Hallo, Besucher der Thread wurde 4,2k mal aufgerufen und enthält 15 Antworten
  • Ich finde Ziegenlippen blauen fast unkenntlich. Habe ich nie als Bestimmungsmerkmal verwendet. Das ist so einer der Pilze, die ich kenne seit ich 6 Jahre alt bin. Aber ich bin manchmal auch unsicher, wenn ich was lese, was dann nicht zu meinem Erfahrungsschatz passt...

  • Hi.


    Ziegenlippen (Xerocomus subtomentosus) blauen schon meistens, dann aber nur an den Röhren und im Hutfleisch. Es gibt aber wie bei Maronen auch immer wieder Exemplare, wo das Blauen komplett ausbleibt.
    Das im Hut gelbliche, im unteren Stiel aber rosabraune Fleisch unterscheidet die Art ausreichend gut vom weißfleischigen Braunen Filzröhrling (Xerocomus ferrugineus), der tatsächlich normalerweise nicht, selten aber schwach blaut.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo, Jens!


    Das denke ich eher nicht, denn Xerocomus chrysonemus hat zwar in der Stielbasis (unteres Stieldrittel) gelbes Fleisch, aber kein rosabraunes im Schnitt.

    Auch die Hutfarbe passt hier besser zu einer normalen Ziegenlippe, würde ich meinen.



    LG; Pablo.

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  • Hallo, Jens!


    Auch das ist natürlich nicht so ganz einfach. Manchmal ist es auch eine Summe aus mehreren Merkmalen, und eine Abwägung, welchem dann mehr Gewicht bezumessen ist. Und dann gibt es halt noch genug Fälle, wo das einfach noch nicht gut genug erforscht ist.

    Ich hatte Xerocomus chrysonemus selbst noch nicht in der Hand, aber es gibt ja gute Pilzkundler, die dann acuh mal ihre Funde in Fachartikeln veröffentlichen.
    Tolle Darstellungen zu der art findest du zB >hier<.

    Für die klassische Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus s.str.) ist die Farbe des Stielfleisches eher ein Leitmerkmal als das Blauen, was ja bei allen Filzröhrlingen mehr oder weniger stark ausgeprägt sein kann.
    Oder eigentlich bei allen Röhrlingen. Es gibt sogar Formen vom Flocki (Neoboletus erythropus = Neoboletus praestigiator = Neoboletus luridiformis), die gar nicht blauen, die dann auch als "var. immutatus" einen eigenen namen bekamen.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hi.


    Ziegenlippen (Xerocomus subtomentosus) blauen schon meistens, dann aber nur an den Röhren und im Hutfleisch. Es gibt aber wie bei Maronen auch immer wieder Exemplare, wo das Blauen komplett ausbleibt.
    Das im Hut gelbliche, im unteren Stiel aber rosabraune Fleisch unterscheidet die Art ausreichend gut vom weißfleischigen Braunen Filzröhrling (Xerocomus ferrugineus), der tatsächlich normalerweise nicht, selten aber schwach blaut.



    LG; Pablo.

    Hallo Pablo,


    bleibt nur noch nachzutragen:


    Bei den genannten Filzröhrlingen ist das Basismyzel unterschiedlich gefärbt.


    Grüße Gerd

  • Hallo, Gerd!


    Stimmt. Gemeint sind dabei die dünnen, feinen "Rhizomorphen" an der Stielbasis, nicht aber der Basisfilz.

    Diese dünnen Mycelfäden (eigentlich Rhizomorphen, weil gebündelte Mycelfäden) sind bei X. ferrugineus und X. chrysonemus leuchtend zitronengelb, bei X. subtomentosus aber weißlich bis blass ockergelb.

    Das Merkmal ist hier allerdings nicht erkennbar, und nach meiner Erfahrung selbst mit Mycelfäden an der Stielbasis nicht immer einfach zu interpretieren, eben wegen der Farbvariabilität des Basismycels von X. subtomentosus (Ziegenlippe).
    Jürgen Schreiner hatte mal eine gute Gegenüberstellung in Form einer Merkmalstabelle zu X. subtomentosus und X. ferrugineus im Doppelpilze - Forum eingestellt, nur finde ich die leider nicht so auf die Schnelle.



    LG; Pablo.

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  • Hallo Pablo,


    stimmt. Basisfilz s.str. gibt es bei beiden Arten Nicht sondern nur Basis-Myzelfäden.


    Grüße Gerd

  • Die Tabelle gibt es hier.

    Stimmt. Gemeint sind dabei die dünnen, feinen "Rhizomorphen" an der Stielbasis, nicht aber der Basisfilz.

    Das verstehe ich nicht so ganz.

    Das da sind also Rhizomorphen aber kein Basisfilz?


    Hat jemand vielleicht ein Beispiel für mich was ein Basisfilz s.str. ist?


    LG.

  • Hallo, Schupfnudel!


    Genau, Basisfilz und Basismycel / Rhizomorphen sind zwei verschiedene Sachen. Und die können auch verschieden gefärbt sein.
    Der Basisfilz ist der Flaum, der die Stielbasis umhüllt. "Basismycel" meint die feinen Fäden, die von der (filzigen oder unfilzigen) Stielbasis aus den Fruchtkörper mit dem Mycel im Boden verbinden. Das ist eigentlich kein Mycel (denn das wäre ja viel feiner und nicht makroskopisch erkennbar), sondern dünne Mycelstränge, kann man also schon Rhizomorphen nennen.

    Bei filzröhrlingen ist meines Wissens die Farbe dieser Mycelstränge (oft sehr dünn und vergänglich) entscheidend, die Farbe des Basismycels kann deutlich stärker variieren innerhalb einer Art.


    Nachtrag: Super Aufnahmen vom Basismycel >hier< im Beitrag von Jens.



    LG, Pablo.

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