Porling an Nadelholz

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 1.390 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (19. Januar 2023 um 18:44) ist von Beorn.

  • Hallo zusammen!

    Hier brauch ich wieder mal eure Hilfe.

    Heute an einem stehendem Nadelholzstamm (Fichte oder Tanne) gefunden. Am abgerissenem/am Boden liegenden Stammteil finden sich keine derartigen Fruchtkörper.

    Der Stamm mit den Fruchtkörpern.

    2 bereits leicht verwitterte Oberfläche/leichte "Behaarung" ist noch zu erkennen

    3 kein resupinates wachstum

    4 absolut hypnotische Porung😁

    5 Fruchtkörper so zwischen 3 und 5cm

    6 keine großartige Verfärbung, Geruch unbedeutend, probiert hab ich ihn nicht. Die Konsistenz ist weich, zäh und wässrig.

    Von der porenform erinnert es mich irgendwie an die hirschbraune tramete/die kann es aber nicht sein. Irgendwie kommt mir das schwammerl schon bekannt vor, steh aber am schlauch...

    Ich freu mich über Hinweise!

    LG Joe

    Einmal editiert, zuletzt von joe (14. Januar 2023 um 14:00)

  • Hallo Joe

    Ich bin mir nicht sicher ob das Nadelholz ist, schau mal die Basis an wie die Wurzelläufe sind.

    So auf die schnelle wäre doch auch noch dieser zu prüfen -> Rötende Blätterwirrling (Daedaleopsis confragosa)

    BG Andy

  • Hallo,

    interessant wäre vielleicht noch zu wissen, welche Konsistenz der Pilz hat (saftig, weich, zäh, fest, hart).

    Er wirkt auf mich eher weich als zäh.

    Ich traue mich mal und werfe mal Postia oder Amylocystis in den Ring.

    LG, Martin

  • Hallo, wenn hier ständig etwas in den Ring geworfen wird, beteilige ich mich mal mit Inocutis rheades - Fuchsroter Schillerporling, wenn Laubholz.

    In der Vergrößerung glaube ich veklebte Haare zu sehen.

    LG Emil

  • Andy Martin und Emil schonmal besten Dank für eure Hilfe👍👍

    Beim Holz handelt es sich sicher um Nadelholz/zumindest so viel kann ich sagen...

    Zur Konsistenz: der ist weich wie von Martin vermutet aber zäh und recht wässrig/ich werde es oben noch ergänzen.

    Noch ein Foto mit Chemie...

    Links mit 5%iger KOH, rechts mit Melzer.

    die Oberseite scheint mir bei beiden anders zu reagieren als die Poren. Mit KOH wird sie dunkler, mit Melzer ist doch ein deutlicher Grünstich an der Oberfläche zu erkennen.

    LG Joe

  • Interessant, mein Tipp ist somit obsolet. Ich finde den Vorschlag von Martin sehr gut -> Amylocystis, aber den kenne ich nicht.....

    Mal schauen ob sich Pablo dazu auch noch meldet. BG Andy

  • hallo Zusammen

    Ich habe nun noch in einigen Literaturen nachgeschaut und mir gefällt dieser hier noch;

    Oligoporus fragilis - Fleckender Saftporling

    BG Andy

  • danke für den hinweis andy, liest sich ja nicht schlecht. Eine verfärbung auf druck hat es zwar nicht gegeben, auch ein nachdunkeln beim trocknen über nacht ist bis jetzt ausgeblieben- es sind halt auch keine ganz frichen fruchtkörper/vlt hängts damit zusammen.

    Ohne Mikro wirds wohl nix, mal schaun was Pablo meint.

    Danke jedenfalls für eure beteiligung👍👍

    Lg joe

    • Offizieller Beitrag

    Servus!

    Die Porenform wäre ungewöhnlich für Postia fragilis. Die Art bildet mehr oder weniger die gleichen Poren wie die Arten aus dem Umfeld von Postia caesia & Postia alni, also eher fein und gerne irpicoid aufspalten, aber weniger so labyrinthisch wie hier.

    Interessant wäre die Konsistenz der Fruchtkörper, also ob die eher fest, elastisch, brüchig oder matschig-weich waren. Neben einigen "Postias" (die ja mittlerweile auch größtenteils in eigenen Gattungen untergebracht sind) könnten auch noch Tyromyces (s.l.) oder Spongipellis s.l. (wobei ich da noch nie so was Rötliches gesehen habe) in Frage kommen.

    Bei den makrochemischen Reaktionen kann man schon mal festhalten: Melzer negativ, also das, was auf dem Bild zu sehen ist, ist weder amyloid noch dextrinoid. Auch die KOH-Reaktion muss man hier als "negativ" / "unbedeutend" einordnen. Man sieht da eine verdunkelung der Oberflächen, aber keinen echten Farbwechsel.

    Ich fürchte, man müsste da auch mikroskopieren.


    Lg; Pablo.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Joe!

    Hm, hatte ich die Frage nach der Konsistenz gerade zum dritten Mal gestellt? :blush:

    Dennoch danke, weil: Zäh sollten die Postia - Arten um fragilis normalerweise nicht sein. Die kann man in der Regel einfach mit zwei Fingern zerrupfen.
    Was mir aber eben noch in den Sinn kommt: Komische Climacocystis borealis (Nerdische Porlinge). Die Färbung ist eigenartig, könnte aber vermutlich schon so vorkommen. Die Poren würden halt sehr gut dazu passen, und auch die beschriebene Konsistenz.


    LG; Pablo.

  • der vorschlag gefällt mir gerade ziemlich gut mit dem "nerdischen" porling pablo.

    So rein stammseitig gewachsen hab ich sie zwar noch nicht gefunden aber warum nicht. vlt lauf ich nochmal in einen drein bzw finde ein schnittbild, das könnte schon weiterhelfen .

    Danke jedenfalls🍻

    Lg joe

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Joe!


    Auch reinbeißen kann man da mal, Climacocystis borealis ist normalerweise schon ordentlich bitter. Auch das wäre dann ja noch ein Hinweis.


    Lg; Pablo.