Es gibt 20 Antworten in diesem Thema, welches 7.980 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (25. September 2019 um 07:46) ist von Franz.

  • Guten Abend,

    diese Pilzart habe ich schon mehrere Jahre hintereinander an derselben Stelle gefunden und heute habe ich mich daran gewagt. Ich hatte schon länger einen Knollenblätterpilz im Verdacht.

    Der Pilz war jung und stand sicher noch nicht lange da, Einzelexemplar. Mischwald in Bachnähe, eher saurer Boden.

    Der Geruch war leicht seltsam süßlich. Liege ich mit Knollenblätterpilz richtig, aber welcher?

    Viele Grüße

    Luzia

  • Hallo,

    da kann ich Jens nur zustimmen. Der wird in England nicht umsonst Death Angel genannt.

    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hallo zusammen,

    danke für eure Rückmeldungen, ja so schön und so tödlich. Deshalb habe ich mich wohl auch so lange um die genauere Bestimmung gedrückt, irgendwie wollte ich ihn nicht anrühren.

    Aber ich werde es weitergeben in meinem Bekanntenkreis, den kennt fast niemand. Ist der wirklich so selten? Für mich war das auch das erste Mal und ich suche schon über fünfzig Jahre Pilze.

    LG Luzia

  • Hm.

    Also vlt. lehne ich mich bissl weit aus dem Fenster aber mir sieht der eher nach Amanita virosa aus.

    Da würde auch der Standort für sprechen.

    LG.

    Keine Verzehrfreigaben meinerseits.

  • Nein schupfnudel,

    Virosa hat kein grün, höchstens isabell rosa im Scheitel. Und vor allem keinen genatterten Stiel, sondern Faser flockig.

    Das ist schon phalloides.

    Lg jens

    • Offizieller Beitrag

    Ahoi!

    Die Hutform passt auch besser zu Amanita phalloides als zu Amanita virosa.
    Ungewöhnlich kräftige Natterung, aber bei Amanita virosa steht das flockig vom Stiel ab, wie Jens schon gesagt hat.
    Amanita phalloides gibt es auch in rein weiß, da könnte man noch dran denken, wenn das Grün auf den Bildern eher ein Artefakt durch Beschattung und Reflektion von Moos und Blättern ist.


    LG; Pablo.

  • Hallo zusammen,

    der Hut war oben schon leicht grünlich, das war deutlich sichtbar wenn man den Pilz in der Hand gedreht hat.

    Viele Grüße

    Luzia

  • Hallo Luzia,

    in Deinen Sammelgebieten ist der sogar sehr häufig. Wenn ich in und um München unterwegs bin stolpere ich jedenfalls sehr oft drüber. Aber ist ja oft so, erst wennman etwas kennt, sieht man es häufiger.

  • Hm.

    Also vlt. lehne ich mich bissl weit aus dem Fenster aber mir sieht der eher nach Amanita virosa aus.

    Da würde auch der Standort für sprechen.

    LG.

    genau so sehe ich das auch!!!

    Den grünen Knolli habe ich bisher nur im kalkhaltigen Buchenwald mit eingestreuten Eichen gefunden.

    Den weißen Knolli dagegen bisher nur in sauren (oft feuchtem) Fichtenwald.

    Grüße Gerd

  • Hallo zusammen,

    vielleicht hilft das weiter. Ich bin heute noch einmal zu der Stelle gefahren. In der unmittelbaren Nähe sind nur Fichten. Vereinzelte Laubbäume, meist Erlen, sind über 50 Meter entfernt.

    Neben dem früher gefundenen Exemplar sind in ungefähr 30 cm Entfernung zwei weitere Pilze nebeneinander gewachsen. Die Stiele sind beim Herausnehmen abgebrochen, sie waren angefressen.

    Die Hutfarbe war hellbräunlich.


    In zwei Meter Entfernung stand ein dritter Pilz, bei dem war die Scheide gut sichtbar, mit Velumresten auf dem Hut.



    Die Hüte von allen dreien:



    Viele Grüße

    Luzia

    • Offizieller Beitrag

    Guten Abend!

    Für mich sehen die immer noch nicht nach Amanita virosa aus. :wink:

    Die Stieloberfläche geht hier schon eher in die Richtung (wollig abstehende Schuppen und Sparren), die Hüte sind aber auch bei diesen jungen Fruchtkörpern so gar kein bisschen kegelig, sondern phalloides - typisch halbkugelig und die Huthaut viel zu stark pigmentiert.

    Ich würde hier auch eine Bestimmung nicht an ökologischen Gegebenheiten festmachen.

    Amanita phalloides wächst bei mir zahlreich, üppig und überall auf sauren bis sehr sauren Böden, kann auch mit Nadelbäumen Mykorrhiza bilden, und Amanita virosa fand ich auch schon am Bodensee (bei Konstanz) im reinen Laubwald (Rotbuchen und eichen) auf stark basischem Kalkboden.

    Ökologie ist hier ähnlich zu werten wie phänologische Eigenschaften: Ist ganz nett, wenn's zur Bestimmung passt, kann aber nicht Ausgang oder Argument für eine Bestimmung sein.

    Morphologisch schaut das aus meiner Sicht viel mehr wie blasse Amanita phalloides aus als wie Amanita virosa.


    LG, Pablo.

  • Ok, dann unterschätze ich wohl die Variationsbreite von A. phalloides bisher. Den ausgeprägt schuppig-sparrigen Stiel (3. Bild rechts der bei den nachgereichten) fand ich sehr ungewöhnlich für A. phalloides.

    Ich bin eben hier nochmal die Bilder von A. phalloides und A. virosa durchgegangen und da sehe ich bei dem grünen nirgends so einen ausgeprägt flockigen Stiel. Aber scheinbar darf der das dann wohl.


    Für A. virosa sprach hier für mich der Standort (wenn auch eingeschränkt laut Pablos Aussage), der deutlich wollig-schuppige Stiel und die asymmetrischen Hüte, wenn sie auch nicht so extrem kegelhütig sind.

    Dagegen sprach die Pigmentierung der Hüte die jetzt ja aber nicht mehr ins Grüne geht sowie die Velumreste auf dem Hut.

    Aber Pablo hat da sicher mehr Kenntnisse als ich, von daher muss ich da wohl mein Artenkonzept etwas anpassen.

    LG.

    Keine Verzehrfreigaben meinerseits.

    • Offizieller Beitrag

    Ahoi!

    Die crux ist, daß auch der Grüne (Amanita phalloides) eine mehr oder weniger deutlich ausgeprägte Stielnatterung entwickeln kann. Wobei die eigentlich schon anliegend sein sollte (nicht wollig abstehend) - insofern bleibt für mich (bei Bildansicht, ohne Pilze in Hand) schon eine hohe Unsicherheit, welche der beiden Arten das nun sein sollte.
    Tendenz habe ich mitgeteilt, kann aber natürlich auch anders rum sein, als ich vermute.

    Wie war das nochmal mit der Reaktion auf 20%KOH auf der Huthaut bei Amanita virosa? Der Grüne hätte ja keine. Weiß das gerade jemand aus dem Kopf - sonst gucke ich bei Gelegenheit mal nach.


    LG, Pablo.

  • Hallo Luzia,

    der Test ist eigentlich ganz einfach. Wenige Tropfen ~20% KOH auf den Hut auftropfen und eine mögliche Gelbverfärbung abwarten. Gelb = Kegelhütiger Knolli.

    Falls die Chemikalie nicht vorhanden ist:
    KOH = Kaliumhydroxid z.B. über den mykoshop beziehen oder in einer Apotheke kaufen. Allerdings wird letztere KOH wohl kaum vorrätig sein und größere Mengen zu kaufen ist Blödsinn.

    Behelfsmäßig dürfte das gängigere NaOH = Natriumhydroxid einfacher zu beschaffen sein, u.a. ein Bestandteil viele Rohrreiniger in Granulatform.
    Von den festen Plättchen einfach ein paar wenige in wenig Wasser lösen. ACHTUNG: NaOH und KOH sind stark ätzende Gefahrstoffe! Ein Spritzer in's Auge kann übel für das Augenlicht ausgehen.

    LG Steigerwaldpilzchen

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo zusammen,

    ich gehöre schon wegen des schuppig-genatterten Stiels zur Fraktion virosa. Darüber erkenne ich auf dem Hut die Neigung zur Gilbung. 20 %ige KOH auf dem Hut (evtl. auch(?): NaOH , Salmiakgeist, Rotkraut oder Natron -alle nicht selbst getestet-) dürfte Klarheit schaffen.

    Gruß - Franz