Hallo, Besucher der Thread wurde 411 mal aufgerufen und enthält 15 Antworten

An die Baumexperten unter uns

  • Hallo zusammen,



    ich möchte gerne wissen, um welchen Baum es sich hier bei diesem Jüngling handelt. Und hab nix auf dem Schirm.



    Beschreibung:


    sehr biegsame Zweige. Nadeln wie von einer Nordmanntanne, Rinde recht glatt. Ich kenn mich ja nicht sooooo dolle bei den Bäumen aus. Zapfen konnte ich keine sehen, da der Baum wahrscheinlich noch recht jung ist. Der Boden ist sauer. Und es gibt dort viiiieeeeel Moos.








    Ich würde mich freuen, wenn ihn jemand benennen kann.



    Danke und Grüße von





    der Murmel

  • Guten Morgen alle,



    ja das werde ich weiter beobachten. Denn..............Christine, Du könntest recht haben. Einige Meter weiter sah ich einen Riiiiiieeeeeeesenbaum von genau dieser Tanne. Und die Rindenstruktur sah genauso aus. Das nächste mal fotografier ich genau diesen Stamm. Vllt sind bis dahin ja auch einige Zapfen zu sehen.




    Lieben Dank allen.




    Murmel

  • Servus!


    Die einzelnen Abies - Arten auseinanderzuhalten, da tue ich mich schon im Wald ziemlich schwer. Aber eine Tanne (Abies spec.) sollte das schon auf jeden Fall sein.


    Vielleicht weiß ja jemand von euch zufällig:

    Gibt es eigentlich auch bei Abies Hybriden, also sind einzelne Arten der Gattung untereinander kreuzbar?



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallochen zusammen,


    leider sind die Fotos nicht sehr scharf, Murmel. Aber ich sehe da auch klar Tannen. Was wächst denn in der Nähe? Liegen (ganze) Fichtenzapfen am Boden oder sind es einzelne Tannenzapfenschupppen. Tannenzapfen fallen nie am Stück runter. Eiben könnten natürlich auch von weiter her kommen, weil sie von Vögeln transportiert werden. Zur einfachen Unterscheidung: Fichtennadeln haben immer eine piksiche Spitze (einzige Ausnahme: P. omorica, die Serbische F., bei uns eigentlich nur in Gärten.) Tannennadeln sind stumpf oder haben eher eine kleine Kerbe an der Spitze.

    Kreuzungen innerhalb der Gattung Abies sind möglich. Krüssmann (Die Baumschule) beschreibt verschiedene Hybriden mit Abies koreana. Mir ist aber nichts davon bekannt, ob sie in der Natur vorkommen.


    LG, Diether

  • Hallo zusammen,



    das ist ganz sicher KEINE Eibe.Dazu fehlen mir die roten Beeren. Sind mir die Äste zu biegsam.


    Bei nächster Gelegenheit werde ich wieder hinfahren und nach Zapfen Ausschau halten. Es gibt dort viele Kiefern. Moos.





    Lieben Dank für Eure Einschätzungen.




    Murmel

  • Moin, also an so kleinen, jungen Bäumchen würde ich noch gar keine Früchte erwarten, und biegsame Äste würden m. M. nach gerade FÜR Eibe sprechen...

    Aber gut, das ist von Ferne schwierig... wenn Du wieder vor Ort bist, mach doch noch mal Nahaufnahmen von den Nadeln (Ober- und Unterseite) und der Rinde.


    Bin ja nun auch gespannt, was dabei rauskommt...


    Gruß, Codo

  • Gibt es eigentlich auch bei Abies Hybriden, also sind einzelne Arten der Gattung untereinander kreuzbar?

    Hallo Pablo,


    noch ein Nachtrag: Mein Kollege vom Forstbotanischen Garten Göttingen schreibt mir von folgenden Hybriden: Abies x arnoldiana (A. koreana x A. veitchii) u. Abies x insigniis (A. nordmaniiana x A.pinsapo). Auch für die Weihnachtsbaumkultur soll viel gekreuzt worden sein. Da geht also alles quer (Bett) Beet.:wink: Im Grunde definiert sich ja der Begriff Gattung so, dass die Arten untereinander kreuzbar sind. Bin aber auch nicht sicher ob das grundsätzlich zutrift. Schwer vorstellbar, dass das die Autoren der Namen das alles ausprobiert haben, als sie die Rangstufe Gattung festgelegt haben. Wir erforschen die Ideen der Natur, die Natur kümmert sich nicht um unsere Ideen.


    LG, Diether

  • Hallo, ich möchte doch auch noch meinen Senf dazugeben.

    Es bleibt schwierig bei dem Bildmaterial und den Zusatzinformationen.

    Eiben haben spitze aber nicht stechende Nadeln. Auf den Fotos meine ich rundlich Spitzen zu erkennen.

    Auch die Abwesenheit der roten Früchte kann kein Ausschlußkriterium sein. Eiben brauchen etliche Jahre bis sie überhaupt fruchten.

    Der fotografierte Baum ist ja noch recht jung.

    Hemlocks lieben feuchte Standorte. Sie dürfte man als Bäume aus Nordamerika oder Ostasien hier in Wäldern oder Forsten selten antreffen.

    Aber auch das wäre kein Ausschlußgrund. Sie lieben übrigens an natürlichen Standorten relativ feuchtes Klima mit wenig Trockenstress.


    Deshalb wäre es eben notwendig, etwas mehr Informationen über den Standort zu haben. Und anderes Bildmaterial.


    LG Emil

  • Bon Soir!


    Bei einer Eibe würde ich auch nicht so eine glatte Rinde erwarten. Die ist doch eigentlich mehr so flach schuppig, also in dünnen Flächen ablösend.
    Auch von der Wuchsform des jungen Bäumchens würde ich eher nicht an eine Eibe denken, wo die Äste mehr aufstrebend angeordnet sind, nicht in regelmäßigen "Kränzen" und 90° Winkel vom Stamm ausgehen.


    Danke an Diether für die Auskunft zur Hybridisierung. Ich hatte es beinahe befürchtet.
    Pflanzen verhalten sich da übrigens deutlich anders als Pilze, wo Hybridbildungen auch zwischen Arten der selben Gattung sehr selten sind und bei vielen Arten gar nicht möglich.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hey Pablo,


    ja, die sind halt etwas schüchtern, als Schattenwesen scheu und zurückhaltend:blush:^^.


    Die Rinde junger Bäume sieht natürlich immer etwas anders aus, als bei adulten. Dennoch gebe ich Dir recht, auch die silbrige Farbe spricht für Tannen. Natürlich machen so junge Bäumchen noch keine Früchte, weder in Beeren noch in Zapfen. Ich bin auch gespannt auf Detailfotos. Wenn Murmel da noch mal hinkommt, hat sie, denk ich, jetzt genug Info, um zu entscheiden worum es sich handelt. Die Nadeln von Tannen sitzen übrigens auch noch mit einer kleinen Fußpatte am Zweig.


    LG, Diether

  • Na, dann lassen wir uns, was die Bäumchen angeht, mal von neueren und detailreicheren Bildern überraschen... ;-)


    Mir (als nicht-Biologen) stellt sich aber oben noch eine andere Frage, etwas off-topic:

    Im Grunde definiert sich ja der Begriff Gattung so, dass die Arten untereinander kreuzbar sind.

    Ich dachte bisher, dass die grobe Definition von "Arten" ja gerade ist, dass sie i. d. R. NICHT mit anderen Arten untereinander kreuzbar sind. Mir ist auch klar, dass das gesamte taxonomische System ein Stückweit künstlich ist, und man das alles unter verschiedenen Gesichtspunkten einteilen kann, und dass es natürlich etliche Ausnahmen und Übergangsformen gibt (weshalb die Einteilung ja auch ständig überarbeitet wird), aber ist das nicht dennoch eine grundlegende Annahme? Das würde ja im Widerspruch zu der obigen Aussage stehen. Oder ist gemeint, dass sich Arten innerhalb einer Gattung zwar hybridisieren können, diese Nachkommen aber i.d.R. steril sind, und sich somit nicht weitervermehren und auf diese Weise alle möglichen abgestuften Zwischenformen zwischen den Arten erzeugen würden, wie bei Pferd und Esel, die zwar Nachkommen haben (Maulesel bzw. Maultier), aber danach gibt es nicht noch Maultier-Esel, oder Maulesel-Esel-Pferd usw.

    Nun ist das sicherlich auch nochmal nach Reichen unterschiedlich, vielleicht sind bei Pflanzen Hybridisierungen eher üblich (bzw. im taxonomischen System zulässig)? Bei Insekten, wo ich mich halbwegs auskenne, kommen mir jedenfalls Hybride ausgesprochen selten unter, auch innerhalb einzelner Gattungen.


    Gruß,


    Codo


    PS: Ach ja, der Forstbotanische Garten in Göttingen, am Nikolausberg... das waren noch Zeiten... seufz... die haben da eine schöne Sammlung unterschiedlichster Zierapfelbäume, im Herbst ein toller Anblick, wenn die Früchte in allen Farben in der Abendsonne am Hang glänzen... :-)

  • Hallo Codo,


    genau so ist es, wie Du vermutest. Die Arten einer Gattung sind kreuzbar, erzeugen aber steriele Nachkommen. So kommt es in der Natur zu keinem Kuddelmuddel. Es müssen also die Eltern aus zwei Arten vor Ort beisammen sein, um hybride Nachkommen hervor zu bringen, die sich dann nicht untereinander vermehren können. In Der Kultur wird die Hybridzüchtung gezielt eingesetzt, um Pflanzen mit ganz bestimmten Eigenschaften zu erzeugen. Der Gärtner oder Landwirt ist dann nicht in der Lage Samen selber zu erzeugen, sondern wird sie immer wieder vom Züchter beziehen müssen. Im Kulturbereich sind Hybridzüchtungen weit verbreitet. Nur mit Hilfe des Menschen haben Hybriden heute eine weltweite Verbreitung gefunden. Es gibt sogar einige Gattungs-Hybriden. Besonders die Orchideenzüchter haben sich da hervorgetan.


    Das nächste Mal schwätzen wir aber wieder über Pilze:pilzeschlafen004:, Diether

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