetzt braucht es Bestimmungsarbeit.

    Besonders dick finde ich die Lamellen hier übrigens nicht, so dass ich eher nicht an R. nigricans glauben mag.

    Man achte auf folgendes:

    - schmecken die Lamellen scharf, schärflich oder mild?

    - haben die Lamellen bei Schrägsicht einen lachsrosa Farbschein?

    - wie ist das Verfärbungsverhalten: rötend und dann schwärzend, gleich schwärzend oder nur leicht bräunend/rötend?

    - ist das Graubraun auf dem Hut homogen bis zum Hutrand, oder zeigen sich helle Flecken bzw. Ränder?

    - welches ist der wahrscheinlichste Baumpartner? (z. B. R. adusta = Kiefer; R. nigricans = Buche oder Fichte)

    Aufgrund der vorliegenden Bruchstücke und Schnittstücke traue ich mir persönlich keine Einschätzung über den Bildschirm zu. Thiemo (Steigerwaldpilzchen) scheint ja zu R. adusta zu neigen, da hätte ich keine Widerrede, sofern der Fund unter Kiefer war..

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Stephan,


    danke für deine Fragen! Ich werde am Sonntag nochmal zu der Stelle gehen (da gab es noch mehr davon) und kann dir dann hoffentlich alles beantworten :)


    Verfärbungsverhalten ist auf jeden Fall überhaupt nicht rötend, sondern nur leicht bräunend.


    VG Mareike