Hallo, Besucher der Thread wurde 1,6k mal aufgerufen und enthält 18 Antworten
  • Hallo zusammen,


    haben wir hier Täublingsspezialisten? Ich weiß es nicht.


    Vllt kann mir jemand was dazu schreiben. Ich würde mich freuen.


    Gefunden: sandiger, saurer Boden, am Wegesrand, vor ca. 2 Wochen,

    Konsistenz des Fruchtkörpers: fest.

    Hutfarbe: Weinrot mit helleren Schattierungen,

    Hutform: ein wenig wellig, kompakt, Huthaut geht bis zum Rand, Huthaut ein Virtel abziehbar, (hier nicht zu sehen, Test aber gemacht)

    Stiel: rosa überhaucht aber nur in Richtung Stielspitze, nicht brüchig, eher fest, Stielbasis weiß,

    Lamellen: Richtung zitronengelb, dicht stehend, nicht untermischt, ein wenig biegsam, bis zur Stielspitze gehend,

    Geruch: unbedeutend,

    Sporenfarbe: cremefarben 1 a, Bild konnte nicht gemacht werden,








    Dieser Weg, da hätten Täublingsfreunde ihre helle Begeisterung gehabt. Einre Farbenpracht. Unglaublich. So viele verschiedene Arten, unvorstellbar. Wenn ichs nicht selber gesehen ätte........



    Lieben Dank fürs drüberschauen.




    Murmel

  • Hi,


    wie war denn der Geschmack von dem Täubling und die Begelitbäume ? Aber mit Täublingen ist es ja auch immer so eine Sache. Ob man die makroskopisch bestimmen kann. Mir fallen grade um die 10 Stück ein die ich makroskopisch bestimmen kann. Ich weiß nicht wieviele Täublingsexperten können, aber ich kann mir nicht so viele Vorstellen die makroskopisch bestimmbar wären, bei dem was man über die Gattung Russula so liesst.


    Viele Grüße

  • Hallo Jabaa,



    o mein Gott ja. Das hatte ich ganz vergessen.


    Der Geschmack war sehr scharf und nicht bitter. Ich würde ihn auf keinen Fall essen wollen.

    Begleitbäume waren Birke, Nadelbäume. Ich glaube es waren Zirbelkiefern. Hin und wieder gabs auch Lärchen.




    Grüße




    Murmel

  • Hallo Murmel,


    ich bin kein Täublingsexperte, aber folgendes ist mir aufgefallen:

    Zitat

    Konsistenz des Fruchtkörpers: fest.

    Das verbinde ich nicht mit einem Täubling, der ist meistens eher fragiler

    Zitat

    Hutform: ein wenig wellig, kompakt,

    Das ist eher auch nicht typisch für Täublinge, aber natürlich kein Ausschlusskriterium.

    Zitat

    Stiel: rosa überhaucht aber nur in Richtung Stielspitze, nicht brüchig, eher fest, Stielbasis weiß,

    Bei einem Täubling sollte der Stiel aber brüchig sein.

    Zitat


    Lamellen: Richtung zitronengelb, dicht stehend, nicht untermischt, ein wenig biegsam,

    Bei den wenigsten Täublingen sollten die Lamellen biegsam sein (Frauentäubling hat biegsame). Wie biegsam waren sie und sind sie dann gebrochen? Zerbröselt?


    Und bei Täublingen ist eine Geschmacksprobe sehr hilfreich, weil man je nachdem ob sie mild oder scharf schmecken, schon viele ausschließen kann.


    So ich jedenfalls bin echt gespannt, was die Fachleute dazu sagen, welchen Namen dieser hübsche Täubling (?) hat.


    VG Rolf

  • Hallo Rolf,



    und ja, ich fand ihn auch hübsch. Er wuchs büschelig (fast) gaaaaanz, gaaaanz viele davon. Es war sooo auffällig.

    Die Lamellen, hätte ich sie fester angefaßt, wären sie zerbröselt. Es war also eher ein vorsichtiger Versuch, sie zum Brechen zu bringen.

    Die Konsitenz, war echt fest. Und es war ein Täubling. Sicher, ganz sicher. Kennst Du den Zinnober-Täubling. Der ist fest. Und ganz grenauso fest war dieser auch.

    Mir ist auch auch aufgefallen, dass ich den Knacktest zwar gemacht habe, aber das Geräusch dabei? Ich weiß es nicht mehr.


    Manchmal ist man ja wie vernagelt. Lächel.




    Murmel

  • Hallo Murmel,


    und Täublinge, die büschelig wachsen, machen mich auch stutzig. Also viele, sehr viele beieinander kenne ich auch. Aber so richtig büschelig eher nicht, jedenfalls nicht bei uns hier.

    Denke, es könnte dazu beitragen, das die etwas "zerdengelte" Hutform durch dieses büschelige Wachstum entstanden ist.

    Natürlich zeigen die Bilder auch viele Täublings-Merkmale, wie gesagt, bin gespannt, wie er heißt.


    VG Rolf

  • Hallo Uwe,


    danke für deine Hinweise.

    Ich kann nur von den Täublingen ausgehen, die bei uns hier wachsen, und die sind leider meistens eher fragil. Natürlich ist ein noch junger Täubling auch deutlich fester als ein älterer.

    Mir fiel das jedoch deshalb auf, weil alle diese Hinweise eher nicht auf die breite Masse der von mir gefundenen Arten passen, sondern doch eher die Ausnahme beschreiben. So dachte ich zumindest.

    Hatte ja auch geschrieben, das ich kein Täublingsexperte bin.

    Bei meiner Aussage, dass der Stiel brüchig sein soll, bleibe ich. Unabhängig davon ob er sehr fest ist oder nicht, er soll brechen, also brüchig sein. Das er fest sein kann, hatte ich mit meiner Antwort nicht ausgeschlossen.


    Das die Lamellen nicht immer so typisch brechen, ist richtig.


    VG Rolf

  • Hallo,


    ganz kurz: Ich bin mir ziemlich sicher, dass du uns hier den Zitronenblättrigen Täubling Russula sardonia zeigst. Im Spätherbst wächst dieser in Kiefernwäldern auf Sandboden.


    Für die 100% braucht es kein Mikro, ein Tropfen Lauge (NaOH, KOH, Ammoniaklösung) auf den Lamellen gibt in einer Minute eine Rosafärbung.


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Murmel,

    eindeutige Russula sardonia (Zitronenblättriger Täubling). Einige deiner Angaben passen nicht wirklich. Die Sporenpulverfarbe war 3a, nicht 1a, wie du schriebst. Und Zirbelkiefern (Pinus cembra) waren bestimmt auch keine in der Nähe, da die Zirbelkiefer ein hochalpiner Baum ist. Das waren sicherlich Waldkiefern (Pinus sylvatica), also die mit der orangebraunen Stammfärbung und den zweiteiligen Nadeln. Mit nicht stimmenden Angaben erschwerst du die Bestimmung, statt sie zu erleichtern.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Stephan,


    es war ganz sicherlich nicht in meiner Absicht, nicht stimmige Angaben zu machen.


    Was die Bäume angeht, so kenne ich mich da nicht wirklich gut aus. Leider.

    Was die Sporenpulverfarbe angeht, so konnte ich die leider nicht mehr richtig erkennen, da nur weißes Papier vorhanden war. Meine Karte hatte ich auch nicht dabei, also mußte ich das weiße Papier zusammenfalten und einem längeren Transport aussetzen. Es hat also schon seine Gründe, warum das alles so war, wie es war. Und ganz bestimmt keine böse Absicht.


    Es ist auch so, dass ich dann verstehe, wenn die lieben Helfer keine gute Basis haben, mir bei der Bestimmung zu Helfen.


    Also nix für ungut.


    Ich habe heute das erste mal ein Post von Dir gelesen. Sei herzlich willkommen hier im Forum.




    Murmel

  • eindeutige Russula sardonia (Zitronenblättriger Täubling).


    Ach mist an den Täubling hatte ich auch gedacht (ohne ihn mal gehabt zu haben) ohne mich zu trauen dem einen Namen zu geben ;) . Ist dieser Täubling so eindeutig ? Dann könnte ich noch einen auf die Liste der makroskopisch bestimmbaren Täublinge setzen ?


    Viele Grüße

  • eindeutige Russula sardonia (Zitronenblättriger Täubling).


    Ach mist an den Täubling hatte ich auch gedacht (ohne ihn mal gehabt zu haben) ohne mich zu trauen dem einen Namen zu geben ;) . Ist dieser Täubling so eindeutig ? Dann könnte ich noch einen auf die Liste der makroskopisch bestimmbaren Täublinge setzen ?


    Viele Grüße

    Hallo Jabaa,

    ich finde diesen Täubling einen der am leichtesten erkennbaren - sofern mehrere herumstehen und nicht bloß ein einziger, der dann schon mal farblich untypisch aussehen kann. Damit du nicht vor Ort reinbeißen und die Schärfe feststellen must, schaust du dich zunächst mal um: ist es ein moosbewachsener Kiefernwald über sandig-saurem Boden? Das wäre das typische Habitat. Danach werden die Pilze genau angeschaut: haben sie zitronengelbe Lamellen? (die Lamellenfarbe ist ein Ticken freudiger gelb als dies bei Täublingen sonst der Fall ist) finden sich kleine Flüssigkeitstropfen (Tränen) an den Lamellenschneiden? ist der Stiel violett überhaucht (die Farbe entspricht in etwa der einer "Säufernase"), im Farbton relativ blauviolett, also "kalt"?

    Liegen diese 4 Informationen vor, kannst du an deinen Bestimmling auch ohne Kostprobe ein Schleifchen machen.

    Dagegen ist ziemlich unerheblich, ob der Hut rot, schwarzrot, weinrot, violett, olivgrün oder blassgelblich ist.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Jabaa,

    ich finde diesen Täubling einen der am leichtesten erkennbaren

    Hallo Stephan,


    vielen Dank für deine Antwort. Ich habe Pilze seit 4 Jahren im Grunde alleine gelernt, da sind mir vielleicht auch ein paar triviale Dinge entgangen. Du und ein paar andere entwickeln sich für mich zu einem digitalem Pilz "Shifu" in diesem Forum. Vielen dank für deine ausführliche Antwort.


    Viele Grüße

    Jabaa

  • Hallo Jabaa,

    ich weiß jetzt nicht, ob "Shifu" ein Kompliment oder das Gegenteil ist:). Trotz allem ist Täublingsbestimmung alles andere als trivial, da braucht es viel Erfahrung. Also bei mir sind es jetzt knapp 15 Jahre "Täublinge genauer anschauen", um so was über R. sardonia sagen zu können. Ich habe anfangs auch die Pilze immer alleine lernen wollen, bis ich irgendwann mitbekam, dass es so was wie Pilzvereine, Arbeitskreise, Myko-Tagungen und sogar Bestimmungsseminare gibt. Da, also aus dem ständigen Kontakt mit anderen, habe ich mein Wissen her, nicht aus dem stillen Kämmerlein.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

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