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Bestimmungshilfe

  • Hallo und guten Tag,


    waren letzte Woche in Lermoos, Haus Antonia, sauber, einfach, günstig, am Ortsrand, nur Frühstück aber reichlich. Axso, Hausschuhe mitbringen :). Das Z-Ticket für drei Tage 68 Euronen ist OK, Zugspitze einmal mit inbegriffen, viele Almbahnen täglich 1x zu benutzen, rauf und runter.

    Ergo auf der Ehrwalder Alm bin ich dann auch mit Pfifferlingen und anderen Pilzen fündig, geworden. Mal erfolgreicher als bei uns im Frankfurter/Taunus Umkreis.


    Die Galerie beinhaltet eigentlich nur die mir bekannten Pfifferlinge und Abgestutzte Keule, alles andere was folgt, ist mir unbekannt bzw. nicht genau bestimmbar und kann mit "Bezeichnungsvorschlägen" versehen werden. Fundorte überwiegend Wiese und Fichtenwald.


    1 Pfiferlinge


    2 Bei diesen Gesellen muß ich dazu sagen, das die Farbgebung auf den Bildern nicht genau der Realität entsprechen ist, das weiße war überwiegend leicht gelblich.

    Und der Geruch erinnert an einen sehr überlägerigen Apfel, das hat gedauert, bis ich das auf dem Schirm hatte:).

    3 Ein Lärchenschneckling ?

    4 noch ein Schneckling ?



    5 Schleierlingsfamilie ?


    6 Glöckling ?


    7 Abgestutzte Keule


    7 hierbei geht es um den mit dem bräunlichen Kopf, weißem, etwas keulenförmigen Stiel mit bräunlichen Sproren und lila Lamellen.


    Vielleicht ist ja der eine oder andere Leser dabei, der sagt, ei ist doch klar, es kann nur der sein, eventuell auch der.


    Wünsche dann noch allen ein schönes Restwochenende und denen die noch heimkommen von der Suche guten Appetit.


    Grüße

    Ralph

  • Hallo Ralph

    1 ok

    2 Weisser Risspilz

    3 oder Oranggelber Schneckling

    4 zu wenig Details von nur einem Bild

    5 Cortinarius - >evt Bocks-Dickfuß

    6 zu wenig Details von nur einem Bild

    7 Ziegelgelber Schleimmkopf

    BG Andy

  • Hallo Ralph


    Kannst du etwas zum Geruch von Nr. 5 sagen? Wenn es ein Bocksdickfuss wäre, müsste er widerlich (nach Ziegenbock) stinken. Hast du vom Pilz eventuell ein Schnittbild.


    Ich vermute, dass ich kürzlich einen Bocksdickfuss gefunden habe: Bocksdickfuss (cortinarius camphoratus)?

    Leider hat sich bisher noch niemand zu meinem Fund geäussert.


    LG

    Benjamin

  • Hallo Benjamin,


    leider kein Schnitt gemacht, Geruchsprobe auch nicht, da Du aber sagst, er würde wiederlich nach Ziegenbock stinken, müßte man Ihn ja auf Entfernung (ca.30 cm bis 50 cm) ausmachen können.

    Tut mir leid das Du auf Deine Veröffentlichung kein re bekommen hast.


    Gruß

    Ralph

  • Hallo Ralph


    Ich kann nicht genau sagen, ob du es auf die Entfernung gerochen hättest. In Zukunft wäre ein Schnittbild und eine Geruchsprobe aber sicherlich (vor allem bei Schleierlingen) für eine Eingrenzung der Möglichkeiten unerlässlich. Falls Nr. 5 neutral gerochen hätte, könnte es eventuell auch ein Verfärbender Schleimkopf (cortinarius largus), aber ich kenne mich bei Schleierlingen für eine genauere Einschätzung einfach zu schlecht aus.


    CH-Andy Mich würde noch interessieren, wie du den Ziegelgelben Schleimkopf direkt bestimmen konntest. Ist es der bräunliche Hut in Verbindung mit den lilablauen Lamellen? Gibt es denn hier Verwechslungsmöglichkeiten, die diese Kombination haben? Ich habe mir mal die Verwechslungsgefahren auf 123Pilze angesehen und empfand bei den meisten dort aufgeführten Pilzen jetzt keine sehr grosse Ähnlichkeit, ausser vielleicht der Vielgestaltige Schleimkopf (auch bräunlicher Hut mit lilablauen Lamellen). Falls du noch etwas dazu sagen könntest wäre ich dir sehr dankbar.


    LG

    Benjamin

  • Hallo Benjamin

    Es gibt durchaus Verwechslungspartner, aber ich sammle denn selber für mich sehr gern und kann ihn daher aufgrund des Habitus, ansprechen.

    Ein guter Hinweis ist das Violetteband beim Ansatz der Lamellen plus das Fleisch (bei einem Querschnitt) muss weiss sein evt. leicht gelblich im Stiel.


    Ist natürlich wie immer keine Verzehrfreigabe von mir. Cortinarien für Speisezwecke sammeln erst wenn man sehr sicher ist.

    BG Andy

  • Hallo,


    der Ziegelgelbe Schleimkopf Cortinarius varius ist durchaus ein ganz gut erkennbarer Schleierling, trotz einiger Doppelgänger:

    - Semmelgelber, klebriger Hut
    - Lange violettbleibende Lamellen mit lila Färbung am Stielansatz
    - Keuliger Stiel ohne abgesetzte Knolle

    - weißliches bis blass gelblich getöntes Fleisch

    Sehr ähnlich kann der ungiftige Blaublättrige Schleimfuß Cortinarius delibutus aussehen, wenn dieser entgegen der Norm etwas größer ausfällt. Er hat einen schleimigen, kaum keuligen Stiel, der bei Trockenheit braun genattert ist und schmeckt etwas bitter.

    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Mich würde noch interessieren, wie du den Ziegelgelben Schleimkopf direkt bestimmen konntest. Ist es der bräunliche Hut in Verbindung mit den lilablauen Lamellen? Gibt es denn hier Verwechslungsmöglichkeiten, die diese Kombination haben?

    Hallo Benjamin,

    ja, in dieser Farbkombination gibt es so einiges. Bei der Bestimmung des Ziegelgelben Schleimkopfes spielt die Beigeverfärbung des Fleisches nach dem Anschneiden (dauert ca. 30 Minuten) eine Rolle, und dann natürlich das KOH, auf das er als Variicolores-Vertreter chromgelb reagiert.

    Die Ehrwalder Alm kenne ich von eigenen Exkursionen, der Ziegelgelbe Schleimkopf kommt da reichlich vor.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Ralph,

    auf deinen Fotos entdeckte ich ein paar alte Bekannte, wie schon gesagt war ich auch schon ein paar Mal auf der Ehrwalder Alm.

    Nr. 2 sind alte, überständige Inocybe fibrosa

    Nr. 3 ist Hygrophorus hypothejus var. aureus, also eine gelbe Variation des Frostschnecklings; der Lärchenschneckling wäre zitronengelb statt goldgelb

    Nr. 4 ist kein Schneckling, sondern ein Gelbfuß: Gomphidius maculatus

    Im Anhang sieht man u. a. noch den Rötlichen Gallerttrichter (Tremiscus helvelloides)

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Stephan


    Vielen Dank für deine Erklärung.

    ja, in dieser Farbkombination gibt es so einiges.

    Hätte ich mir ja denken können. Ein Schleierling mit so einzigartigen Merkmalen, ohne Verwechslungsmöglichkeiten wäre ja auch zu schön um wahr zu sein gewesen. ^^


    Bei der Bestimmung des Ziegelgelben Schleimkopfes spielt die Beigeverfärbung des Fleisches nach dem Anschneiden (dauert ca. 30 Minuten) eine Rolle, und dann natürlich das KOH, auf das er als Variicolores-Vertreter chromgelb reagiert.

    Jetzt muss ich doch nochmal nachfragen, damit ich das richtige verstehe. Du meinst damit, dass das weisse Fleisch sich nach dem Anschneiden in etwa 30 Minuten zu einem bestimmten Beigefarbton verfärbt? Ich würde ja gerne Tests mit verschiedenen Chemikalien auch für die Täublinge durchführen, aber ich habe noch keinen Shop hier in der Schweiz gefunden, wo ich das bestellen könnte. Ich muss mich nochmal umschauen und sonst muss ich eben in Deutschland bestellen.

    Vielleicht noch eine etwas dumme Frage: Wenn sich das KOH chromgelb färbt, ist es nach deiner Aussage, wenn ich dich richtig verstanden habe, ein Variicolores-Vertreter, oder? Aber was sagt mir das dann genau? Was sind Variicolores-Vertreter?


    LG

    Benjamin

  • Hallo Benjamin,

    die Phlegmacien, zu denen Cortinarius varius gehört, sind ihrerseits wieder in verschiedene Untersektionen aufgeteilt. Eine davon ist Variicolores, also die Gruppe um Cortinarius variicolor, den Erdigriechenden Schleimkopf. Gemeinsames Merkmal der Arten in dieser Gruppe ist, dass das Fleisch mit KOH so reagiert, dass entweder ein komplett gelber Fleck entsteht oder ein bräunlicher Fleck mit leuchtend gelber Umrandung. Sieht man das, kann man von gefühlt 250 Phlegmacien schon mal etwa 200 ausschließen. Nach diesem Test - wenn er denn positiv war - muss man halt immer noch überblicken, welche gefühlt 50 Arten sich unter den Variicolores tummeln, bevor man eine Artdiagnose stellen kann.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

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