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Wilde Nutzpflanzen

  • Hallo Zusammen!


    Lange hat es gedauert, aber jetzt ist sie da: meine erste Pflanze die ich hier zeigen möchte, nämlich den Sauerklee.


    Im Wald gibt es eigentlich keine Tour, bei der ich nicht ein paar Blättchen nasche. Er macht seinem Name alle Ehre!


    Und das beste an dem Foto: es werden alle Kritiker dieser Rubrik feststellen, dass ein schöner Pilz mit drauf ist: nämlich der Blutmilchpilz! Den hab ich allerdings nicht gekostet....


    Liebe Grüße!

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!


    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!


    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

  • Hallo Alex


    Ja, den Sauerklee mag ich auch ganz gerne. Hier ists halt, wie bei vielen anderen Kräutern auch: Nur nicht zuviel des Guten. Sonst kanns später eine böse Überraschung geben. Ich sage nur Oxalsäure...


    LG Matthias

    Bei allen online "bestimmten" Pilzen handelt es sich lediglich um Bestimmungsvorschläge.


    Gezeigte Pilze zu 100 Prozent sicher nur über Bilder zu bestimmen ist nicht möglich, deren Verzehr kann im schlimmsten Falle tödlich enden!

    Eine Verzehrfreigabe gibt es ausschließlich vom Pilzsachverständigen/Pilzkontrolleur/Pilzberater vor Ort!


    Finde HIER den nächstgelegenen PSV

  • Hallo Naturfreunde,

    mein Pilzfreund hat einen neuen Gast im Garten und weiß ihn nicht zuzuordnen.

    Wir haben um die Wette geknipst und konnten ihn einfangen,

    von der Größe her kann der etwas furchterregende Freund durchaus mit einer Hornisse mithalten.


    Die Pflanze wisst ihr bestimmt was es ist, ich bin da nicht gut darin.

    Vielen Dank

    Porli




  • Vielen Dank für die schnelle Aufklärung,

    das Wettknipsen habe ich verloren, die guten Fotos hat mein Freund geschafft,

    der hat sich auch näher an den Freund heran getraut, ich war etwas vorsichtiger, so eine

    Wildbiene habe ich noch nie gesehen.

    Vielleicht könnte es die Blaue Holzbiene sein, die hat scheinbar blaue Flügel.


    Ich kenne nur unsere Kleinen bunten haarigen Wildbienen, ich hatte da zwei in meiner

    Muschelhupe an meinem 30 Jahre alten Benz, gemerkt hatte ich sie als ich am Motor was geschraubt habe,

    ich hab ihnen dann ein kleines Insektenhotel gebaut und an einen Balken unter dem Dachvorsprung

    geschraubt, und das Hotel war in kürzester Zeit voll besetzt.

    Wenn jemand so ein Hotel machen möchte, dann soll er für die Löcher einen scharfen Holzbohrer nehmen so dass ein glattes Loch entsteht

    ohne Fasern innen. Scheinbar werden alle Größen von 3-8mm akzeptiert.


    schönen Abend

    Porli


  • Und schon wieder ich :)

    auf meiner gestrigen Wanderung habe ich sogar ein paar Pilze gefunden und gezeigt. Doch auch schönes "Gemüse" ist mir vor die Kamera gekommen.

    Das tollste zuerst, mein Erstfund einer Wald-Akelei. Selten gewordene und besonders geschützte alte Heil- und Zierpflanze. Mehr interessantes bei Wiki!

    Und das wohlriechende Labkraut das man sonst als Waldmeister kennt.

    Die Lupine

    Und zuletzt der Rote-Fingerhut, von dem wir die Finger lassen!

    Ich wünsche euch eine gute Nacht!

    LG Rigo

  • Hallo,


    der gezeigte Rote Fingerhut Digitalis purpurea ist ähnlich wie die Eibe auch die Quelle eines Arzneistoffes und prinzipiell eine Arzneipflanze. Er enthält das Herzwirksame Glykosid Digitoxin, welches als Medikament bei Herzinsuffizienz zum EInsatz kommen kann (jedoch nach Studienlage keine Verlängerung der Lebenszeit bringt). Es wirkt in der therapeutischen Dosis herzstärkend und verbessert schlicht die Symptomatik. Jedoch steigert es auch die Erregbarkeit der Herzmuskelzellen und führt bei Überdosierung rasch zu tödlichen Herzrhythmusstörungen. Daher Rigo's Warnung ernst nehmen und keinen Tee brauen ;).

    Erste Vergiftungserscheinungen sind interessanterweise Störungen im Farbsehen, alles erscheint Gelbgrün stichig.


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Leute, Hallo Porli,

    coole Bilder mit der Holzbiene. Die Flügel schwirren und dennoch kann man ihr Blau erahnen, cool! Die Blüte müsste ich googln.

    LG Rigo

    Hallo Ringo und Porli,


    die Blume der Holzbiene brauchen wir nicht zu googln, das ist natürlich eine Glockenblume und zwar wahrscheinlich die Pfürsichblättrige. Das wäre Campanula persicifolia. Sicher zu bestimmen nur mit Blättern.


    LG, Diether

  • Hallöchen,

    heute war es nicht so ergiebig, bin auch nicht so weit gegangen nur meine Hausrunder den Bardenbacher Fels.

    Dennoch glaube ich diesmal die Echte-Kamille (Matricaria chamomilla) gefunden zu haben.

    Auch das allgegenwärtige Kletten-Labkraut sollte Erwähnung finden, denn es zählt auch zu den Wildgemüsen und zu den Heilpflanzen.

    In der modernen Kräuterkunde wird das ganze Kraut frisch oder getrocknet als Harntreiber, als Entzündungshemmer, gegen Hautkrankheiten und bei Schlaflosigkeit verwendet. Die Blätter können in Gemüsesuppen verwendet werden, aus getrockneten Blättern kann ein Tee gebraut werden und geröstete Früchte ergeben einen Kaffee-Ersatz.

    In diesem Sinne, habt einen schonen Abend und eine gute Nacht.

    LG Rigo

  • So, hier jetzt mal eine weitere Nutzpflanze und ihre Anwendung. Die äußerst robuste und haltbare Robinie:


    Grabstock (zum Wurzeln ausgraben - welche genau, zeige ich noch später) aus Robinienholz:



    Außerdem eine selbstgemachte Schnur aus Robinienbast (sehr belastbar) – Achtung giftig (aber wer isst schon Schnüre)


    Robinie wird auch gelegentlich als gutes Feuerholz angepriesen. Ich hatte zwar auch schon die eine oder andere zugeteilt bekommen aber das Schneiden ist kein Spaß und nicht gut für die Kette (und der Geruch dabei widerlich). Ich habe auch gehört, dass die Giftstoffe auch im Rauch enthalten sind, leider ohne Quellenangabe. Auf jeden Fall hatte ich mal auf einer Party starke Kopfschmerzen nach dem ich mehrere Stunden an einem Feuer mit nassem Robinienholz gestanden hatte (ob da ein kausaler Zusammenhang bestand weiß ich nicht, ich würde es aber jedenfalls nicht für ein Lagerfeuer verwenden – und nein, ich hatte nur 3 halbe, daran lag es nicht 😉).


    Viele Grüße

    Thomas

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Hallo Thomas,

    kommt das "Wurzelausgraben" in einem extra Beitrag von dir?

    Soweit ich mich erinnere, sind Robinien nicht besonders gut für unsere Vegetation. Leider weiß ich den Grund hierfür nicht mehr und hoffe dass ich nichts Falsches in Erinnerung habe. Interessant, dass Robinie ein so festes Holz hat. Mal schauen ob ich mir daraus auch mal so einen Grabstock mache. Gibt's die Schnüre eigentlich zu kaufen?

    Viele Grüße

    Thomas

    Auch von mir selbstverständlich keine Essensfreigabe. Sämtliche Darlegungen und Aussagen sind subjektiv und unverbindlich.

  • Habe erstmalig bärlauch Samen getrocknet und eben probiert. Sehr zu empfehlen, beim zerbeissen kommt schön das bärlauch Aroma durch, kann man sicher auch gut mörsern...

    Lg jens

  • Hallo zusammen,

    und nein, ich hatte nur 3 halbe, daran lag es nicht 😉

    Wie gut, dass du der naheliegenden Frage vorgebeugt hast ;)

    Habe erstmalig bärlauch Samen getrocknet und eben probiert. Sehr zu empfehlen, beim zerbeissen kommt schön das bärlauch Aroma durch, kann man sicher auch gut mörsern...

    Was für eine geniale Idee! Das werde ich auch mal ausprobieren.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo Zusammen

    Heute waren wir noch wandern und siehe da, wilde Minze gefunden. Und noch rechtzeitig entdeckt, eine Zecke auf meiner Hand.

    Schönes Wochenende

    LG Andy

  • Liebe Wildpflanzengenießer,


    von meiner heutigen PILZ-Tour habe ich euch diese Bilder der Ährigen bzw. Weißen Teufelskralle (Phyteuma spicatum) mitgebracht.


    Ich möchte euch das wohlschmeckende Wildgemüse kurz vorstellen.


    Bei meinen Wanderungen genieße ich die zarten Triebspitzen mit den noch geschlossenen Blüten roh, nachdem ich sie kurz am Handrücken abgeklopft habe. Ich will ja nicht unbeabsichtigt Insekten verzehren.



    Während die Grundblätter und untersten Blätter breiter und dunkelgefleckt sein können, wachsen die oberen Blätter einheitlich grün und schmäler.



    Die Pflanzen lieben einen hellen Standort wie Waldrand, -lichtungen und Wegränder.




    In Butter kurz geschwenkt schmecken sie ebenso herrlich zart.

    Erntegut


    Einen weiteren appetitlichen Serviervorschlag findet ihr hier:

    Himmlischer Genuss mit teuflischer Zutat | Karin Greiner - Pflanzenlust


    Selbstverständlich kann, wie bei den Pilzen, der Genuss von Wildpflanzen nur mit sicherer Kenntnis des Sammelgutes erfolgen.


    Vielleicht schmeckt euch dieser Waldsnack genausogut wie mir.


    LG Roswitha

  • Hallo Sabiene,

    sie sind ziemlich verbreitet und in Bayern und Baden-Wüttemberg häufig. Sie wachsen in frischen Laub- und Nadelmischwäldern, auf submontanen und montanen Wiesen (Rothmaler).

    Der offizielle deutsche Name der Gattung ist Teufelskralle, mancher Orts werden Arten dieser Gattung auch Rapunzel genannt. So wie der Feldsalat in der Schweiz. Das botanische Beiwort rapunculus gehört aber zu einer Glockenblume, die zur gleichen Familie wie die Teufelskralle zählt (Campanulaceae). Diese Campanula rapunculus kann man auch essen und wurde sogar schon als Gemüse angebaut. In beiden Fällen wurden aber besonders die Wurzeln geschätzt. Heute ist solch Wissen weitgehend verlohrengegangen, wie schön, dass es sich durch Leute wie Roswitha wieder beginnt zu verbreiten. In Grimms Märchen kommen mehrere Hinweise vor und was sollte eine bessere Quelle für altes Volkswissen sein, als die? Hänsel und Gretel ernährten sich im Wald von Beeren und Wurzeln. Als Kind habe ich mit Grauen an solche Wurzelmalzeit gedacht, bis ich Phyteuma und Campanula als "Wildgemüse" kennen gelernt habe. In dem Märchen Rapunzel steigt ein König bei Nacht und Nebel über die Mauer zum Garten seiner Nachbarin, der Hexe, um Rapunzel zu klauen. Das ist eine kuriose Geschichte! Welcher König steigt Nacht's in Nachbbars Garten um Ackersalat zu klauen? Das habe ich mich schon in meiner Gärtnerlehre gefragt, als ich erfuhr, dass Ackersalat in der Schweiz Rapunzel heißt. Erst als ich mich später im Botanischen Garten mit dem Nutzen wilder Kräuter beschäftigt habe, lernte ich, dass der Name Rapunzel mehrfach vergeben wurde. Da wurde mir klar, das die Leute in der alten Zeit, in der man häufiger hungerte als heute, durchaus eine Leidenschaft für solch Pflanzen wie diese Glockenblume oder die leckere Teufelskralle entwickeln konnten.



    Schluss mit Gute Nacht Geschichten,

    schlaft gut,

    Diether

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