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Auch hier: Erste Röhrlinge

  • Hallo Boris

    Das ist eben das Problem, bei mir in der Nähe hat es keine Lärche..... :wink:

    Hier in meinem Gebiet nur, Kiefer, Weiss-und Rottanne und jede Menge Laubwälder. Die Lärche kommt bei uns mehrheitlich im Gebirge vor.

    LG Andy

  • Hallo Andy.


    An einer meiner Goldröhrlingsstellen gibts auch gar keine Lärche. Da gehen sie wohl mit der nahe stehenden Weymuthskiefer eine Symbiose ein. Laut 123pilze soll das möglich sein, wenn auch extrem selten. Vielleicht gibts ja auch die bei dir. Oder Douglasie. Die wird da auch aufgeführt.


    LG Matthias

  • Hallo Andy.


    An einer meiner Goldröhrlingsstellen gibts auch gar keine Lärche. Da gehen sie wohl mit der nahe stehenden Weymuthskiefer eine Symbiose ein. Laut 123pilze soll das möglich sein, wenn auch extrem selten. Vielleicht gibts ja auch die bei dir. Oder Douglasie. Die wird da auch aufgeführt.


    LG Matthias

    Hallo Matthias, guter Hinweis bezüglich Douglasie, diese Baumart wird leider vermehrt bepflanzt und verdrängt so unsere einheimischen Arten. Bin gespannt was sich dort finden lässt ausser der Douglasie Röhrling (SUILLUS LAKEI)

    LG Andy

  • Salve!


    Beim Beobachten der Mykorrhizapartner von Suillus grevillei (Goldröhrling) darf man auch eines nicht vergessen: Die Europäische Lärche (Larix decidua) verfügt über die abgefeimteste Tarnvorrichtung des gesamten Universums! Die klingonischen Birds of Prey sind lediglich ein mangelhafter Abklatsch dieses Tarnsystems. Selbst ausgewachsene Lärchen mit einem Stammdurchmesser von 50cm sind für das menschliche Auge oft komplett unsichtbar und können nur anhand ihrer Mykorrhizapartner entdeckt werden.
    Ich hatte selbst auch so eine Stelle, wo ich Jahre lang um die üppigen Grüppchen von Goldröhrlingen herumschlich, auf der Suche nach diesem vertrackten Baum. Irgendwann ging ich durch den Freiraum mitten zwischen einer Rotbuche und einer Fichte und klatschte mit dem Gesicht frontal gegen den unsichtbaren Lärchenstamm, daß mir die Brille meterweit zwischen die Lärchenröhrlinge flog - erst danach war ich im stande, den Stamm auch visuell wwahrzunehmen. Vermutlich hat die Erschütterung den Tarnmechanismus ausgesetzt.


    Also: Immer Achtung, die Lärche ist in den allermeisten Fällen da. Auch wenn man sie nicht sieht (egal wie gründlich man sucht). :wink:


    PS.: Die Douglasien haben in europa ja grundsätzlich auch nichts verloren. Die gehören nach Nordamerika, und dort haben sie auch reichliche, teils spezifizierte Mykorrhizapartner.
    Gelegentlich wurden mit den Douglasien auch ihre obligaten, nordamerikanischen Symbionten eingeschleppt, solche Funde sind selten, kommen aber auch bei uns vor.
    Zudem verbindet sich Pseudotsuga menziesi auch mit europäischen Mykorrhizapilzen (sofern diese dazu in der Lage sind), zB mit Boletus edulis (Fichtensteinpilz), Imleria baida (Marone) und diversen anderen. Aber: Einheimische Arten, die mit Douglasien vernetzt sind, produzieren keine bis nur sehr selten Fruchtkörper. Warum weiß ich nicht, aber irgendwie nutzt die Dozglasie zwar die Pilze, aber die bekommen von ihr nicht das, was sie von anderen Arten bekommen. Jedenfalls reicht es nicht zur Fruchtkörperproduktion.

    Weil aber auch die Fruchtkörper der Pilze eine maßgebliche und grundlegende Bedeutung für die Funktion von Wäldern haben, ist das ein weiterer Grund, warum Pseudotsuga menziesi in europa nichts zu suchen hat und auf keinen Fall weiterhin künstlich hier angesiedeltwerden darf.

    Was mittelfristig auch im Interesse der Waldbewirtschaftung ist, aber sicher bin ich nicht, ob die auch in der Lage sind, das zu begreifen.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hi Pablo,


    schön, dass es noch jemanden gibt, der die Lärchen immer erst nach den Lärchenbegleitern entdeckt (und das an jahrelang begangen Stellen und Wegen). :D


    Ich kann da zur zustimmen, irgendwo war bei meinen Gold-, Grauen Lärchenröhrlingen oder auch Lärchenmilchling immer ein passender Baum dazu. Arten die sich auf einen Mykorhizzapartner spezialisiert haben gehen nur sehr selten einen andere Bindung ein. Und die muss dann auch erst mal so effektiv werden, dass es für eine Fruktifikation ausreicht.


    LG Thiemo

  • irgendwo war bei meinen Gold-, Grauen Lärchenröhrlingen oder auch Lärchenmilchling immer ein passender Baum dazu.

    Hallo Thiemo,


    da habe ich eine andere Erfahrung gemacht. Bei meiner Suche nach dem Standort von Suillus caerulescens standen in ca. 5 m Entfernung zum Fundort 2 Goldis herum. Auch nach mehrmaligem Suchen ist dort nirgends eine Lärche zu sehen und auf einem immer wieder auf allen Flächen gemähten Friedhofsgelände ist das Wachstum einer ganz kleinen Lärche praktisch ausgeschlossen.


    Das uns die Pilze immer wieder überraschen können zeigt auch das mittlerweile nachgewiesene Vorkommen des Kuh-Röhrlings unter Rotbuche. Der galt ja auch immer als reiner Kiefernbegleiter.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hallo zusammen,

    Die oben gezeigten Goldröhrlinge standen am Fuß einer Fichte! Ich konnte dort aber auch einzelne Lärchenzapfen sehen. Erst nach längerem Umschauen sah ich dann doch die Lärche. Ein großer Baum, der nur im Gipfelbereich begrünte Äste hatte. Somit "verschwand" die Lärche fast unter dem anderen Bewuchs.

    VG, Toni

  • Ich kann da Pablo nur beipflichten, ich weiß nicht wie oft ich schon nach dem Fund des Pilzes die Lärche suchen musste um dann festzustellen, dass sie die ganze Zeit vor meinen Augen war.


    Zur Douglasie, bei uns wurden die teilweise schon vor 50 Jahren gepflanzt (Auskunft vom Förster), an diesen Stellen stehen auch viele, dicke und alte Douglasien aber darum herum heimische Arten. Scheint mir zumindest nicht so, als ob die einheimische Arten selbständig verdrängt (Anbau ist natürlich etwas anderes).


    Ich bin auch nicht begeistert darüber, dass vermehrt „ausländische“ Arten hier angebaut werden, gleichzeitig befürchte ich man wird eventuell nicht darum herum kommen wenn man weiter ausreichend Holz aus den eigenen Wäldern bekommen will. Stattdessen Wälder wo anders abzuholzen oder auf Alternativen (Kunststoffe) zu setzen ist halt auch nicht so gut.


    Bevorzugen würde ich Arten die unter vergleichbaren Bedingungen möglichst nah bei uns (z.B. diverse Eichen der Mittelmehrländer) wachsen und vermutlich von selbst nach und nach unsere Wälder erobern würden.

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Hi Jörg,


    Sehr interessant. Kuh-Röhrlinge unter Rotbuche ist ja auch phänomenal. :cool: Das ist ja verwandtschaftlich ein ganz anderes Kaliber.


    Eine letzte Möglichkeit besteht immer noch darin, dass der Baum entfernt wurde. Der Pilz kann durchaus noch ein, zwei Jahre fruktifizieren.:wink:

    Aber ich vertraue Dir soweit, dass du "deine" Parks gut und lange genug kennst.


    LG Thiemo

  • Hallö zusammen,


    Thiemo, das kann ich bestätigen. Letztes Jahr habe ich in einem, seit einem Jahr kahlgeschlagenen Fichtenstück noch eine ganze Handvoll Maronen gesammelt.


    Lärchen sollten eigentlich ziemlich leicht zu enttarnen sein, bzw sie hinterlassen recht deutlichhe Spuren. Lärchen sind "selbstreinigend", das heist sie schmeißen ständig alle Zweige ab, die sie nicht mehr brauchen und die sind recht leicht an den alle paar cm sitzenden Kurztrieben aus denen jährlich die neuen Nadeln sprießen, zu erkennen. Meist sitzen auch noch die kleinen Zapfen dran. Wo Lärchen stehen, liegen auf jeden Fall überall diese Zweige rum.


    Gute Nacht miteinander,

    Diether

  • Servus!


    Ich sollte dazu ja eigentlich nichts schreiben...

    Aber weil der Quatsch auch immer wieder durch die Medien geistert, auch verbreitet von sogenannten "Ökologen" (bzw. Lobbyisten der Holzindustrie), die aber leider absolut nicht die geringste Ahnung davon haben, was Wald ist und wie Wald funktioniert, will ich doch mal eben ein paar Fakten klarstellen:
    Die Rotbuche (Fagus sylvatica) kommt mit dem Klimawandel sehr gut klar! Womit Fagus sylvatica nicht gut klar kommt, ist Plantagenwirtschaft (die meisten Wälder sind halt keine Wälder mehr, sondern artenarme Holzplantagen / Agrarwüsten). Zweitens: Fagus kann in Sachen Stickstoffanreicherung komplett entgleiste Böden ganz und gar nicht ausstehen.
    Beides hat einen ganz entscheidenden Grund, der auch von hochdotierten (Pseudo-) Wissenschaftlern im Dienste von Politik & Holzindustrielobby zu 100% ignoriert wird: Fagus sylvatica ist ein obligater Mykorrhizabildner. Allerdings nicht mit einem oder zwei Pilzen, sondern in einem einigermaßen gesunden Rotbuchenbestand hat jeder einzelne Baum dutzende Mykorrhizapartner und zwar verschiedene. Diese Artenvielfalt ist zwingend notwendig nicht nur für das Wachstum dieser Baumart, sondern auch für ihre Wiederstandsfähigkeit gegenüber diversen Umwelteinflüssen. Nimmt die Artenvielfalt an Mykorrhizapartnern ab, fehlt der Rotbuche mehr und mehr die Lebensgrundlage. Wenn das passiert, hat eine über mehrere Jahre intensivierende Dürre wie jetzt leichtes Spiel.
    Dabei auch zu berücksichtigen: Die Temperaturen sind komplett irrelevant.
    Fagus sylvatica kommt auch mit 45°C zurecht. Ebenso wie mit -25°C. Sofern mit dem Wald ansonsten alles i.O. ist, also auch mit der Mykorrhiza im Boden. Blöd ist nur die Dürre, das geht selbst in einem einigermaßen intakten Wald nur bis zu einem bestimmten Grad. Spielt übrigens keine Rolle, wie warm es ist. Wenn's nicht regnet, ist es trocken, egal ob das Thermometer +30°C oder -10°C anzeigt.

    Die Fichte (Picea abies) hat da schon noch mal etwas andere Probleme, denn die verträgt tatsächlich auch Hitze nicht besonders gut. Und Trockenheit erst recht nicht. Picea abies ist allerdings auch ein obligater Mykorrhizaabildner. Und ebenso wie die Rotbuche auf etliche veschiedenartige Mykorrhizapilze pro Baum angewiesen. Picea abies ist aber eben ein Baum der nach Nordeuropa und / oder in die Höhenlagen europäischer Mittel- und Hochgebirge gehört. Da ist er hemisch, und in diesen gebieten findet er sein spezifisches ökologisches Biom (also auch die passenden Mykorrhizapartner), ohne die er krass anfällig wird und bei einer Störung wie der seit einigen Jahren immer stärker werdenden Dürre eben abstirbt.
    Am Beispiel der Fichte wunderbar zu sehen: Man kann nicht einfach beliebig Bäume in Plantagen außerhalb ihrer natürlichen Ökosysteme anpflanzen. Das bildet extrem schwache und instabile Ökosysteme, die zwangsläufig kollabieren müssen, wenn sich die Verhältnisse auch nur minimal verschlechtern.
    In dem Zusammenhang kurze Richtigstellung zum Schädlingsmärchen in Sachen Borkenkäfern: In wirklichkeit ist es so, daß Borkenkäfer Nutztiere sind. Sie wurden von Ökosystemen entwickelt, um kranke Bestände zügig aufzuräumen und das Holz einer raschen verwertung für andere Tiere, Pilze, Bakterien und letztlich wieeder Pflanzen zur verfügung zu stellen. Kurz: Borkenkäfer sind kein Problem, sondern sie lösen eines.

    Was die Lügengeschichte vom "Holzmangel" betrifft: Im Moment ist die Bilanz extrem krass, aber sie war schon vor Corona - Shutdown nicht ausgeglichen: Es wurde und wird definitiv mehr Holz geschlagen als benötigt wird. Daß man also unbedingt (katastrophalerweise) neue Monokultur - Baumplantagen mit rasch wachsenden, nutzbaren Hölzern anlegen müsse, um "den (Wirtschafts-)Wald zu "retten", ist zu 100% Blödsinn. Der Holzpreis war schon vor dem Shutdown niedrig, weil viel mehr geschlagen als verbraucht wurde. Der (ökologisch verheerenden) Holzindustrie wurde und wird sogar Steuergeld wie Zucker in den Arsch geblasen, um Märkte zu schaffen, wo gar keine sind. So zB in der komplett schwachsinnigen Subvention von Holzöfen (schlimmer geht's nimmer, ökologisch wie klimatechnisch).


    ...


    Sorry.
    Ich schrieb ja eingangs, ich hätte es nicht schreiben sollen.
    Falls es doch jemand gelesen hat: Förster und Forstwirte sind hier explizit nicht angesprochen. Das geht ganz explizit gegen die Holz- und Forstindustrie und gegen politische Strukturen, die sich auzsschließlich um diese kümmern und nur auf von denen gesponsorte Pseudowissenschaftler hören, weil da das meiste Geld rumfließt.

    Allen normalen Förstern, kleineren Waldbesitzern, oder Waldpächtern, die ich kenne, und die in (einigermaßen) funktionierenden Wäldern eine (einigermaßen) nachhaltige Forstwirtschaft betreiben, platzt nämlich ebenfalls regelmäßig der Kragen, wenn's um dieses Thema geht.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hi Pablo,


    danke für die hervorragenden Ausführungen. Endlich hört man mal vernünftige Worte. Ich bin in allen Punkten Deiner Meinung und auch mich graut es vor einem entarteten Wald. Das ist ein gutes Beispiel dafür wie Zeitphänomene wie Klimawandel oder Dürre von Lobbisten zu ihrem vermeindlichen Vorteil ausgenutzt werden. Man stelle sich einen Wald aus Ahorn, Robinie und Duglasie vor. Da möchte ich nicht nach Pilzen suchen. Auch ich denke, man sollte dem Wald mehr die Möglichkeit geben sich selbst zu entwickeln. Und da der schnelle Profit für unsere Waldbesitzer ohnehin nicht mehr gegeben ist, könnte man ruhig überlegen, ob die Holzernte im Ruck-Zuck-Verfahren mit schwerstem Gerät echt noch nötig ist. Über diese Dinge ließe sich viel sagen und ich bin froh, dass es auch an dieser Stelle mal jemand getan hat.


    LG, Diether

  • Hallo, Matthias!


    Fast hätte ich jetzt laut "Zecke!" geschrieben...

    Aber es war eine Zecke, die an einer kleinen Lärche hochkletterte, richtig?



    LG, Pablo.

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