Stockschwämmchen?

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema, welches 2.345 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (26. Oktober 2022 um 20:43) ist von CH-Andy.

  • Hallo liebe Pilzgemeinde,

    ich habe schon etliche Videos über das Stockschwämmchen und seine Verwechslungspartner gesehen und mir wurden sie auch von einem erfahrenen Pilzesammler im Wald gezeigt.
    Nun habe ich das erste Mal selber welche gefunden und denke, dass sie sich mit ihrem Stiel klar vom Gifthäubling unterscheiden.

    Meine Frage ist nun, ob ich mit meiner Einschätzung richtig liege oder doch einer Verwechslung aufgesessen bin.

    Besten Dank schon mal für die Hilfe
    Mo

  • Du könntest mal KOH auf der Huthaut testen. Dürfte keine wesentliche Reaktion geben, bzw. auf keinen Fall rot (Gifthäubling!). Habe grad gestern erst ein Pilzchen gefunden, das ein paar Merkmale des Gifthäublings erfüllt und mit KOH rot reagierte. Ich glaube er war es.

    Außerdem ist der Sporenabdruck (geht vielleicht mit so jungen Pilzen aber nicht) mit Melzer-Reagenz beim Gifthäubling Dextrinoid, beim Stockschwämmchen inamyloid. Habe ich selbst aber noch nie gemacht.

    Fotos sind hier von der Seite.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Besten Dank für die Antworten!

    Mit chemischen Lösungen Pilze zu bestimmen, ist für mich zwar absolutes Neuland, aber warum nicht jetzt damit anfangen.
    Mit einem solchen Test würde ich mich dann wahrscheinlich eher trauen, selbstgefundene Stöckschwämmchen zu essen.

    Bekommt man Kaliumhydroxid in der Apotheke?

  • Das ist interessant mit KOH! :thumbup: Aber braucht man das zum Sammeln? Wer Stockschwämmchen sammelt, sollte die sicher am Stiel festmachen. Mann sollte ebenfalls die Gifthäublingsstiele erkennen können. Wichtig ist, jeden Stiel anschauen. Schlimmerweise wurden ja schon beide Pilzarten an einem Stubben gefunden. Für mich sehen die Pilzchen nach Stockschwämmchen aus.

  • Bekommt man Kaliumhydroxid in der Apotheke?

    Ja, aber bei uns zumindest nur Literweise. Ich bestelle meins im kleinen Fläschchen beim Myko-Service von A. Gminder. Da gibts auch Sachen, die man nicht in jeder Apotheke so leicht bekommt, z.B. Melzer Reagenz. Soll jetzt keine Werbung sein, gibt sicher auch andere genau so gute Bezugsquellen.

    Mit einem solchen Test würde ich mich dann wahrscheinlich eher trauen, selbstgefundene Stöckschwämmchen zu essen.

    Das müsste man dann allerdings streng genommen mit jedem Hut machen und den behandelten Teil verwerfen. Ich traue mich bis auf Weiteres trotzdem nicht.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Das ist interessant mit KOH! :thumbup: Aber braucht man das zum Sammeln?

    Als Fortgeschrittener wahrscheinlich nicht, und es ist auch nicht so richtig gut praktikabel (siehe vorhergehende Antwort). Ich habe es eher aus Interesse an der Bestimmung generell gemacht, und weil ich Chemie-Fan bin, schon seit dem Schulunterricht 8)

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Mit chemischen Lösungen Pilze zu bestimmen, ist für mich zwar absolutes Neuland, aber warum nicht jetzt damit anfangen.

    Die Chemikalien sind nicht wirklich für Speisepilzsammler gedacht. Für fortgeschrittene Sammler dient es aber zum Auseinanderhalten von verschiedenen Arten, die sich sonst ähnlich sehen.

  • Als Fortgeschrittener wahrscheinlich nicht, und es ist auch nicht so richtig gut praktikabel (siehe vorhergehende Antwort). Ich habe es eher aus Interesse an der Bestimmung generell gemacht, und weil ich Chemie-Fan bin, schon seit dem Schulunterricht 8)

    Machst du dann von allen Arten den Test und führst Liste darüber? Mit Fotos? Ist ja eine ganze Menge Arbeit!

  • Wichtig ist, jeden Stiel anschauen. Schlimmerweise wurden ja schon beide Pilzarten an einem Stubben gefunden.

    ich zb, schon zweimal. Einmal in meinen brandenburgischen Hauswäldern. Einmal im Voralpenland. Da wird einem schon krass mulmig in der Bauchgegend, wenn man das Mal live sieht. Das Risiko fühlt sich irgendwie surreal an, und wenn man dann vor dem Stumpen hockt, wirds plötzlich sehr real. Ich bin dann im Kopf Mal alle möglichen Fundsituationen meiner Vergangenheit durchgegangen und hab mich kritisch gefragt, ob ich tatsächlich immer die akribische Aufmerksamkeit hab walten lassen, die ich im Moment der Reflektion für angebracht hielt. Aber ich war und bin auch dankbar für diese Lektion.

  • Mit chemischen Lösungen Pilze zu bestimmen, ist für mich zwar absolutes Neuland, aber warum nicht jetzt damit anfangen.

    Die Chemikalien sind nicht wirklich für Speisepilzsammler gedacht. Für fortgeschrittene Sammler dient es aber zum Auseinanderhalten von verschiedenen Arten, die sich sonst ähnlich sehen.

    Ich finde solche Tests ganz gut, um Sicherheit in der Bestimmung zu erlangen. Beispielsweise würde ich immer ein Exemplar eines vermeintlichen Stockschwämmchens mit nach Hause nehmen, wenn ich welche finde, und es mit KOH bestimmen. Dann sehe ich ja, wie oft ich richtig oder falsch lag. Irgendwann werde ich mir dann in der Bestimmung sicher. So zumindest mein Konzept :)

  • Bekommt man Kaliumhydroxid in der Apotheke?

    Ja, aber bei uns zumindest nur Literweise. Ich bestelle meins im kleinen Fläschchen beim Myko-Service von A. Gminder. Da gibts auch Sachen, die man nicht in jeder Apotheke so leicht bekommt, z.B. Melzer Reagenz. Soll jetzt keine Werbung sein, gibt sicher auch andere genau so gute Bezugsquellen.

    Mit einem solchen Test würde ich mich dann wahrscheinlich eher trauen, selbstgefundene Stöckschwämmchen zu essen.

    Das müsste man dann allerdings streng genommen mit jedem Hut machen und den behandelten Teil verwerfen. Ich traue mich bis auf Weiteres trotzdem nicht.

    Danke, ich werde dort mal nachschauen.

    Essen werde ich Stockschwämmchen auch erst mal nicht. Da muss ich mir erst 120% sicher sein. Ich hänge sehr an meiner Gesundheit.

  • Die Chemikalien sind nicht wirklich für Speisepilzsammler gedacht. Für fortgeschrittene Sammler dient es aber zum Auseinanderhalten von verschiedenen Arten, die sich sonst ähnlich sehen.

    Macht aber Riesenspaß... :yay:

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Machst du dann von allen Arten den Test und führst Liste darüber? Mit Fotos? Ist ja eine ganze Menge Arbeit!

    Nein, soviel Aufwand betreibe ich als Hobby-Sammler/Bestimmer dann auch wieder nicht. Es scheint ja auch so zu sein, dass nicht bei jeder Art KOH etwas sinnvoll interpretierbares macht. Es gibt nur so ein paar Arten, wo man es scheinbar gut einsetzen kann, z.B. habe ich es beim Verfärbenden Schneckling, beim Ziegelgelben Schleimkopf und eben beim Gifthäubling gemacht. Die Liste ist so kurz, die hab ich im Kopf ^^

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Ich finde solche Tests ganz gut, um Sicherheit in der Bestimmung zu erlangen. Beispielsweise würde ich immer ein Exemplar eines vermeintlichen Stockschwämmchens mit nach Hause nehmen, wenn ich welche finde, und es mit KOH bestimmen. Dann sehe ich ja, wie oft ich richtig oder falsch lag. Irgendwann werde ich mir dann in der Bestimmung sicher. So zumindest mein Konzept :)

    Meine Erfahrung ist allerdings, dass die Farbreaktionen leider oft nicht annähernd so eindeutig sind wie auf diversen Webseiten beschrieben. Beim Ziegelgelben Schleimkopf heißt es z.B. "Chromgelb", für mich war das eher orange oder hellbraun. Beim Gifthäubling hat einer der Hüte dunkelbraun reagiert, der andere rot.

    Es hängt wohl auch davon ab, wie alt die Fruchtkörper sind. Daher halte ich KOH für zusätzliche Sicherheit bei der Speisepilzsuche nur in wenigen Fällen für geeignet (Stockschwämmchen könnte in der Tat aber einer sein).

    Wesentlich genauer, weil Witterungsunabhängig, ist die Sporenreaktion mit Melzer Reagenz, aber dafür braucht man dann eben immer einen Sporenabdruck von jedem einzelnen Fruchtkörper, der untersucht werden soll...Praktikabilität für Speisepilzsammer daher auch nur eingeschränkt. Letztendlich muss man sich wohl meistens wie so gut wie alle Sammler/innen auf die mit den fünf Sinnen erkenntlichen Makroskopischen Merkmale verlassen.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Ich finde solche Tests ganz gut, um Sicherheit in der Bestimmung zu erlangen. Beispielsweise würde ich immer ein Exemplar eines vermeintlichen Stockschwämmchens mit nach Hause nehmen, wenn ich welche finde, und es mit KOH bestimmen. Dann sehe ich ja, wie oft ich richtig oder falsch lag. Irgendwann werde ich mir dann in der Bestimmung sicher. So zumindest mein Konzept :)

    Meine Erfahrung ist allerdings, dass die Farbreaktionen leider oft nicht annähernd so eindeutig sind wie auf diversen Webseiten beschrieben. Beim Ziegelgelben Schleimkopf heißt es z.B. "Chromgelb", für mich war das eher orange oder hellbraun. Beim Gifthäubling hat einer der Hüte dunkelbraun reagiert, der andere rot.

    Es hängt wohl auch davon ab, wie alt die Fruchtkörper sind. Daher halte ich KOH für zusätzliche Sicherheit bei der Speisepilzsuche nur in wenigen Fällen für geeignet (Stockschwämmchen könnte in der Tat aber einer sein).

    Danke für all die interessanten Infos und Hinweise. Uneindeutigkeiten verunsichern mich bei Pilzen generell oft.

    Ich werde einfach mal einen Versuch starten, die Stockschwämme ernten und sie dann einem Pilzsachverständigem vorstellen. Ich finde es halt nur immer schade Pilze abzupflücken, die dann entsorgt werden müssen. Aber da jedes einzelne Exemplar untersucht werden muss, geht es ja leider nicht anders. Die Bestätigung hier, dass es Stockschwämmchen sein könnten, hilft mir deshalb schon weiter.

  • Sind die Stockschwämmchen den Aufwand wert, wäre meine erste Frage? Bin da eher praktisch veranlagt und suche gute, ergiebige Speisepilze, die ich kenne und nicht verwechseln kann. Und die Verwechslungen - die in meinem Sortiment auftreten könnten - sind keine tödlich giftigen. Den Perlpilz habe ich mal gegessen und finde den nicht überragend. Beim Perlpilz besteht eben konkret auch die Verwechslungsgefahr, deshalb stelle ich den Speisewert gegenüber der Giftigkeit bei Verwechslungspartnern.

    Parasole sind eigentlich der Grund, warum ich in den Wald gehe. Maronen sind eher ein Beiwerk, Steinis auch. Erkenne auch kaum Unterschiede zw. Steinis und Maronen, wohl aber zum Parasol.

    Mich interessieren die Pilze immer mehr, vor allem helfe ich gerne anderen bei der Bestimmung, das ist es eigentlich vor allem.

    Viele Grüße

    Mahatma

  • Hallo

    Das Stockschwämmchen ist ein ausgezeichneter Speisepilz. Ob in einem einfachen Rührei, oder getrocknet und anschliessend in einer Suppe verarbeitet.

    Man muss halt jeden Fruchtkörper genau anschauen und nicht bereits an der Stubbe nur die Hütte mit der Schere abschneiden.

    KOH ist sicher eine Möglichkeit aber nicht für jene die man verspeisen will...... Aber ich denke das ist glaube ich allen klar.

    BG Andy